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Erster Schritt zur großen Bühne!

Die höchsten Stufen im internationalen Profitennis sind ATP- und WTA-Turniere, darunter folgen die Challenger-Turniere und davor wiederum die von der ITF organisierten Future-Turniere: 2013 waren es weltweit über 1000 Events. Mit insgesamt 14 Future-Turnieren 2013 wurde heuer heimischen SpielerInnen, die Möglichkeit geboten, quasi vor der eigenen "Haustür" Weltranglisten-Punkte, Preisgeld und Erfahrungen auf internationaler Ebene zu sammeln. Im Bild (v. li. n. re.): Yvonne Neuwirth, Bastian Trinker, Dennis Novak.


Die Zukunft hat viele Namen: "Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance", philosophierte seinerzeit Victor Hugo, französischer Schriftsteller im 19. Jahrhundert. Umgelegt auf den Tennissport von heute bedeutet das: 2013 wurden in Österreich insgesamt 14 Future-Turniere - jeweils dotiert mit 10.000 Dollar Preisgeld - veranstaltet "und heimischen SpielernInnen damit die Chance gegeben, quasi vor der eigenen Haustür Punkte für die Weltrangliste zu sammeln", so ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel. Bei den Damen in Bad Waltersdorf, Wien, Innsbruck und Pörtschach. Bei den Herren in Seefeld (zwei Turniere; Anm.), Telfs, Kramsach, Bad Waltersdorf, Wels, Innsbruck, Pörtschach, Vogau und St. Pölten. Insgesamt 28 Österreicherinnen standen dabei im Einzel-Hauptbewerb, bei den Herren waren es aufgrund der höheren Anzahl an Turnieren sogar 149 Spieler. Die erfolgreichsten SpielerInnen waren dabei Yvonne Neuwirth mit ihrem Finaleinzug in Bad Waltersdorf sowie die Turniersieger Patrick Ofner (Seefeld / u.), Dennis Novak (Wels) und Nikolaus Moser (St. Pölten). Die Termine der Future-Turniere 2014 werden bis Ende des Jahres auf www.oetv.at  veröffentlicht.

Future_SiegerInnen
 
Wie komme ich zu einer Wildcard?
Bei jedem Turnier vergibt der ÖTV in Absprache mit dem jeweiligen Veranstalter vier Wildcards. "Der ÖTV besitzt bei bestimmten internationalen Turnieren in Österreich eine festgelegte Anzahl an Wildcards, der Veranstalter verfügt über eine Wildcard für den Hauptbewerb", so Trimmel. "Diese Wildcards dienen dem ÖTV dazu, leistungsstarken nationalen NachwuchsspielerInnen, deren Ranglistenposition für eine direkte Aufnahme in den Hauptbewerb bzw. in die Qualifikation nicht ausreicht, trotzdem die Teilnahme an einem Herren- oder Damen-ITF-Future-Turniere in Österreich zu ermöglichen. Unsere SpielerInnen können um diese Wildcards aktiv anfragen." Das Procedere sieht dabei so aus: SpielerInnen, die bei der Vergabe einer Wildcard durch den ÖTV berücksichtigt werden wollen, müssen bis spätestens Montag 10:00 Uhr vor dem Turnierstart an wildcards@oetv.at eine schriftliche Anfrage stellen. Welche Angaben dafür benötigt werden, findet man unter diesem Link.

