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ATP

FRENCH OPEN: GROSSARTIG GEKÄMPFT, ABER DENNOCH VERLOREN

Jürgen Melzer (Bild) unterliegt im Semifinale der French Open Rafael Nadal in drei Sätzen.

Melzer verliert
(4.6.2010)
Das "Paris-Märchen" von Jürgen Melzer ist am Freitag bei den French Open zu Ende gegangen. Österreichs Nummer eins musste sich nach seinem Sensationslauf in Paris erst im Semifinale "Sandplatzkönig" Rafael Nadal nach einer Spielzeit von 2:09 Stunden mit 2:6, 3:6, 6:7(8) geschlagen geben. Melzer zeigte gegen den Weltranglisten-Zweiten phasenweise jenes Tennis, das ihn zurecht bis unter die letzten vier in Paris brachte und forderte Nadal voll. Am Ende war gegen den nahezu perfekt agierenden Spanier, der in Roland Garros seinen 37. Sieg im 38. Spiel feierte, aber kein Kraut gewachsen. Trotz der Niederlage kann sich Melzer nach dem besten Turnier seines Lebens mit 280.000 Euro Preisgeld und der besten Platzierung seiner Karriere trösten. Laut ATP wird der 29-Jährige am Montag als Nummer 16 der Welt aufscheinen - dem zweitbeste Ranking eines Österreichers nach Thomas Muster in der ÖTV-Geschichte. Auf dem Weg zu seinem fünften French-Open-Titel trifft Nadal nun am Sonntag im Endspiel auf "Angstgegner" Robin Söderling, der ihn bislang als einziger Spieler bei den French Open besiegen konnte. Der Schwede setzte sich nach hartem Kampf gegen den Tschechen Tomas Berdych 6:3 3:6 5:7 6:3 6:3 durch.  (Quelle: www.orf.at)

Freitag: Semifinale Jürgen Melzer - Rafael Nadal

(2.6.2010)
Der Erfolgslauf von Jürgen Melzer bei den French Open in Paris ist noch lange nicht zu Ende! Österreichs Nummer eins rang den Serben Novak Djokovic in fünf Sätzen nieder und steht sensationell im Semifinale. Melzer lag gegen die Nummer drei des Turniers bereits mit zwei Sätzen im Rückstand, schaffte aber mit großartigem Tennis noch den Satzausgleich und setzte sich schließlich nach einer Spielzeit von 4:16 Stunden mit 3:6, 2:6, 6:2, 7:6(2), 6:4 durch. Im Semifinale trifft der 29-Jährige, der bereits 280.000 Euro und eine Position unter den Top 20 der Welt in der Tasche hat, auf niemand Geringeren als Rafael Nadal. Der Spanier setzte sich gegen seinen Landsmann Nicolas Almagro 7:6 (7/2) 7:6 (7/3) 6:4 durch und ist damit in diesem Jahr auf Sand (20 Spiele, Anm.) noch ungeschlagen.  Im direkten Head-to-Head führt Nadal mit 2:0. 2008 besiegte er Melzer bei den Olympischen Spielen auf Hardcourt mit 6:0, 6:4, ein Jahr gewann er in Madrid mit 6:3, 6:1.

"Das Match meines Lebens"
"Das ist ein historischer Moment für mich. Es war ein hartes Match, ich habe immer gekämpft. Ich war zwei Sätze und ein Break hinten, aber ich habe zu mir gesagt: 'Warum aufgeben?'", strahlte Melzer. "Danach habe ich ein wenig mein Spiel umgestellt, und es hat funktioniert. Es ist eine Riesengenugtuung. Natürlich war das das Match meines Lebens, keine Frage. Ich war 0:2 Sätze hinten gegen die Nummer drei der Welt und habe es umgedreht. Viel mehr brauche ich, glaube ich, nicht mehr dazusagen."  Auch Djokovic benögte danach lange Zeit, um die richtigen Worte zu finden. "Ich bin natürlich sehr enttäuscht, dass ich ein Match verloren habe, das ich total unter Kontrolle hatte mit 2:0 Sätzen und einem Break. Aber das ist Tennis, das ist Grand Slam. Du musst immer bis zum Ende durchspielen, weil diese Dinge passieren, besonders in dieser Phase des Turniers."

