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GEDANKEN DES PRÄSIDENTEN ZUR LIZENZIERUNG DER STAATLICHEN INSTRUKTOREN/INNEN, LEHRER/INNEN UND TRAINER/INNEN

ÖTV-Präsident Ronnie Leitgeb (Bild) über die für ihn wichtigste Basis im heimischen Breiten- und Leistungssport, den Spagat zwischen Spaß und Disziplin am Platz, über "Coach the coaches"-Workshops und weshalb sämtliche ehemaligen Davis Cup- und Fed Cup-SpielerInnen vom ÖTV motiviert werden, eine staatliche Ausbildung zu absolvieren.



18. Oktober 2012

WICHTIGE BASIS.
Erfolgreich und über einen längeren Zeitraum ausgeübter Tennissport ist nur mithilfe gut erlernter Technik möglich. D. h. wenn Kinder, aber auch Erwachsene, die mit dem Tennissport beginnen, von Anfang an eine falsche Technik erlernen, werden sie langfristig - da Tennis eine sehr komplexe Sportart ist - keine Erfolgserlebnisse haben und deshalb nicht sehr lange beim Tennissport bleiben. Ich vergleiche Tennis gerne mit dem Golfsport, wo am Beginn auch erst einmal das Erlernen eines technisch korrekten Schwungs steht, ehe man sich um nächste Schritte wie z. B. das persönliche Handicap kümmern kann.

SPASS "KONTRA" DISZIPLIN. Das ist oft eines der größten Probleme auf den Tenniscourts: Motorische Fähigkeiten werden mithilfe von Spiel und Spass erlernt, Technik hingegen braucht Disziplin - sowohl vom Schützling als auch vom Trainer. Und wenn Jugendliche, die von Anfang an keine gute Technik erlernt haben, z. B. aufgrund schulischer Belastungen oder anderer Interessen eine Zeitlang nicht mehr zum Tennisschläger greifen, ehe sie nach ein paar Monaten oder Jahren doch wieder zum Tennis kommen, dann werden sie sich gegenüber jenen SpielerInnen, die eine gute Basistechnik erlernt haben, sehr schwer tun. Oft gehen diese SpielerInnen dem Tennissport dann für immer verloren! Das wollen wir unbedingt verhindern!

STÄRKUNG DES BERUFSBILDS. Ein wesentlicher Bestandteil des ÖTV-Lizenzierungssystems werden künftig auch Tools sein, die ausschließlich von lizenzierten AusbildernInnen vergeben werden. Das bedeutet, dass nur diese lizenzierten AusbilderInnen z. B. ITN-Einstufungen machen dürfen, Jugendleistungszeichen vergeben können etc. Damit soll ein deutlicher qualitativer Unterschied geschaffen werden - zwischen jenen TrainernInnen, die nicht lizenziert sind und jenen, die vom ÖTV die Lizenz erhalten haben und damit als kompetente Ansprechpartner anerkannt sind.

SERVICELEISTUNGEN. Es gibt viele Ideen und Möglichkeiten wie lizenzierte AusbilderInnen ihr individuelles Ausbildungsprogramm bzw. ihr Angebot an ihre "Kunden" erweitern können, z. B. könnte ein/e TennislehrerIn eine Frühjahrsaktion starten: "Zehn Trainerstunden, um wieder in Schwung zu kommen!" Oder: "Buchen Sie bei mir zehn Trainerstunden und Sie werden sich in Ihrem ITN um drei Zehntel verbessern!"

NEUE PLATTFORM. Was gut funktioniert, soll künftig auch kommuniziert werden. Und zwar auf einer für Coaches und Kunden transparenten Internetplattform, auf der lizenzierte AusbilderInnen mit ihrem Aus- und Fortbildungsstand, ihrem Kursangebot, ihren Spezialisierungen, ihren Preisen etc. dargestellt werden. Das Ziel dieser Internetplattform ist, dass jede/r staatlich ausgebildete TrainerIn in Österreich mit seiner eigenen elektronischen Visitenkarte vom ÖTV im World Wide Web präsentiert werden wird. Sobald sich also z. B. Eltern in ihrer Umgebung auf die Suche nach einem/r lizenzierten TennislehrerIn für ihren Sohn oder ihre Tochter begeben, braucht es künftig nur mehr einen Mausklick und sie haben sofort diese Information.

WEITER- UND FORTBILDUNG. Einer der wichtigsten Punkte im ÖTV-Lizenzierungssystem wird künftig die regelmäßige Fort- und Weiterbildung der Tennis-Lehrenden sein. Einerseits mithilfe von internationalen Experten wie z. B. Amos Mansdorf bei unserer ersten Fortbildungsveranstaltung am 13. Oktober. Andererseits aber auch in Form von Workshops, die durchaus auch von erfahrenen lizenzierten TrainernInnen geleitet werden können. Dies kann auch  um Rechts- und Steuerfragen erweitert werden.

AUSBILDUNG FÜR EX-PROFIS. Wie stark meine Bekenntnis zur Qualifikation der staatlichen Ausbildung ist, möchte ich aber auch damit zum Ausdruck bringen, dass alle ehemaligen Davis Cup- und Fed Cup-SpielerInnen angehalten und motiviert werden, die staatliche Ausbildung zu machen, ehe sie für den ÖTV überhaupt tätig werden können.

"COACH THE COACHES". Damit ist gemeint, dass sich erfahrene lizenzierte Tennislehrende regional jungen TrainernInnen, die gerade aus der staatlichen Ausbildung kommen, annehmen, sie einschulen, anleiten und mit Aufgaben versehen. Eine weitere Aufgabe, die auf lizenzierte TrainerInnen zukommen wird, ist aber auch die Übernahme von Managementaufgaben in den Vereinen, da es den typischen Verein aus der Vergangenheit, längst nicht mehr gibt. Der ÖTV wird diese TrainerInnen dabei aktiv unterstützen.

KEINE SCHWARZARBEIT. Natürlich ist für uns auch ein zentrales Thema, dass unqualifizierte, nicht staatlich Ausgebildete vielerorts sozusagen "schwarz" immer noch Trainerstunden geben. Alle, die "Tennis lehren" wollen, müssen künftig eine staatliche Ausbildung zum/zur InstruktorIn, LehrerIn oder TrainerIn abgeschlossen haben und sich regelmäßig fortbilden. In diesem Gesamtkonzept wollen wir daher auch der Funktion des Übungsleiters die richtige Zuordnung geben.

MEINE VISION. Insgesamt sollen mit dem ÖTV-Lizenzierungssystem hohe Qualitätsstandards bei den österreichischen Tennis-Lehrenden geschaffen werden und das Berufsbild der InstruktorenInnen, LehrerInnen und TrainerInnen in Österreich gestärkt und aufgewertet werden. Ich hoffe, dass diese Ideen im Sinne aller jenen sind, die in Ausbildung und Qualität investieren, und ihnen damit der Rücken gestärkt wird.

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