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FONTANA: ROLLSTUHLTENNIS CHARITY EVENT

Am 20. Mai trafen sich in Oberwaltersdorf Österreichs beste Rollstuhltennis-Sportler, um gemeinsam mit Firmenvertreten und Profispielern am NOVOMATIC Wheelchair Tennis Team Cup teilzunehmen!

NOVOMATIC Wheelchair Tennis Team Cup - Ein voller Erfolg!
Im Tennis Point Fontana in Oberwaltersdorf, trafen sich am vergangenen Dienstag, zum 15. Mal die besten Rollstuhltennis-Sportler Österreichs. Alle A- und B-Kader Spieler haben bei diesem Event Startverpflichtung und es war wunderbar zu beobachten, dass bei angenehmer Atmospähre, Rollstuhltennis-Sportler und „Geher“ sehr gut miteinander. Jede teilnehmende Firma kaufte ein Team um 400 Euro und das die Teams setzten sich aus je einem Sponsorvertreter, einem Rolli und einem Gastspieler bzw. Profitennisspieler zusammen. Der Reinerlös kommt dem Referat Rollstuhltennissport zu Gute.

1988 hat ÖTV-Rollstuhltennis-Referent Bernhard Kührtreiber das Referat in den ÖTV eingebracht. Ausschlaggebend dafür war die zuvor erfolgte Aufnahme in die ITF, unter dem damaligen ÖTV-Generalsekretär Peter Nader. Damit war der Grundstein zur erfolgreichen Entwicklung des Rollstultennissports in Österreich gelegt. Gleichzeitig initiierte Bernhard Kühtreiber das heutige "Austrian Open" in Groß Siegharts, welches heute zu den wichtigsten Turnieren zählt und international einen hohen Bekanntheitsgrad aufweist. Von 20 Teilnehmern in den Anfängen steigerte sich das Teilnehmerfeld bis zu 100 Teilnehmern aus allen Kontinenten. Durch den Einstieg von Martin Legner im Jahr 1991 gings mit dem Österr. Rollstuhltennissport rasant nach oben. Per heute stehen 3 Leute (Martin Legner, Thomas Mossier, Harald Pfundner) in den Top 50 der ITF-Weltrangliste. Bei den Damen sind 4 Spielerinnen in den Top 110 (Margrit Fink, Annette Baldauf, Johanna Beyer, Henriett Koosz) zu finden.

Der heurige Höhepunkt für den Österreichischen Rollstuhltennissport sind sicherlich die Paralympics in Peking, die am 07. September beginnen. Österreich wird mit einem 3-köpfigen Team vertreten und mit ÖTV-Coach Susi Graber als Betreuerin in Peking dabei sein.

Auch im Nachwuchsbereich berichtet Bernhard Kühtreiber stolz vom erst 11-jährigen Wiener Nico Langmann. Erst seit Februar 07 trainiert Nico regelmäßig in Wien mit Karin Tesar und in Tirol mit Peter Höck. Nico ist der einzige jugendliche Rollstuhltennissportler Österreichs und spielt bereits bei den größeren Turnieren in Österreich in der allgemeinen Klasse. Neben seiner schulischen Ausbildung in einem Wiener Gymnasium, trainiert Nico jeden Samstag 2-3 Stunden und unter der Woche ab und zu mit seinem Bruder und seinen Eltern. Nico Langmann:" Ich bin sehr selbstkritisch und ehrgeizig und habe mir als großes Ziel, die Teilnahme an internationalen Turnieren gesetzt. Natürlich möchte ich irgendwann die Nummer 1 in Österreich werden. Bei der Charity im Fontana bin ich sehr gerne dabei, es macht viel Spass und ich sammle in allen Spielen Matcherfahrung!" Zur Frage nach seinem großen Vorbild kommt prompt die Antwort "natürlich Martin Legner! Es gibt keinen besseren als ihn!" Auch für sein Leben hat der sympathische Bursche eine klare Rangordnung: "Das Rollstuhltennis kommt gleich nach dem wieder Gehen lernen und meiner Familie, aber die Schule kommt zum Schluss!" sagt Nico Langmann, obwohl er Klassenbester ist. Als besondere Motivation erhielt Nico einen Sponsorvertrag von Wilson, überreicht vom Wilson-Gebietsleiter Ostösterreich Reinhard Wawra anläßlich der Siegerehrung!

