Davis Cup

Facelifting für den Daviscup

Testweise werden in den Zonen-Gruppen 2018 nur noch best-of-three-Matches gespielt, das Event dauert nur noch zwei Tage: Österreich trifft somit am 2. und 3. Februar daheim auf Weißrussland. Die Meinungen gehen auseinander.

Kapitän Koubek hofft, dass Dominic Thiem aufgrund des neuen Modus öfter für Österreich spielen wird. ©GEPA-Pictures

Der internationale Tennisverband ITF krempelt den Daviscup-Modus um. Als Testlauf werden im kommenden Jahr die Ländermatches in den Zonen – Österreich spielt in der Europa/Afrika-Zone 1 – nur noch an zwei Tagen und im best-of-three-Modus ausgetragen. Gestartet wird mit zwei Singles, tags darauf wird mit dem Dopel begonnen. Pro Team können fünf Spieler statt bisher vier genannt werden. In der Weltgruppe bleibt es vorerst bei best-of-five-Matches an drei Tagen.

„Dieser Test soll dem immer dichter werdenden Tennis-Kalender der Spieler entgegenkommen“, sagt ITF-Präsident David Haggerty, dessen Hauptziel es ist, den Topstars der Szene den Traditionsbewerb wieder schmackhaft zu machen. „Sollte dieser Versuch ein Erfolg sein, werden wir eine Einführung in der Weltgruppe nach 2018 erwägen.“

ÖTV-Daviscup-Kapitän Stefan Koubek steht den Neuerungen aufgeschlossen gegenüber, auch wenn bestimmt etwas vom Daviscup-Flair verloren gehen werde. „Ich persönlich finde das ein bisschen schade. Aber man ist in zwei Tagen fertig und weiß, ob man weiter ist. Die Spieler können besser disponieren und schon am
Sonntag zu Turnieren weiterreisen. Außerdem kann man jetzt immer ein ganzes Doppel mitnehmen und drei Einzelspieler, das ist super.“ Die Reduzierung auf zwei Gewinnsätze werde den Spielern bestimmt gefallen. „Weil es nicht mehr so tough ist. Ein Fünfsatz-Match ist halt einfach hart, denken wir an Skoff gegen Wilander, das hat mehr als sechs Stunden gedauert.“ Dies erhöhe auch „definitiv“ die Chancen, dass Dominic Thiem wieder mit von der Partie ist. „Vom Gefühl her glaube ich, dass die Reform etwas Gutes sein könnte. Die Topspieler werden wieder öfter zu sehen sein.“

ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda kann die Vorgangsweise der ITF nicht nachvollziehen. „Ich bin sehr verärgert, dass so eine wichtige Nachricht unerwartet, aus dem Nichts kommt. Wir verhandeln schon seit Wochen mit zwei Locations im Umland Wiens für die Partie gegen Weißrussland, und dass jetzt der Bewerb auf zwei Tage verkürzt wird, ändert natürlich die Ausgangslage drastisch. Schließlich lukrieren wir um einen Tag weniger Karten-Einnahmen, das ist beträchtlich.“ Dennoch kann Schweda dem Ansinnen der ITF prinzipiell Positives abgewinnen. „Es geht in die richtige Richtung. Auch ich bin der Meinung, dass der Bewerb für die Topspieler dadurch attraktiver wird.“

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