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ATP

FÜRTH: KÖLLERER OHNE SATZVERLUST ZUM TURNIERSIEG

Im Finale des 42.500-Euro-Challenger in Fürth (D) revanchierte sich Daniel Köllerer (Bild) an Santiago Giraldo für das Semifinal-Out von Alexander Peya und holte sich seinen ersten Challenger-Titel seit 2005.

Köllerer toppt seine Show mit dem Turniersieg
Klickte man in diesen Tagen die Website des 42.500-Euro-Challengers von Fürth (www.schickedanz-open.com), schwappte einem pure Begeisterung entgegen. "Willkommen zur Köllerer-Show" war etwa nach dem Semifinale zu lesen. Und: "Es wäre dem Österreicher und nicht zuletzt auch dem internationalen Spitzentennis zu wünschen, dass ein polarisierender Charakter für Furore auf den Center Courts dieser Welt sorgt." Mit dem 6/1-, 6/3-Finalsieg über Santiago Giraldo hat Daniel "Crazy" Köllerer einen weiteren Schritt in diese Richtung gesetzt. Im gesamten Turnierverlauf war er ohne Satzverlust geblieben und hatte sich damit den ersten Challenger-Turniersieg seit 2005 gesichert. Köllerer-Manager Manfred Narejka: "Der erste Challenger-Titel seit Kiew im September 2005 hat sich für Dani jedenfalls gelohnt. Er kann sich über 60 ATP-Punkte freuen. Im Ranking hat er dadurch 20 Plätze gutgemacht und ist ab sofort die Nummer 144 der Welt und somit hinter Melzer und Koubek die neue Nummer 3 in Österreich."

Wie der Tag begann ...
... und wie er endete - nachzulesen auf www.schickedanz-open.com: Die "Koellerer Show" begann bereits morgens um 10 Uhr, als der Österreicher in das Turnierbüro kam und darum bat, mit musikalischer Untermalung auf dem Center Court trainieren zu dürfen. Sido, EAV, Grönemeyer und Falko dröhnten über die Anlage und sorgten bei Koellerer, dem Schickedanz Open Team und den ersten Zuschauern für gute Stimmung. Während des Einzelfinals präsentierte sich Koellerer äußerst motiviert und fokussiert; mit präzisen Grundschlägen, sehr guter Beinarbeit und gefühlvollen Stopps brachte er Santiago Giraldo (COL) mehrfach an den Rand der Verzweiflung. Nahezu zeitgleich mit der Verwandlung des Matchballs fielen die ersten Regentropfen über der Tennisanlage des TV Fürth 1860. Im "Blitzlichtgewitter" des Unwetters und der Fotografen brach Koellerer an der Grundlinie zusammen, verharrte minutenlang am Boden und ließ seinen Tränen freien Lauf. Bei der anschließenden Siegerehrung war der Österreicher, der den Turniersieg seiner schwer kranken Mutter widmete, noch so sehr von
seinen Gefühlen überwältigt, dass er nur unter Schluchzen einige Worte an das Publikum richten konnte.
Koellerers Traum vom ersten "doppelten Erfolg" in Fürth seit dem Jahr 1991, als sich Marcos Gorriz sowohl im Einzel als auch im Doppel in die Siegerlisten eintragen konnte, wurde am heutigen Tag nicht erfüllt. Der souveräne Auftritt der topgesetzten Paarung Alexander Peya (AUT)/Philipp Marx (GER) verhinderte das persönliche Happy End. Für Koellerer, der sich durch seinen Einzelsieg etwa auf Position 145 des ATP Rankings verbessern wird, ist dies ein guter Grund, im nächsten Jahr wieder nach Fürth zu kommen.

Erstes Köllerer-Finale seit Juli 2007

... und da war es nur mehr einer: Nichts wird es mit einem Finale Daniel Köllerer gegen Alexander Peya, denn von den beiden überstand nur Köllerer das Semifinale.Österreichs Nummer 4 musste allerdings um sein erstes Finale seit Juli 2007 (Rimini) hart kämpfen. Denn erstmals in der 30-jährigen Geschichte des Dambacher Challenger Turniers sah es so aus, als müsste das zweite Halbfinale am Finalsonntag ausgetragen werden. Blitz, Donner und Starkregen sorgten zunächst für eine Unterbrechung des Spielbetriebs. Nachdem sich das Unwetter gegen 17:30 Uhr verzogen hatte, inspizierte ATP-Supervisor Tom Barnes den Center Court und entschied, die Begegnung zwischen Daniel Koellerer (AUT) und Alexandre Sidorenko (FRA) dreißig Minuten später fortzusetzen. Mit dem gewonnenen ersten Satz im Rücken und von seiner Mentaltrainerin in der Pause noch einmal neu eingestellt, holte sich Koellerer nach der Wiederaufnahme des Spiels zunächst das Rebreak zum 2:3 und pushte sich anschließend mit lauten Anfeuerungsrufen zum 7/6-, 6/4-Sieg. Alexander Peya hingegen konnte seine Bilanz gegen Santiago Giraldo nicht aufbessern: Nach den French Open hatte der Kolumbianer auch in Fürth die Nase vorne - 7:6, 6:3.

Revanche für Paris?
Kommt es zu einem rein österreichischen Finale? Im Doppelbewerb von Fürth ist das Alexander Peya (mit Partner Philipp Marx) und Daniel Köllerer (mit Frank Moser) bereits gelungen, im Einzel könnten die Semifinalgegner von Peya (Santiago Giraldo/COL) und Köllerer (Alexandre Sidorenko/FRA) den beiden noch ein Bein stellen. Während für Köllerer sein Gegner ein No-name ist, ist Peya der Kolumbianer Giraldo noch in schmerzlicher Erinnerung: In der ersten Quali-Runde der French Open wurde er von ihm in zwei Sätzen aus dem Bewerb geworfen.

Hohe Hürde für Peya im Viertelfinale

Zwei Mal ist Alexander Peya (ATP 215) 2008 bereits der Einzug in ein Challenger-Finale gelungen - im Februar im französischen Besancon, im März in Sarajewo. Beim 42.500-Euro-Challenger in Fürth (GER) nähert er sich wieder vorsichtig seiner alten Form an. Im Achtelfinale hatte der 27-jährige Wiener mit dem Deutschen Julian Reister kein Problem und fuhr über ihn mit 6/2, 6/3 hinweg. In der Runde der letzten acht wartet jetzt Dawid Olejniczak auf ihn. Der Pole rangiert 18 Plätze vor Peya in der Weltrangliste und ist nicht nur deshalb leicht zu favorisieren: In Mexico City konnte er sich heuer - im Gegensatz zu Peya - bereits in die Liste der Turniersieger eintragen.

Köllerer cool ins Viertelfinale
Als zweitem Österreicher nach Peya ist Daniel Köllerer der Einzug ins Viertelfinale gelungen. Der 24-jährige Welser besiegte im Achtelfinale den Deutschen Alexander Fock mit 6/4, 6/4. Im zweiten Satz kassierte Köllerer gleich zu Beginn ein Break, was den ehemaligen Court-Rabauken aber nicht aus dem Konzept warf. Nach Rom und Bogota, wo Köllerer jeweils das Semifinale erreichte, ist Fürth bereits das dritte Viertelfinale auf Challenger-Ebene in dieser Saison. Im Doppel sind die beiden Österreicher sogar schon einen Schritt weiter: Peya mit Partner Philipp Marx (GER) und Daniel Köllerer mit Frank Moser (GER) an seiner Seite stehen bereits im Halbfinale.

wowo

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