Eine weitere Nachwuchshoffnung ist Philipp Nieke. Der 23-jährige Oberösterreicher begann im letzten Sommer und studiert derzeit in Wien Medizintechnik. Heuer möchte er bei allen internationalen Turnieren in Österreich an den Start gehen, Erfahrung sammeln aber zur Zeit steht das Studium im Vordergrund. Als Fernziel nennt Nieke auf jeden Fall die Teilnahme bei den Paralympics. Die körperlichen Voraussetzungen bringt der blonde Oberösterreicher auf jeden Fall dazu mit!

Am Rande des Charity-Events stand auch Österreichs Parade-Rollstuhltennis-Athlet, der Tiroler Martin Legner zu einem Gespräch zur Verfügung. Die aktuelle Nummer 7 der ITF-Weltrangliste im Einzel und im Doppel bestreitet jedes Jahr etwa 25 internationale Turniere, dazu kommen zahlreiche Einladungsturniere und Exhibitions. Legner:"Mein Zeitplan ist voll verplant und bis September bin ich mit Ausnahme einer Woche Pause nonstop unterwegs!" Letzte Woche erst, siegte Legner beim ITF 3 Turnier in Nürnberg und holte sich seinen 56. Internationalen Einzeltitel sowie den sagenhaften 164. Doppeltitel. Diese Titelsammlung beinhaltet 3 Masters-Titel, sowie alle Grand Slam Turniere bis auf Wimbledon im Doppel! Auf die Frage nach seinen Zielen antwortrt Legner:"Ich stecke mir jedes Jahr fast immer die gleichen Ziele, am Jahresende möchte ich beim Single-Masters in Amsterdam und beim Doppel-Masters in Brescia dabei sein und zu den besten 8 der Welt im Rollstuhltennis gehören. Ein typischer Trainingsalltag ist ähnlich dem eines Tennisprofis bei den „Gehern“, meistens trainiere ich sogar mit „Gehern“ und einmal die Woche mit einem Rolli, ansonsten steht viel Krafttraining am Programm! Für die Paralympics steht der Olympische Gedanke - Dabei sein ist Alles - im Vordergrund. In Barcelona 92, Atlanta 96, Sydney 2000 und Athen 2004 war ich immer knapp an einer Medaille dran, einmal im Einzel , einmal im Doppel. Die Reisen und das Training sind natürlich sehr kostenintensiv, deshalb möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei meinen Sponsoren Camozzi, Bank Austria, Novomatic, Windkraft, Nike, Wilson und auch beim ÖTV-Rollstuhltennisverband für die tolle Unterstützung bedanken!!!" Auf die Frage wie lange er noch spielen würde, meinte Legner (schmunzelnd...):“1992 hat mich ein Sportreporter bereits gefragt, wie lange ich noch spiele und ich hab gesagt, schau ma´mal!“ Auch zur Entwicklung des Österr. Rollstuhltennissports hat Martin Legner eine Meinung:"Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Athleten (die Kaderspieler), die gefördert werden können, die Teilnahme an vielen Turniern verursacht hohe Reisekosten. Meines Erachtens ist Rollstuhltennis die am besten organisierte Behindertensportart weltweit und Österreich ist seit vielen Jahren im World Team Cup bei den besten Nationen der Welt vorn dabei!"

Gesellschaftlich war der NOVOMATIC Wheelchair Tennis Team Cup im Fontana ein voller Erfolg und sportlich gesehen, sicherte sich das Team von Sony Ericcson mit GF Gerhard Belousek, Österreichs Nummer 1 Martin Legner und Harald Schelch den Turniersieg. Im Finale besiegte Sony Ericcson des Team der NÖ-Versicherung un die weiteren Plätze gingen an VAMED, Hyundai und NOVOMATIC.

bh

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