Auf den Spuren Thomas Musters
Jürgen Melzer ist erst der zweite Österreicher, der im Einzel diese Phase in einem Major-Turnier erreicht hat. Zuvor war dies nur Thomas Muster gelungen und zwar vier Mal: Bei den Australian Open 1989 und 1997 sowie den French Open 1990 und 1995. Vor 15 Jahren gewann Muster in Paris danach auch das Turnier. Melzer sicherte sich damit nicht weniger als 280.000 Euro, also seinen bisher wertvollsten Preisgeld-Scheck, sowie 720 ATP-Punkte für die Weltrangliste, in der er nun klar in die besten 20 eindringen wird. Die Top 20 hatte er als fünfter männlicher ÖTV-Spieler nach Muster, Gilbert Schaller, Horst Skoff und Stefan Koubek schon vor dem Viertelfinale laut ATP sicher gehabt.

Was sagen die Medien?

"Jubel nach furioser Aufholjagd" (www.orf.at)
"Melzer nach Marathonmatch im Halbfinale" (www.kurier.at)
"Melzer kämpft sich gegen Djokovic ins Halbfinale" (www.krone.at)
"Die Sensation ist perfekt" (www.diepresse.at)
"Die Paris-Sensation heisst Jürgen Melzer" (www.standard.at)
"Wahnsinn! Melzer sticht den "Djoker" aus!" (www.laola1.at)
"Unglaublicher Melzer im Paris-Semifinale" (www.tennisnet.com)
"Potenzieller Erbe von Muster trifft jetzt auf Nadal" (www.news.at)
"Nadal und Melzer bei French Open im Halbfinale" (www.tennismagazin.de)
"Melzer schafft die große Sensation" (www.eurosport.de)

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"Das war geil"
(31.5.2010)
Während der Live-Übertragung auf ORF 1 sagte Co-Kommentator Alexaner Antonitsch das, was den meisten beim Anblick der bewegten Bilder durch den Kopf geschossen war: "Das war geil!" Zwölf Jahre nach Thomas Muster steht mit Jürgen Melzer wieder ein Österreicher im Viertelfinale der French Open in Paris. "Viertelfinale klingt sehr schön", strahlte er in der Pressekonferenz nach seinem Sieg. "Es ist einfach unglaublich, dass ich jetzt hier sitzen kann und jetzt so weit bin in einem Grand Slam. Alle haben immer geredet, wird er irgendwann eine zweite Woche erreichen. Und ich habe im Viertelfinale auch meine Chancen." In 2:55 Stunden hatte Österreichs Nummer 1 den Russen Teimuras Gabaschwili mit 7:6(6), 4:6, 6:1, 6:4 besiegt und es dabei mit einem Gegner zu tun gehabt, der Winner aus allen Ecken und Situationen geschossen hatte. Die wichtigen Punkte gingen allerdings an den 29-Jährigen aus Deutsch-Wagram. Melzer ist der insgesamt vierte Österreicher bei den Herren nach Peter Feigl, Thomas Muster und Stefan Koubek, der die Runde der letzten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht hat. Zuletzt war dies Koubek vor acht Jahren bei den Australian Open gelungen. Ein Halbfinale hat bisher nur Thomas Muster (vier Mal) erreicht.

Zwei Österreicher unter den besten acht, einer sogar schon im Halbfinale
Melzer trifft nun auf den an drei gesetzten Serben Novak Djokovic, gegen den er bisher zweimal gespielt und beide Duelle verloren hat: 2006 im Finale von Metz (6:4, 3:6, 2:6) bzw. 2009 im Viertelfinale in Halle (1:6, 4:6). Dennoch zeigt die Nummer 3 der Welt gehörigen Respekt: "Er hat bisher großartig gespielt und ist definitiv ein Spieler, auf den man aufpassen muss. Er hat einen überraschenden Sieg über Ferrer gefeiert, aber er hat gegen ihn wie ein Top-Ten-Spieler gespielt. Ich würde mich nicht so viel höher einstufen." Österreichs Bilanz beim zweiten Grand Slam-Turnier des Jahres kann sich bisher sehen lassen: Mit Melzer sowie mit Oliver Marach/Lukasz Kubot, die erst im Viertelfinale den an Nummer zwei gereihten Daniel Nestor/Nenad Zimonjic (CAN/SRB) mit 5:7 und 3:6 unterlagen, stehen bzw. standen zwei Österreicher im French Open-Viertelfinale. Julian Knowle/Andy Ram (ISR) sind sogar schon einen Schritt weiter: Das an Nummer 10 gesetzte Duo besiegte am Dienstag das brasilianische Duo Marcelo Melo/Bruno Soares mit 6:7, 6:2, 6:0, die in der 2. Runde die topgesetzten Bryan-Brüder ausgeschaltet hatten. Knowle/Ram treffen nun im Kampf um einen Platz im Endspiel auf die an Nummer 3 gereihten Lukas Dlouhy/Leander Paes (CZE/IND).