Neuwirth


"Gleiche Punkte, gleiches Preisgeld"

Welchen Vorteil bieten Future-Turniere vor der eigenen "Haustüre"? "Der wichtigste Hintergedanke ist dabei sicherlich, dass heimische SpielerInnen keine teuren Auslandsreisen auf sich nehmen müssen, um so vielleicht zu ihren ersten ATP- oder WTA-Punkten zu kommen", so Clemens Trimmel. "Statt dessen können sie in der Heimat um die gleichen Punkte (siehe unten Kasten) und das gleiche Preisgeld spielen, ersparen sich dabei aber die Reisekosten etwa zu einem Future in Griechenland, Ägypten oder der Türkei." In dieser Saison "sammelte" z. B. Patrick Ofner auf der Austria Future-Tour insgesamt 52 ATP-Punkte, bei Nikolaus Moser waren es 26, bei Dennis Novak 23, bei Yvonne Neuwirth (u.) 12 WTA-Punkte. Ihre GegnerInnen kamen in dieser Saison aus 37 Nationen* nach Österreich, um sich hier mit Lukas Jastraunig, Bastian Trinker, Jeannine Prentner, Karoline Kurz & Co zu messen.

* Diese Zahl bezieht sich auf SpielerInnen im Einzel-Hauptbewerb


WR_Punkte_Herren

WR_Punkte_Damen

Damen benötigen drei Ergebnisse, um ein WTA-Ranking zu erhalten.

Gemeinsam auf der Österreich-Tour
Konkret aus: Argentinien, Armenien, Australien, Bolivien, Bosnien & Herzegowina, Bulgarien, Chile, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Irland, Italien, Japan, Kolumbien, Kroatien, Lettland, Litauen, Mexiko, Philippinen, Polen, Portugal, Reunion, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, USA, Venezuela, Weissrussland. ÖTV-Geschäftsführer Mag. Thomas Hammerl: "Ich bin jedesmal begeistert von den Trainingsgemeinschaften von SpielernInnen, die teilweise sogar aus Australien anreisen und hier gemeinsam den Österreich-Circuit spielen. Der Teamgeist und das Miteinander dieser jungen SportlerInnen ist inspirierend." Eine Strategie, die weltweit längst zum Erfolg geführt hat: "Speziell in Spanien und Schweden reisen die SpielerInnen immer in Gruppen, motivieren sich gegenseitig und helfen einander weiter", Trimmel. "Schön langsam hält dieser Teamgedanke auch in Österreich Einzug, und das halte für die richtige Richtung. Wir müssen weg von dem "jeder für sich alleine"-Denken und hin zu konstruktiven Traininigsgruppen. Das macht Sinn."

Ofner

Kramsach! Wels! Wien! New York! London!
Dass rotweißrote Karrieren ihren Startschuss durchaus nicht nur fern der Heimat "verpasst" bekommen müssen, beweist auch das Beispiel Dominic Thiem: Der ÖTV-Spieler spielte 2010 in St. Pölten das erste Future-Turnier seiner Karriere, 2012 am gleichen Ort sein letztes, ein Jahr später brachte er bei Österreichs größtem ATP-Turnier Erste Bank Open mit seinem Viertelfinal-"Kracher" gegen Jo-Wilfried Tsonga die Stadthalle zum Beben und gilt längst als Österreichs größte Zukunftshoffnung. Ein weiteres Beispiel: Alexander Peya. Der US Open-Finalist und ATP World Tour-Finale-Semifinalist hatte sich seine ersten sportlichen "Hörner" bei Future-Turnieren in Kramsach (1997), Bergheim (1998) oder Seefeld (1998) abgestoßen. Mittlerweile halten ihn "nur" mehr die US-Twins Bob und Mike Bryan davon ab, gemeinsam mit seinem Partner Bruno Soares die Spitze der Weltrangliste zu übernehmen. Oder Dennis Novak (o.). Der ÖTV-Spieler hatte in dieser Saison mit dem Einzug in den Hauptbewerb von Kitzbühel, dem Finalsieg beim Future-Turnier in Wels und der Final-Teilnahme in Kramsach viel Selbstvertrauen getankt und konnte sich 2013 u. a. auch mit diesen Erfolgen in der Weltrangliste um 299 Plätze auf sein derzeitiges Ranking (409; Stand: 11.11.2013) verbessern. Hammerl: "Für den ÖTV ist es enorm wichtig, den SpielerInnen diese Einstiegsturniere auf die internationale Tennisbühne bieten zu können. Auch aus diesem Grund ist der ÖTV dem Sportministerium für die großzügige Unterstützung in diesem Bereich sehr dankbar."

