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ATP

GENERALI OPEN IN KITZBÜHEL DAS JUBILÄUMSTURNIER HAT BEGONNEN! SIEBEN ÖSTERREICHER IN DER QUALIFIKATION

Bei gutem Tenniswetter wurde das 60. Turnier (seit 1994 "Generali Open") des Kitzbüheler Tennisclubs, zugleich die Internationalen Meisterschaften von Österreich, eröffnet. Der Anfang war aus unserer Sicht erfreulich und ärgerlich zugleich: Andy Haider-Maurer, 18, stand gegen Yuri Schukin (RUS, ATP 211) , mehrmals vor dem Sieg und mußte sich doch mit 9:11 (!) im Tiebreak des Entscheidungssatzes geschlagen geben.

HAIDER-MAURER - SCHUKIN 4:6, 6:3, 6:7 (9)
Schukin spielte den ersten Satz mit weniger Winners aber auch weniger Eigenfehlern, gleich zu Beginn des dritten gelang ihm ein Break und bei 6:4, 2:0 schien er sicher zu siegen. Schien - denn jetzt nahm der junge Waldviertler volles Risiko, traf öfter spektakulär und entschied den zweiten Satz mit 6:3 für sich. Führte im dritten 5:3, schlug bei 5:4 auf das Match auf - Break. Im Tiebreak 4:1 für Haider-Maurer; bei 7:6 Matchball mit Service, schwacher Return von Schukin - aber Andreas knallt ins Netz. Schließlich siegt doch die Routine, mit 11:9 im alles entscheidenden Tiebreak.

Sportdirektor Gilbert Schaller beobachtet als Österreicher sehr konzentriert: "Bei so einem Resultat muss man nicht über Siegmöglichkeiten diskutieren. Schade, dass es Andy nicht geschafft hat. Ich hätte mir gewünscht, dass er beim - an sich starken - Service mehr variiert, effizienter mit der Rückhand arbeitet und vor allem nicht überhastet abschließt. Aber man darf nicht vergessen, wie schwierig der Übergang ins Herrentennis ist, und wenn die ATP-Nummer 1.473 gegen 211 mehrmals vor dem Sieg steht, muss man nicht allzu enttäuscht sein."

OSWALD - MASSON 4:6, 6:2, 3:6
Auch diese Niederlage gegen Jeroen Masson (BEL, 228) war vermeidbar; aber hier wurde deutlich, dass der 19-jährige Vorarlberger Südstadt-Spieler Philipp Oswald noch harte Arbeit vor sich hat. Schilli Schaller: "Erstens hat er in den vergangenen Monaten schon wesentliche Fortschritte gemacht. Zweitens ist sein Stil (unrhythmisch, schneller Abschluss) unangenehm und gefährlich für viele. Aber drittens muss er gerade das perfektionieren. Da stimmt der Aufwurf beim Service nicht, dadurch leidet auch das Percentage; wenn er Serve/Volley spielt, passt der Bewegungsbalauf noch nicht, Balance-Mängel haben Fehler zur Folge. Und natürlich muss sein Griundlinienspiel konstanter werden, er braucht mehr Variation und mehr Selbstverständlichkeit der Schläge."


EITZINGER - CUADRADO 3:6, 6:3, 1:6
Das war zwar die nächste Dreisatz-Niederlage auf dem Centrecourt, aber das stärkste Match - zumindest zwei Sätze lang. Rainer Eitzinger, erstaunlich gut erholt von seiner Kreislaufschwäche in Kramsach, lieferte dem wieder erstarkten Carlos Cuadrado (ESP) einen tollen Schlagabtausch. Faszinierend die Länge der Schläge, die Bereitschaft, Winners vor allem mit der Vorhand einzubauen, viel Laufarbeit zu verrichten. Imponierend das Ende von Satz Nummer 2: von 15:40 weg zwei Asse, ein Winner und nach Deuce noch einmal Winners zum 6:3! Im dritten Satz hatte der Tiroler zu Beginn drei Breakchancen, die Cuadrado abwehrte. Danach schien er doch langsam müde zu werden, kam immer öfter nicht mehr gut unter den Ball...

Nicht vergessen werden darf, dass Cuadrado als früherer Schützling von Pato Alvarez schon das Juniorenturnier von Roland Garros gewonnen hat. Dann wurde er durch eine schwere Knieverletzung zurück geworfen, von der er sich jetzt offenbar erholt hat.

MÜLLNER - BLANCO 4:6, 6:7 (4)
Kompliment Philipp Müllner: der Kärntner lieferte dem erfahrenen Galo Blanco einen harten Kampf, in dem er im zweiten Satz sogar mit 5:2 voran lag. Zum Gewinn reichte es nicht; im Tiebreak mußte er sich mit 4:7 geschlagen geben.


DER REST WAR LEIDER GLATT
Gar keine Chance hatte Marko Neunteibl gegen den in der Quali topgesetzten Ruben Ramiraz-Hidalgo (ESP) - 1:6, 1:6.
Ähnlich erging es Konny Gruber gegen Hugo Armando (USA), der hier schon Kafelnikow geschlagen hat und vor wenigen Tagen Gustavo Kuerten - 1:6, 2:6.

Dmitri Kotchetkov verlor gegen Philipp Petzscher (GER) 4:6, 2:6.

Damit sind alle sieben Österreicher in der ersten Runde der Qualifikation ausgeschieden. Bitter, aber in einigen Partien war auch viel Licht neben dem Schatten des Resultats zu sehen...

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