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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN 30

Endlich waren die aktuellen Medienberichte über das österreichische Tennis wieder einmal in Serie positiv: Tamira Paszek (15) WTA-Turniersiegerin! Erster voller Erfolg für Jürgen Melzer! 5:0 im Daviscup gegen Mexiko! Kommt mit Argentinien der Pokalgewinner 06 im Februar nach Österreich? Grund zur Freude, ebenso wie schöne Siege auf Nebenschauplätzen, für den ÖTV-Sportdirektor, der jetzt auch von Legende Thomas Muster das DC-Team übernimmt.

Die Erfolge in den vergangenen Wochen durch unsere SpielerInnen im internationalen Tennis haben mich mehr als zufrieden gestellt. Zuerst holte Jürgen Melzer in Bukarest seinen ersten Titel auf der ATP-Tour, in der darauf folgenden Woche erregte Tamira Paszek auch international großes Aufsehen, weil sie mit nur 15 Jahren in Portoroz (Slowenien) ihren ersten WTA-Turniersieg eroberte. Marco Mirnegg gewann in Banja Luka ein Challengerturnier und Martin Fischer einen 15.000 Dollar-Future in Nottingham (England). Meine herzliche Gratulation zu diesen ganz großen Erfolgen.

Natürlich war der Klassenerhalt in der Daviscup-Weltgruppe auch ein zwar erwarteter und deshalb geforderter, aber ganz besonders wichtiger Erfolg. Ich war diesmal schon die ganze Woche, also schon während der Vorbereitung, dabei. Thomas Muster und ich hatten das so vereinbart, weil er mich natürlich schon im Vorfeld des Daviscups über seinen Entschluss zum Rücktritt als Kapitän informierte.
Ich verstehe seine Gründe, sowohl die privaten Aspekte und auch das eine oder andere Argument, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Mir war sofort klar, dass seine Entscheidung feststand und er nichts mehr zu überdenken hatte. Es ist schade für das österreichische Tennis, dass Thomas für das Amt des Daviscup Kapitäns nicht mehr zur Verfügung steht; er war in jeder Hinsicht Vorbild, auch mit dem Stil, in dem er das Team professionell und mit großem persönlichem Engagement erfolgreich geführt hat.
Auf der anderen Seite freue ich mich auf die kommenden Aufgaben als Daviscup-Kapitän. Auch für mich ist der Teamgeist in den Daviscup-Wochen von besonderer Bedeutung. Zu meiner aktiven Zeit war ja dieses deutlich merkbare Gefühl des Zusammenstehens aller im Team aus bekannten Gründen nur selten wahrnehmbar. An oberster Stelle steht natürlich das Ziel, eine Begegnung zu gewinnen, aber darüber hinaus ist mir auch wichtig, dass die Atmosphäre in der gesamten Mannschaft perfekt ist. Auf dem Tennisplatz soll hart und konzentriert gearbeitet werden, aber abseits des Courts gehört auch der Spaß dazu - die Spieler haben in diesen Daviscup-Wochen genug zu verkraften.
Es ist sicher ein Vorteil, dass ich mit den Spielern des Teams regelmäßig in Kontakt bin, den einen oder anderen früher auch persönlich betreut habe.

Jetzt zur Auslosung gegen Argentinien: daheim gegen eines der weltbesten Teams, vielleicht sogar gegen den Daviscupsieger 2006 anzutreten, ist nicht nur eine tolle Herausforderung in sportlicher Hinsicht; auch eine große wirtschaftliche Chance für den ÖTV und ein Ereignis, das das Prestige des Tennissports in Österreich ganz wesentlich beeinflussen kann. Natürlich ist das Heimrecht aus all diesen Gründen ein großer Vorteil, wenn auch ein Spieler wie etwa Nalbandian auf keinem Belag Schwächen zeigt. Aber ich denke, dass wir nicht auf Sand gegen Argentinien spielen werden. Vom Gefühl her wäre mir ein Belag ähnlich dem Supreme Court am liebsten, auf dem die Bälle eher flach wegrutschen.
Ich werde natürlich noch mit unseren Spielern darüber reden, aber ich nehme an, dass auch sie es vorziehen werden, nicht auf Sand zu spielen.

Wir sind natürlich Außenseiter, aber ich glaube an unsere Chance. Durchaus vorstellbar, dass wir am ersten Tag einen Punkt holen und dann das für mich offene Doppel gewinnen. Wenn es optimal läuft und wir mit einer 2:1-Führung in den Sonntag gehen, dann müssen die Argentinier auch erst mit diesem Druck fertig werden. Daher will ich, dass wir als Team an unsere Chance glauben und auch so auftreten.
Im Fedcup können wir mit dem Los, daheim gegen Australien zu spielen, sogar mehr als zufrieden sein. Speziell Tamira Paszek hat gezeigt, dass eine starke Leistungsentwicklung möglich ist. Ich hoffe natürlich, dass sowohl im Fedcup als auch im Daviscup unsere stärksten SpielerInnen tatsächlich zur Verfügung stehen. Unter dieser Voraussetzung freue ich mich jetzt schon auf das kommende Tennisjahr.

Habt Ihr schon die Stunden für die Hallensaison gebucht?
Viel Spaß am Tennis!

Gilbert Schaller

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