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Billie Jean King Cup

Gänsehaut, ein Hofknicks und viele gute Gründe

Barbara Schwartz, Petra Schwarz und Marion Maruska erinnern sich an ihre Nationalteam-Einsätze.

NÖTV-Jugendkoordinatorin Barbara Schwartz

Viel steht auf dem Spiel, wenn die ÖTV-Damen demnächst zum ersten Bille-Jean-King Cup-Heimspiel seit 14 Jahren antreten. Drei rot-weiß-rote Teamlegenden sagen, warum sich echte Fans das nicht entgehen lassen dürfen und erinnern sich an ihre eigenen Länderspielhighlights.

Wenn das Alpstar Austria Billie Jean King Cup Team am 11. und 12. im Multiversum Schwechat zum Play-off-Duell mit Lettland aufläuft, dann geht’s um nicht weniger als die Möglichkeit, sich im kommenden Frühjahr für die Billie Jean King Cup Finals 2023 der zwölf weltweit besten Nationalmannschaften zu qualifizieren. Wie die Chancen der rot-weiß-roten Equipe dafür stehen, hängt ein Stück weit auch von der Aufstellung der Gegnerinnen ab. So dürfen die Baltinnen auf ein Antreten ihres Superstars Jelena Ostapenko hoffen. Die mittlerweile 25-jährige Rechtshänderin siegte 2017 in Roland Garros, erreichte 2018 das Halbfinale von Wimbledon und im selben Jahr mit Rang fünf ihre bislang beste Weltranglistenplatzierung. Aktuell steht die Gewinnerin von fünf WTA-Titeln und rund zwölf Millionen US-Dollar Preisgeld auf Platz 17.

Was im Billie Jean King Cup aber alles möglich ist, haben Lettland und Ostapenko erst im April 2021 erlebt. Damals schaffte es der Superstar – trotz Heimvorteil –, Indiens Ankita Raina, derzeit Nummer 274 der Welt, erst im dritten Satz mit 7:5 niederzuringen. Was könnte da alles auch für Österreichs frischgebackene Top-100-Spielerin Julia Grabher oder unsere Aufsteigerin Sinja Kraus, die sich seit Herbst 2020 um sagenhafte 630 Weltranglistenpositionen zuletzt auf 195 verbessern konnte, drinnen sein? Und: Lettland ist nicht Jelena Ostapenko allein! Deren mögliche Teampartnerinnen Daniela Vismane, Darja Semenistaja und Diana Marcinkevica rangieren auf Weltranglistenplätzen zwischen 265 und 307 (Stand: 2.10.). Das Zünglein an der Waage könnte also durchaus der von fairer, aber intensiver Länderspielatmosphäre und Teamgeist befeuerte Heimvorteil in Niederösterreich sein.

Apropos „intensiv“ und „Teamgeist“. Drei Fixgrößen im heimischen Tennis sind ihre Auftritte für Österreich in lebhafter Erinnerung. Barbara Schwartz etwa, die mit Siegen über Stars wie Iva Majoli, Monica Seles oder Lisa Raymond die Semifinalteilnahmen 2002 und 2004 mit ermöglichte, erlebte gar serielle „Magic Moments“. Die nunmehrige Nachwuchskoordinatorin im NÖTV hält bei einer Gesamtbilanz (Einzel- und Doppelpartien) von neun Siegen und acht Niederlagen und liebte es nämlich besonders, als Teil einer Mannschaft für ihr Land antreten zu dürfen: „Ich will als Highlight gar kein einzelnes Match herausstreichen. Ich kriege einfach hier und jetzt beim Erzählen noch immer Gänsehaut, wenn ich mich erinnere, wie einzigartig es sich anfühlt, mit deinem Team im ÖTV-Trainingsanzug dazustehen und die Bundeshymne zu hören!“

