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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN 31

Die letzten Wochen waren für das österreichische Tennis ganz besonders erfolgreich. In der Wiener Stadthalle wurden unsere Spieler und natürlich auch die Veranstalter dafür belohnt. Volle Ränge, gute Stimmung und Siege sorgten für ein Tennisfest in Wien. Natürlich war auch der ÖTV-Sportdirektor und Daviscup-Kapitän die ganze Woche über vor Ort.

Was ich auf dem Centrecourt und außerhalb beobachtete, das stimmt mich sehr positiv für das kommende Jahr und die dann anstehenden Aufgaben.
Persönlich sehr gefreut haben mich schon die beiden Wochen vor der Stadthalle. Zuerst war Jürgen Melzer mit seinem Trainer Karl-Heinz Wetter in der Südstadt und hat sich auf Metz vorbereitet, danach fand sich auch Oliver Marach mit seinem neuen Trainer Ronald Leitgeb bei uns ein. Auch Irakli Labadze bereitete sich mit Günter Bresnik auf Wien vor und so kam es zu einem regen Austausch über Trainingsthemen mit unseren Spielern. Sehr gefreut hat mich auch die wirklich gute Gesprächsbasis der Trainer. Das ist meiner Meinung nach das Allerwichtigste, dass die besten Köpfe des österreichischen Tennis bereit sind, sich möglichst oft auszutauschen, gemeinsam zu trainieren und dass auch eine fruchtbringende, positive Atmosphäre herrscht.

Es tat auch wieder einmal gut, in der Presse von einem Tennisboom zu lesen; wir alle kennen die Schlagzeilen seit längerer Zeit... Dass jetzt Tennis wieder positiv besetzt ist, wird hoffentlich auch beim kommenden großen „Generali Ladies“ in Linz zu spüren sein. Obwohl es sehr stark besetzt ist, lassen die Ergebnisse von Sybille Bammer und Tamira Paszek einige Hoffnungen zu.

Aber noch einmal zurück zur BA-CA-Trophy nach Wien: sehr beeindruckt hat mich der Auftritt von Martin Fischer; er bestätigte einmal mehr, dass seine Entwicklung in jüngster Zeit tatsächlich ausgesprochen positiv ist. Martin spielte mit einem Tommy Haas vor allem im ersten Satz gleichwertig mit; nach einer Verbesserung des Aufschlags werden wir mit ihm in Zukunft sicher noch Freude haben.
Das Match Oliver Marach gegen Rainer Eitzinger war sehr eng und von Nervosität geprägt, aber besser als in Kitzbühel. Mit großem Interesse werde ich beobachten, wie sich das Engagement von Ronald Leitgeb auf die weitere Entwicklung von Oliver auswirkt. Ich denke, dass der Steirer davon sehr profitieren kann. Dass bei Marach noch viel Potential vorhanden ist, davon bin ich ja überzeugt.
Stefan Koubek macht auf dem Platz jetzt wieder einen sehr guten Eindruck; dass er das Match gegen Marcos Baghdatis noch umgedreht hat, hätte ich ihm nicht zugetraut; umso mehr hat es mich gefreut. Auf den Turnierreisen wird er ja jetzt von Thomas Strengberger betreut und die Resultate in letzter Zeit zeigen, dass die beiden sehr gut zusammenarbeiten.
Bei Jürgen Melzer hat mich das Match gegen Ferrero sehr beeindruckt; das Tiebreak im zweiten Satz war auf ganz hohem Niveau. Jürgen musste mit der ehemaligen Nummer eins der ATP-Weltrangliste sehr lange Ballwechsel mitgehen und er hat es geschafft, diesem Grundlinienspezialisten in einer so engen Situation die Schneid abzukaufen. Vor allem im mentalen Bereich machte sich die jüngste Erfolgsserie sehr positiv bemerkbar.
Im Doppel waren Julian Knowle und Jürgen Melzer stark und erfolgreich wie meistens. Mit dem zweiten Finaleinzug innerhalb von zwei Wochen haben die beiden einmal mehr unterstrichen, dass wir auch in Zukunft viel erwarten dürfen. Bitter war sicher, dass auch in diesem zweiten Finalmatch der Sieg schon so nah war und es dann doch nicht gereicht hat. Mit Matchball zu verlieren und das zweimal hintereinander in einem Finale - das muss auch erst verarbeitet werden.

Wenn die Erfolge stimmen und sowohl Spieler als auch Betreuer weiter konstruktiv arbeiten, dann ist es sehr wohl möglich, immer positivere Stimmung für unser Tennis zu schaffen - das haben die vergangenen Wochen eindeutig bewiesen. Die Saison ist für unsere Spieler noch nicht vorbei, es stehen noch einige Turniere auf dem Programm. Ich hoffe, dass dieser Spirit mitgenommen wird und dass wir uns noch über einige Erfolge freuen können, damit die gute Stimmung in die Vorbereitungszeit für das nächste Jahr mitgenommen werden kann.

Viel Freude am Tennis – auch in der Hallensaison!

Gilbert Schaller

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