Preisgeld_neu 

Kooperation mit Landesverbänden und Medien
Dem 41-jährigen Niederösterreicher, der im Juni 2013 die Führung des nationalen Tennisverbandes übernommen hatte, stach heuer bei seinen Informationstripps zu den Turnierorten ein weiterer Return-on-Investment-Effekt ins Auge: "Der Circuit erstreckt sich über sieben Bundesländer, bei jedem Turnier sind rund 50 SpielerInnen gemeinsam mit ihren Betreuern meistens eine ganze Woche vor Ort und sorgen alleine aufgrund ihrer Anwesenheit für positive Nebeneffekte für die Tourismusbetriebe rund um die Tennisanlagen." Dafür, dass sich die potentiellen Nachfolger von Nadal, Melzer oder Williams vor Ort auch wohl fühlen, sorgen die Veranstalter mit attraktiven Rahmenprogrammen (Aktivangebot, Freibäder, Ausstellungen, Playerparties etc.), "um damit auch die Region bei den internationalen Gästen ein wenig bekannter zu machen" (Hammerl). Die innovativste Idee, um die Spieler an den Ort zu "binden", hatten in diesem Jahr die Veranstalter der beiden erstmals in Seefeld (24.6.-30.6 bzw. 1.7.-7.7.) durchgeführten Future-Turniere. "Zwischen diesen beiden Turnieren haben wir ein inoffizielles Preisgeldturnier veranstaltet", so Turnierdirektor Johannes Schullern. "Deshalb sind viele Spieler vor Ort geblieben."

Novak

Aktive Unterstützung durch Landesverbände

Hand in Hand mit der perfekten Organisation der Turniere geht auch die intensive Kooperation der Veranstalter mit dem jeweiligen Landesverband und den Vertretern der regionalen Medien. "Der Veranstalter ist zwar grundsätzlich für die gesamte Organisation zuständig", so Dr. Walter Seidenbusch, Präsident des Tiroler Tennisverbandes. "Es gibt aber Bereiche, in die wir als Landesverband - zusätzlich zum finanziellen Betrag, den wir als TTV für alle Futures leisten - aktiv mit eingreifen. Hat ein Veranstalter z. B. keinen eigenen Pressedienst, übernimmt der Pressereferent des TTV diese Agenden und organisiert auch die Kooperation mit regionalen Medien."

"Daheim zählt der Sieg einfach mehr"
Wien-Turnierdirektor Raimund Stefanits, dessen Schützling Barbara Haas bei ihrem "Heimturnier" auf der La Ville-Anlage in Wien 2012 ihr erstes Damen-Turnier gewinnen konnte: "Ursprünglich lag hinter der Organisation von Future-Turnieren in Wien logischerweise der Hintergedanke, meinen eigenen Schützlingen Niki Hofmanova und Babsi Haas ein Heimturnier als Einstieg ins große Damentennis zu bieten. Etwas, das perfekt gelungen ist: Niki hat das Turnier bei ihrem zweiten Antreten gewonnen, Babsi bei ihrem dritten Antreten." Erfreulicher "Nebeneffekt": "Jedes Mal, wenn diese Mädels gespielt haben, hatten wir großes Zuschauer- und Medieninteresse. Eine Tatsache, die v. a. für unsere Sponsoren und die der Spielerinnen enorm wichtig war", so Stefanits. "Ich kann daher jedem/r SpielerIn nur empfehlen: Hat er oder sie die Möglichkeit, bei einem heimischen Future-Turnier zu spielen, dann sollte er bzw. sie das unbedingt nutzen: Ein Sieg bei einem Heimturnier zählt einfach mehr!"

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