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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN (23)

Für die ÖTV- Jahrgangscoaches, in erster Linie aber für den ÖTV.-Sportdirektor, sind die Meisterschaften U 12 und U 14 immer ein besonders wichtiger Termin; geben sie doch Aufschluss über den aktuellen Entwicklungsstand der einzelnen Jugendlichen. Natürlich haben die ÖM auch Einfluss auf die Beschickungen der Cups und weiterer großer Jugendturniere in der Sommersaison.

Über die Pfingstfeiertage fanden die österreichischen Meisterschaften U12 und U14 statt. Wegen Schlechtwetters waren es leider nur teilweise Freiluftturniere, daher kann in manchen Matches auch der Bodenbelag eine gewisse Rolle gespielt haben. Ich war am Achtelfinaltag in Gmunden und leider mussten an diesem Tag alle Einzelmatches in der Halle gespielt werden. Natürlich ist es für mich wichtig, unsere größten Nachwuchshoffnungen bei der Arbeit zu sehen, durch unsere Jahrgangscoaches habe ich jedoch auch die Möglichkeit, jederzeit qualifizierte Informationen und Rückmeldungen über die einzelnen Jugendlichen zu erhalten.

Genauso wichtig ist für mich die Möglichkeit bei solchen Events mit den einzelnen Trainern zu sprechen und mich umzuhören, ob und wodurch es Probleme gibt. Auch in Gmunden fand sich schnell ein Runde zusammen, in der ich mit Kritik konfrontiert wurde. So soll es auch sein; es gibt nach wie vor viel zu tun, manchmal sind es nur Kleinigkeiten die viel bewirken können. Besonders wichtig ist es mir, dass bei solchen Gelegenheiten auch Vorschläge zur Verbesserung oder Veränderung kommen. Ich muss betonen, dass solche Diskussionsrunden für mich ausgesprochen motivierend sind: zum einen zeigen sie mir, wie viele Trainer im österreichischen Tennis sich Gedanken über Verbesserungen machen und zum anderen zeigt das auch auf, wer mit Herz und Engagement bei der Sache ist. Bei manchen Schützlingen gilt es, sie von diesem Engagement erst zu überzeugen.

Nach den Rückmeldungen unserer Coaches, die internationale Vergleichsmöglichkeiten haben, ist die Situation sicher so, dass nach wie vor Aufholbedarf besteht. Warum wir im Moment im Hintertreffen sind, darüber gibt es viele Gründe die mir gegenüber angegeben werden. Genauso vielfältig wie die möglichen Ursachen sind auch die Lösungsvorschläge. Es ist nicht immer einfach, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, weil jeder seine individuelle Meinung einbringt und schwer abzuschätzen ist, wie objektiv diese Meinung wirklich ist.

Fakt ist, dass Handlungsbedarf besteht. Fakt ist auch, dass die besten Köpfe im österreichischen Tennis zusammen daran arbeiten müssen, dass der Weg in die richtige Richtung führt.

Daher ist und wird es für mich immer wichtig sein, in Diskussionsrunden auf die Meinung unserer Trainer zu hören. Dort wo ich Möglichkeiten sehe, Dinge ins Positive zu verändern, werde ich das auch versuchen.

Auf eines darf man allerdings in keinem Konzept und in keiner Struktur vergessen: im Tennis gibt es so viele Möglichkeiten ans Ziel zu kommen wie in kaum einer anderen Sportart. Daher ist die eigentliche Kunst, nach gemeinsamen Richtlinien das individuell richtige Konzept für die richtige Person zu finden. Natürlich auch mit der ganzen Konsequenz, die hinter diesem Konzept steht.

Aber ich bin guter Dinge und wenn ich gefragt werde, ob es in Österreich gute Trainer gibt, dann fallen mir sofort einige Namen ein. Das allgemeine Knowhow ist durchaus zufriedenstellend. Meine Aufgabe ist es, die Strukturen zu schaffen, die dieses Wissen bündeln und verwerten. Dabei bin ich natürlich auch abhängig von der Bereitschaft unserer Trainer zur Zusammenarbeit. In den vielen Diskussionen wird mir aber signalisiert, dass diese gegeben ist, und genau das ist einer der Hauptgründe für meine Motivation.

In diesem Sinne auf eine noch weiter verbesserte konstruktive Zusammenarbeit!

Gilbert Schaller

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