Für NÖTV-Präsidentin Petra Schwarz, die insgesamt 22 Cup-Matches bestritt (elf Siege / elf Niederlagen), war der nunmehrige Billie Jean King Cup ebenfalls schon immer ein Highlight. Dass die ÖTV-Damen insgesamt dreimal (Anmerkung: 1990, 2002, 2004) ins Semifinale einziehen konnten, ist für Schwarz nicht hoch genug zu bewerten: „Man darf nicht vergessen, dass es Österreich unter den besten Teams der Welt bereits dreimal „aufs Stockerl“ geschafft hat! Neben vielen sportlichen Erinnerungen denke ich auch sehr gern an witzige Episoden wie unser ‚Training’ für den Knicks vor der Royal Box bei einem Match in Großbritannien zurück – eben an die schon damals immer sehr gute Stimmung im Team!“

Von 1991 bis 2002 in sechs Länderspielen zum Einsatz gekommen ist Marion Maruska, die heute im ÖTV nicht nur als Sport- und Nachwuchskoordinatorin, sondern auch als Kapitänin des Billie Jean King Cup Teams wirkt. Sie streicht in ihren Erinnerungen ebenfalls speziell den Teamspirit heraus: „Obwohl ich damals selbst nicht auf dem Platz gestanden bin, war natürlich der 3:2-Auswärtserfolg in Amerika vor mehr als 4000 USA-Fans ein unglaubliches Erlebnis! Wir haben schon in der Woche davor über unsere letztlich tatsächlich wahr gewordene Vision gesprochen, wie es sein würde, wenn wir als Siegerinnen mit der österreichischen Fahne über den Platz laufen. Als Highlight, bei dem ich selber einen wichtigen Punkt beisteuern konnte, fällt mir mein Sieg auswärts in Bratislava, über den damaligen Jungstar der Slowakei, Daniela Hantuchova, ein.“

Bei aller Süße der Erinnerung sind sich alle drei Expertinnen sicher, dass der vielzitierte Teamgeist auch Teil jener Truppe ist, die dann am 11. und 12. November 2022 in Schwechat gegen Lettland ran darf. Die Gründe, warum wahre Tennisfans in Schwechat unbedingt dabei sein sollten, fassen Barbara Schwartz, Petra Schwarz und Marion Maruska unisono so zusammen:

  • 14 Jahre (!) nach dem letzten Heimspiel in Dornbirn im April 2008 (Anmerkung: 2:3 gegen die Schweiz) kann man Österreichs aktuell beste Tennisdamen endlich wieder daheim anfeuern und eine einzigartige Länderspielatmosphäre mitkreieren.
  • Mit Julia Grabher hat es unlängst nach langem wieder eine Österreicherin in den erlauchten Kreis der besten 100 Spielerinnen der Welt geschafft. Ein mögliches Duell mit Superstar Jelena Ostapenko könnte ein Hit werden.
  • Die erst 20-jährige Sinja Kraus hat in der Weltrangliste einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt und sich innerhalb von nicht einmal zwei Saisonen um über 600 Plätze verbessert. Auch 2022 konnte sie neuerlich mehrmals noch deutlich besser platzierte Gegnerinnen bezwingen.
  • Weitere Teamkandidatinnen wie Barbara Haas, die sich zuletzt von den hartnäckigen Folgen einer Verletzung erholen konnte, oder Melanie Klaffner, die speziell im Doppel auf einen möglichen, dann bereits 26. Cup-Einsatz hoffen darf, sind ebenfalls Garantinnen für eine Extraportion Energie auf dem Platz und attraktives Tennis.

Tickets sind über www.oeticket.com erhältlich, der Zwei-Tages-Pass kostet 49 Euro. Zusätzlich gibt es folgende attraktive Ermäßigungen:

  • ÖTV-Lizenznehmer U14 erhalten 50 % Preisnachlass pro Ticket
  • ÖTV-Lizenznehmer über 14 Jahre erhalten 10 % Preisnachlass pro Ticket
  • NÖ-Card-Besitzer erhalten 25 % Preisnachlass pro Ticket

Text: Fritz Hutter (www.fritzhutter.com)

NÖTV-Präsidentin Petra Schwarz
ÖTV-Sport- und Jugendkoordinatorin Marion Maruska

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