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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN (26)

Auch für das österreichische Tennis ist derzeit Hochsaison; das Generali Open in Kitzbühel ist eines der Highlights, die nationalen Meisterschaften haben in Dornbirn stattgefunden und Wels war wieder Schauplatz eines internationalen Jugendturniers.

Das ITF Turnier war auch heuer wieder sehr stark besetzt, als Kategorie 1-Event lockt es immer wieder die internationale Spitze nach Wels. Leider waren unsere Akteure mit diesem Feld überfordert, die Ergebnisse waren doch enttäuschend.
Ich hatte die Gelegenheit, einige der besten Jugendlichen im Match zu beobachten: die Konstanz und Konsequenz, die sie im Ernstfall zeigen, müssen unsere Akteure in der Zukunft durch harte Arbeit aufholen. Ich bin überzeugt davon, dass dies auch für den einen oder die andere möglich ist; Talente dafür hätten wir genug, aber Talent allein ist für das internationale Spitzentennis eindeutig zu wenig.

Gratulation an die 15-jährige Tamira Paszek und an Thomas Schiessling zu ihren Staatsmeistertiteln.
Tamira wurde erst im Finale von Barbara Hellwig gefordert, konnte sich letztlich jedoch erwartungsgemäß durchsetzen. Härter zu kämpfen hatte diesmal Thomas Schiessling: im Semifinale hatte er ein sehr enges Match gegen den Südstädter Martin Fischer und im Finale gegen den ebenfalls vom ÖTV geförderten Armin Sandbichler ging es auch über 3 Sätze.

Ein paar Bemerkungen zur Wildcard-Vergabe für Kitzbühel: ich bin der Meinung, dass bei einem internationalen Turnier dieser Kategorie nur Spieler eine Wildcard bekommen sollten, die sich voll auf das internationale Geschehen konzentrieren. Daher bin ich auch damit einverstanden, dass Werner Eschauer heuer eine Wildcard erhalten hat. Wenn Spieler Woche für Woche international unterwegs sind, Geld und sehr viel Schweiß investieren, um sich in der ATP-Rangliste zu verbessern, dann ist es nur richtig, dass sie - wenn die Entwicklung stimmt - mit einer Wildcard belohnt werden. Warum sie Nico Reissig für die Qualifikation bekommen hat, möchte ich auch noch kurz erklären: ich erhielt zehn Minuten vor Ende des Sign In für die Qualifikation einen Anruf von Turnierdirektorin Sandra Reichel mit der Nachricht, dass eine Wildcard für die Quali frei sei, weil Acasuso in Stuttgart im Semifinale stand. Ich hab ihr geantwortet, dass der bestplatzierte Österreicher, der noch nicht in der Quali stand, die Wildcard erhalten sollte. „Es sind schon alle drinnen“ antwortete Sandra. Da die Zeit sehr knapp war und ich wollte, dass ein Österreicher die Wildcard bekommt, habe ich mich kurzfristig für Reissig entschieden. Im Nachhinein betrachtet wahrscheinlich ein Fehler. Vor allem, weil der junge Spieler keine Gelegenheit hatte, sich auf die Gegebenheiten in Kitzbühel einzustellen und daher in seinem Match unterging. Dennoch hat er eine Erfahrung gemacht und ich hoffe, dass diese für ihn trotz allem wichtig war.

Ich möchte mich auf diesem Weg besonders bei den Veranstaltern der Staatsmeisterschaften in Dornbirn bedanken: mir wurde in organisatorischer Hinsicht nur Positives berichtet; vor allem das Zuschauerinteresse war wirklich beeindruckend.

Sehr stark präsentierte sich Alex Peya in den vergangenen zwei Wochen: er hat mit einem Challengersieg und einem Endspiel in der Weltrangliste einen großen Sprung vorwärts gemacht. Auch Werner Eschauer hat mit seinem Finaleinzug in Rimini wieder bestätigt, dass er unbedingt zurück in die Top 100 will.
Jürgen Melzer hat in Kitzbühel ganz starkes Tennis gezeigt, speziell das Match gegen Tommy Robredo war eine Augenweide.
Auch Andreas Haider-Maurer und Rainer Eitzinger haben auf mich einen durchaus positiven Eindruck gemacht. Der Turniersieg im Doppel für Stefan Koubek war sicher ein große Überraschung; aber er selbst sagte danach, dass ihm dieser Erfolg Selbstvertrauen für die kommenden Turniere geben wird. Ein Nebeneffekt, der für ihn gerade jetzt besonders wichtig ist.

Ich hoffe auf Erfolge unserer Spieler bei den noch verbleibenden Futures in Pörtschach und freue mich auch schon auf die noch ausstehenden zwei Damenturniere.

Viel Freude am Tennis!


Gilbert Schaller
ÖTV-Sportdirektor




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