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Davis Cup

Serbien wird der Favoritenrolle gerecht

Das Generali Austria Davis Cup Team musste sich zum Auftakt des Finalturniers in Innsbruck Serbien mit 0:3 geschlagen geben. Nachdem Gerald Melzer als besserer Spieler gegen Dusan Lajovic verloren hatte, ließ der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic Dennis Novak keine Chance. Zum Abschluss verlor auch das Doppel Oliver Marach/Philipp Oswald.

©GEPA-Pictures

Es war „eine spezielle Erfahrung“ für Dennis Novak, und sie war „zu kurz“. Novak Djokovic benötigte nur 59 Minuten, um 6:3, 6:2 gegen den Niederösterreicher zu gewinnen. „Ich habe zuvor noch nie gegen Novak – das ist witzig, das so zu sagen, so viele Novaks gibt es auf der Tour sonst nicht – ich habe zuvor noch nie gegen ihn gespielt“, sagte der vielleicht beste Tennisspieler aller Zeiten. „Er hat ein sehr komplettes Spiel. Das achte Game im ersten Satz war entscheidend. Danach gab es kein Halten mehr. Ich habe gut serviert, mich gut bewegt, es hat sich einfach toll angefühlt, diesen Sieg für mein Land einzufahren.“

Dennis Novak hielt bis zum 3:3 gut mit. „Es fühlt sich nicht gut an, wenn man glaubt, man spielt einen unglaublichen Ball und er sliced den Ball nicht zurück, sondern spielt eine normale Rückhand“, sagte der Niederösterreicher. „Aber das ist halt er, sonst wäre er nicht die Nummer 1 und hätte so viele große Titel gewonnen. Seine Spielweise, dass er alles zurückbekommt – das macht den Druck. Das sind Sachen, die nur er aus der Defensive so kann.“

Eine bärenstarke Vorstellung
Gerald Melzer, der von Kapitän Stefan Koubek den Vorzug gegenüber Jurij Rodionov bekommen hatte, lieferte im Eröffnungsmatch gegen Lajovic eine bärenstarke Vorstellung ab. Nach mehrjähriger Verletzungszeit präsentierte sich der 31-Jährige beim Comeback im Davis-Cup-Team aggressiv, er zwang dem Serben sein Spiel auf. Nur Kleinigkeiten haben entschieden beim 6:7: (5), 6:3, 5:7 in 2:42 Stunden.

„Es hat weh getan, ich habe mich eigentlich als der bessere Spieler gefühlt. Ich habe das Match einfach zu billig verloren“, sagte Melzer. „Am Ende waren es nur ein paar Punkte. Jetzt gerade bin ich enttäuscht für das Team.“ Von sich selbst überrascht sei er nicht gewesen. „Es war für mich kein außergewöhnliches Match. Das war noch nicht mein Top-Level, das ich imstande bin zu spielen. Aber ich habe gut serviert, darüber freue ich mich.“

Positiv hervorzuheben ist auch Melzers Körpersprache auf dem Platz. „Für mich war klar, dass ich fighte. Das macht auch mein Spiel aus, ich will dem Gegner zeigen, dass er lange gutes Tennis spielen muss, um mich zu schlagen.“ Am Anfang sei die Stimmung in der Olympiahalle komisch gewesen. „Du stehst in dieser riesigen Halle, aber es sind nur die Leute in deiner Box da, sonst ist es mucksmäuschenstill. Natürlich ist es sehr schade, dass keine Zuschauer und unser Fanclub da waren. Die hätten sicher eine irrsinnige Stimmung gemacht.“

Beim undankbaren Stand von 0:2 lief das routinierte Doppel Oliver Marach / Philipp Oswald ein. Die steirisch-vorarlbergische Paarung musste sich Filip Krajinovic und Nikola Cacic, der kurzfristig statt Djokovic zum Einsatz kam, 6:7 (4), 6:4, 3:6 geschlagen geben. "Wir hatten zu viele Chancen und zu wenige genützt. Ich bin persönlich sehr enttäuscht", sagte Marach. Ich hätte gedacht, dass man sie schlagen muss." Oswald ergänzte: "Wir sind gut gestartet, es war aber immer eng und im Tiebreak war ein bisschen der Wurm drin. In so einer Partie wo es wichtig ist, die Energie hoch zu halten - das Publikum hätte sehr geholfen. Jetzt wird es natürlich sehr, sehr schwierig."

Dennoch, trotz des 0:3 gegen Serbien: Mit einem Sieg des Generali Austria Davis Cup Teams am Sonntag gegen Deutschland könnte sich die Mannschaft von Kapitän Stefan Koubek noch als einer der beiden besten Gruppen-Zweiten für das Viertelfinale qualifizieren, das in Madrid ausgetragen wird.

©GEPA-Pictures | GEPA pictures/ Patrick Steiner
©GEPA-Pictures | GEPA pictures/ Patrick Steiner
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