EINE AUFZEICHUNG SOWIE EINE MITSCHRIFT DER PRESSEKONFERENZ NACH JÜRGEN MELZERS ACHTELFINAL-SIEG FINDEN SIE HIER


"Endlich hab ich's!"

(31.5.2010)
Mit einem Kniefall wie nach einem Turniersieg, einem lauten Schrei und dem Pochen auf sein Herz dokumentierte Melzer auf dem Court 1 die Erleichterung, die er verspürt hat. "Endlich hab ich's, endlich vorbei. Gewonnen, vierte Runde, zweite Woche und jetzt fängt das Turnier an", schilderte Melzer später seine ersten Gedanken nach der Verwertung gleich des ersten Matchballs. Als insgesamt erst fünfter ÖTV-Spieler bei den Herren nach Peter Feigl, Thomas Muster, Alexander Antonitsch und Stefan Koubek erreichte Melzer damit das Achtelfinale bei einem der vier Majors. Zuletzt war dies Koubek vor mittlerweile acht Jahren (2002 Viertelfinale) bei den Australian Open gelungen. Melzer hat sich erstmals einen Platz in den Top 25 gesichert, ebenso hat er mindestens 70.000 Euro gewonnen.

Gute Chancen auf noch mehr
"Das war ein extrem wichtiger Sieg für mich. Ferrer ist kein Unbekannter auf Sand, den muss man erst einmal schlagen, und ich habe ihn doch deutlich geschlagen", freute sich Melzer. "Es ist halt wichtig, dass man dabei bleibt und weiter an sich glaubt. Ich habe nie aufgehört, daran zu glauben, das ist ein Punkt, in dem ich mich am meisten verbessert habe." Der zweifache Turniersieger stuft nur einen Erfolg höher ein: "Wien würde ich auf alle Fälle noch drüberstellen", spricht er den Triumph bei der Bank-Austria-Trophy im vergangenen Herbst an. Und nun hat der Deutsch Wagramer, der auch diesmal von Freundin Mirna Jukic und seinen Eltern angefeuert wurde, eine reelle Chance, hier sogar noch einen Schritt weiter zu machen: Denn der russische Qualifikant Teimuras Gabaschwili, aktuell nur 114. im ATP-Ranking, marschierte nach drei Zwei-Satzsiegen in der Qualifikation und drei weiteren Drei-Satz-Erfolgen ohne Satzverlust ins Achtelfinale. Der 6:4, 6:4, 6:2-Erfolg über den als Nummer 6 gesetzten US-Amerikaner Andy Roddick darf getrost als Sensation bezeichnet werden und Melzer war das freilich nicht unrecht.

"Er hat verdient gewonnen"
"Gabaschwili ist mir nicht unangenehm, das muss ich ehrlich sagen", sagte Melzer, der einmal in der Qualifikation für Hamburg 2006 einen glatten 6:2, 6:3-Sieg gegen den Russen gefeiert hat. "Man hat gesehen wie der spielen kann, jetzt zeigt er es schon sechs Partien hintereinander." Für Melzer ist der 25-jährige, gebürtige Georgier, der ein bisschen wie Quentin Tarantino aussieht, ein "sehr gefährlicher Spieler". Mit variantenreichem Spiel glaubt Melzer aber auch diese Nuss knacken zu können. Wer einen Ferrer auf Sand schlägt, muss sich freilich vor Gabaschwili nicht fürchten. David Ferrer zollte Melzer nach seiner Niederlage vollen Respekt: "Melzer hat großartiges Tennis gespielt, er hat viel besser als ich gespielt. Er hat verdient gewonnen. Mein Fehler war, dass ich auf den Platz gegangen bin und auf seine Fehler gewartet habe. Melzer hat unglaublich gespielt. Ich habe die Taktik auf dem Platz verloren, aber die Wahrheit ist, dass er alles gut gemacht hat, um mich in diese Situation zu bringen."
(Quelle: APA)

Knowle/Ram im Viertelfinale
Auch Julian Knowle mischt bei den French Open in Paris gemeinsam mit Andy Ram noch "vorne" mit: Der österreichisch-israelischen Paarung gelang der Sprung ins Viertelfinale des Doppelbewerbs. Das an 10 gesetzte Duo feiert am Sonntag einen glatten 7:6 (2), 6:2-Erfolg über Nicolas Almagro/Santiago Ventura (ESP/ESP), wobei Knowle/Ram in der gesamten Partie keinen einzigen Breakball zu "knacken" hatten. Der Vorarlberger und sein israelischer Partner treffen nun entweder auf Marcelo Melo/Bruno Soares (BRA) oder Daniele Barcciali/Potito Starace (ITA).

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