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FRENCH OPEN: DOMINIC THIEM UNTERLIEGT NUR KNAPP IM FINALE! +++ ZWEI PUNKTE FEHLTEN ZUM GROSSEN TRIUMPH

Erstmals seit Jürgen Melzer im Jahr 1999 griff mit Dominic Thiem (Bild) ein Österreicher nach dem Junioren-Titel bei einem Grand Slam-Turnier. Im Endspiel musste sich Thiem allerdings Björn Fratangelo in drei Sätzen geschlagen geben. Für Österreichs größtes Nachwuchstalent ist dieser Finaleinzug aber dennoch der größte Erfolg in seiner noch jungen Karriere.


ROLAND GARROS / JUNIOREN


5. Juni 2011

DREI-SATZ-NIEDERLAGE!3. Juni, 18:43 Uhr, auf Eurosport lässt sich der Moderator kurz von der Semifinal-Partie zwischen Roger Federer und Novak Djokovic ablenken: "Eine Information für unsere österreichischen Tennisfans. Mit Dominic Thiem steht ein 17-jähriges Tennistalent, das in Wien bei Günter Bresnik trainiert, im Finale. Thiem besiegte Mate Delic in drei Sätzen. Aus diesem Burschen könnte tatsächlich etwas werden. Österreichs größtes Tennistalent erreichte mit seinem 3:6, 6:3, 6:1-Sieg über Delic sein erstes Grand Slam-Finale, musste sich dort allerdings dem 17-jährigen US-Amerikaner Björn Fratangelo (ITF 21) mit 6:3, 3:6, 8:6 geschlagen geben. Trotz seiner neun Asse hatte Thiem auch heute wieder mit seinem Aufschlag zu kämpfen - nur 32 Prozent der ersten Aufschläge fanden im ersten Satz ihren Weg ins Feld. Trotzdem erwischte Thiem, der im Turnierverlauf vor dem Finale nur einen Satz abgeben musste, einen Blitzstart und legte mit dem Break zum 3:1 den Grundstein zum Gewinn des ersten Satzes. Nach 33 Minuten servierte er zum 6:3 aus. Im zweiten Satz sank das First Service-Percentage unter 30 Prozent. Folge waren zwei Breaks Fratangelos und ein 0:4-Rückstand. Thiem kämpfte, holte ein Break auf und stellte auf 2:4 und 3:5, ehe Fratangelo aber doch den Satzausgleich herstellte.

ZWEI PUNKTE VOM SIEG ENTFERNT. Im dritten Satz konnte sich bis zum Stand von 4:4 keiner der beiden Spieler eine Breakchance erarbeiten. Dann musste Thiem  erstmals gehörig zittern, als er bei 4:4 und 30:40 sowie Vorteil Fratangelo zwei Breakchancen abzuwehren hatte. Doch der 17-Jährige befreite sich aus der heiklen Situation und setzte seinen Gegenspieler mit dem Game-Gewinn unter Druck. Nun musste Fratangelo gegen den Matchverlust servieren. Das US-Talent zeigte sich aber nervenstark, stellte zu null auf 5:5 und hatte auch beim nächsten Servicegame Thiems wieder einen Breakball. Wiederum gelang dem Niederösterreicher aber die Befreiung zum 6:5. Danach fehlten Thiem bei 6:5 und 30:30 nur zwei Punkte zum Triumph, doch Fratangelo war dem Druck erneut gewachsen und glich auf 6:6 aus. Es folgte das dritte Aufschlagspiel in Folge, in dem Thiem Breakbälle gegen sich hatte - diesmal bei 0:40 gleich drei am Stück. Fratangelo nützte gleich den ersten und stellte auf 7:6. Es war die Vorentscheidung, denn danach ließ Fratangelo nichts mehr anbrennen und holte sich nach etwas mehr als zwei Stunden Spielzeit den Titel.

GESTERN MELZER, MORGEN THIEM. Mit einem Sieg im Finale wäre Thiem in die Fußstapfen von Österreichs aktueller Nummer 1 getreten: Den bislang einzigen österreichischen Grand-Slam-Junioren-Titel im Einzel holte Jürgen Melzer im Jahr 1999 in Wimbledon, im gleichen Jahr hatte er in Melbourne im Doppel triumphiert. 1985 war auch der 17-jährige Thomas Muster im French Open-Endspiel der Junioren gestanden, hatte aber ebenfalls verloren. Zehn Jahre später sicherte er sich in Roland Garros den bisher einzigen in der Elite errungenen Einzel-Titel bei einem Grand-Slam-Turnier. Außer Muster 1995 und Melzer 1999 hat noch kein österreichischer Einzelspieler einen Major-Titel gewonnen.
(red./ORF)


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