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GEDANKEN - Gilbert Schaller

Der ÖTV-Sportdirektor will hier in Zukunft regelmäßig zu Aktualitäten des österreichischen Tennis Stellung beziehen. Um das eine oder andere Thema zu kommentieren und zur Diskussion zu stellen und um über die Arbeit im Leistungszentrum Südstadt aktuell zu informieren. Aber auch um diese Routinearbeit transparent für alle zu machen, die mit dem Tennis zu tun haben oder einfach wissen wollen, wie gearbeitet wird und was die Verantwortlichen erreichen.

Der Alltag in der Südstadt hat begonnen

Mit dem Schulanfang verbunden war auch der Beginn des geregelten Trainingsbetriebs in der Südstadt. Die Neuzugänge absolvierten eine Startwoche in Obertraun; eine Woche die helfen sollte, sie auf die kommenden Jahre als SchülerIn und LeistungssportlerIn einzustimmen und mit den Leuten vertraut zu werden, die sie in diesen Jahren begleiten und betreuen werden.

Mein Ziel für September war es Strukturen zu schaffen, die ein individuelles und professionelles Umfeld für unsere Jugendlichen in der Südstadt garantieren .Ich hatte schon den ganzen Sommer über meine Gedanken dazu notiert und auch das Trainerteam so zusammengestellt, dass ich jetzt mit ruhigem Gewissen sagen kann, wir werden aus jedem unserer Jugendlichen das Maximum herausholen.

Zum einen war es mir wichtig ein Trainerteam zu haben, das motiviert, konsequent und teamfähig ist; andererseits aber auch die Fähigkeit hat, auf den Charakter jedes einzelnen genau einzugehen und die Jugendlichen dadurch richtig zu motivieren.

In der vergangenen Woche waren wir damit beschäftigt, einen Plan für jeden einzelnen zu erstellen, um die Trainingsintensität genau zu definieren. Diesen Plan zu gestalten war eine schwierige Aufgabe, weil wir den Stundenplan, die Lernzeiten, die Kapazitäten der Tennishalle, das Konditionstraining sowie die Regeneration berücksichtigen mussten.

Der Plan steht jetzt. Er wird die Jugendlichen sicher fordern und einige Überwindung kosten; aber unsere Aufgabe ist die Ausbildung künftiger Profisportler.

Zum besseren Verständnis der Auszug eines Tagesplans für die Jahrgangsälteren, wie er dreimal in der Woche vorkommt:

Nach dem Wecken um 6 Uhr aktives Erwachen ( ca. 10 Minuten lockeres Traben). Frühstück. 7 Uhr Aufwärmen für die erste Krafteinheit, 7.15 bis 8 Uhr Krafttraining. 8 – 10 Tennis, 10 –14 Schule, 15.30 – 17 Uhr Tennis, 17 – 17.45 Individualtraining, 18.15 Ausdauertraining. Danach Regeneration wie Massage, Sauna, Whirlpool.

Wie aus diesem Plan ersichtlich ist, stellt das Alltagsprogramm, das die Jugendlichen bewältigen, eine große Belastung dar und für die Entscheidung, das alles voll durchzuziehen, um den Traum vom Tennisprofi zu erfüllen, ist ihnen der Respekt des Trainerteams sicher.

Dieses Trainerteam und die Spielergruppen setzen sich jetzt ab Herbst wie folgt zusammen:

Gilbert Schaller, und Walter Grobbauer arbeiten mit Yannik Weihs, Alex Scheiring, Nico Reissig, Marc Rath und Markus Fux.

Peter Eipeldauer mit Kathi Negrin, Magdalena Österle und Christina Dienstl.

Thomas Weindorfer mit Stefan Wiespeiner, Armin Sandbichler, Martin Fischer, Philipp Oswald und Christoph Steiner.

Weiters trainiert auch Pascal Brunner 2-3 mal pro Woche bei uns mit.

Für das Konditionstraining zuständig sind Markus Forsthuber und Alexander Dubisar. Unser Sportwissenschafter ist Dr. Ernst Köppel.

 

Die erste volle Trainingswoche haben wir jetzt absolviert und wir alle hatten uns an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Speziell für unsere Zugänge sind die Intensität und der Umfang des Pensums eine große Umstellung. Markus Fux etwa meinte, er hat an zwei Tagen so viel trainiert wie vorher in einer Woche. Bei den Mädchen und den Neuzugängen müssen wir natürlich sehr genau beobachten, ob und wie sie diese Umstellung verkraften. Leider ist es meistens so, dass im körperlichen Bereich der eine oder andere Mangel zu beheben ist und wir dadurch nicht von Beginn an mit der Intensität trainieren können, die wir uns wünschen. Im Mädchenbereich ist dieses Problem eklatant und macht uns im Trainerteam des öfteren Kopfzerbrechen – eben weil wir unser Idealprogramm (noch) nicht umsetzen können. Daher konzentrieren wir uns jetzt vor allem bei den Mädchen auf den athletischen Bereich und auf dem Platz arbeitet Peter Eipeldauer hauptsächlich an der Technik.

Generell liegt der Schwerpunkt im konditionellen Bereich in den nächsten Wochen bei Muskelaufbau, Stabilisation und Ausdauer. Im Tennis konzentrieren wir uns auf die Technik und auf die Ausführung der Schläge; zuerst im kontrollierten Bereich, um dann Schritt für Schritt die Intensität zu steigern.

Im Lauf des Schuljahres werden wir auch die externen Jahrgangsbesten ab den Jahrgängen 91 zu Trainings- bzw. Schnupperwochen in die Südstadt einladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, das Umfeld und die Anforderungen an unsere Schüler kennen zu lernen. Auch Eitzinger, Mirnegg, Marach, Raditschnigg und Schmölzer werden immer wieder die Möglichkeiten in der Südstadt nützen können und sind an einer guten Zusammenarbeit interessiert. Koubek, Knowle und Peya trainieren fast immer wenn sie in Österreich sind, in der Südstadt.

Mir ist bewusst, dass es in Österreich genug Kritiker der Südstadt gibt, und wir sind für jede konstruktive Anregung dankbar. Dass gute Arbeit geleistet wird, zeigt auch der Erfolg von Rainer Eitzinger, der sich in den vergangenen zwei Jahren sehr gut entwickelt hat.

Natürlich gibt es etliche sehr erfahrene und gut arbeitende Coaches in Österreich und es freut mich, dass die Zusammenarbeit und der Kontakt mit vielen dieser Trainer sehr gut funktioniert.

Mein Wunsch und mein Angebot an diese Betreuer ist, dass sie jederzeit mit ihren Schützlingen zu gemeinsamen Trainingstagen bzw. -Wochen kommen können, damit wir den Meinungsaustausch forcieren und uns gegenseitig Anregungen geben können.

Solang der Dialog funktioniert, haben wir die Chance etwas zu bewegen.

In diesem Sinn ist auch jeder Tennisinteressierte gern eingeladen, unsere Arbeit auf dem Platz zu beobachten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Gilbert Schaller

 

 

 

 

 

 

 

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