ITF

Eine Hoffnung namens Jurij

Der seit Montag 18-jährige Jurij Rodionov ist die Nr. 14 der ITF-Weltrangliste. Zu bestaunen sind die Tennis-Künste des 1,90-Meter-Mannes derzeit bei der Spring Bowl im BMTC, wo er locker ins Endspiel einzog.

Jurij Rodionov ist bei der Spring Bowl als Nr. 1 gesetzt und somit der große Favorit auf den Titel. ©GEPA-Pictures

Jurij Rodionov ist bei der 38. Spring Bowl auf der Anlage des BMTC in der Hinterbrühl weiter eine Klasse für sich. Im Semifinale besiegte der als Nummer 1 gesetzte Österreicher den Ungarn Fabian Marozsan 7:5, 6:4, am Samstag spielt der 18-Jährige um den Titel. Die Liste der Spring-Bowl-Sieger liest sich gut, unter anderen haben rotweißrote Sport-Größen wie Alexander Antonitsch, Gilbert Schaller, Stefan Koubek und Markus Hipfl in jungen Jahren das wichtigste Jugentennis-Turnier in Österreich gewonnen.

Rodionov gilt als eine der größten Nachwuchshoffnungen des Landes. Er wurde am 16. Mai 1999 in Nürnberg geboren. Die Eltern sind Weißrussen. Der Bub ist Österreicher, seit Juni 2015 auch offiziell. Logisch, schließlich lebt er seit seinem zweiten Lebensjahr im niederösterreichischen Matzen. „Ich habe mich nie als Ausländer gesehen. Die Bezeichnung Weißrusse ist fremd für mich.“

Nachdem er die allgemeine Schulpflicht erfüllt hatte, nahm Jurij den Job des Fulltime-Tennis-Profis an. Ziemlich riskant, oder? „Weder Federer, noch Nadal haben die Schule beendet. Das letzte, was man ihnen nachsagen kann, ist, dass sie nicht intelligent sind.“ Der 18-Jährige schuftet mindestens sechs Stunden am Tag. „Jurij hat großes Potenzial“, sagt Martin Spöttl, der Rodionov seit 1. Jänner 2015 trainiert. „Er hat eine geile Rückhand, eine geile Vorhand, einen geilen Aufschlag, spielt geile Volleys. Das hebt ihn ab.“ Spöttl habe erst ein Mal die Chance gehabt, einen jungen Spieler zu formen, ihn aufzubauen -  Daniel Köllerer.  „Und der schaffte es in die Top-100 der Welt. Auch er hat so hart gearbeitet wie Jurij.“

Finanziert wird Jurijs Leidenschaft von den Eltern. Und vom ÖTV. Der Bursche erfüllt die Förderungsbestimmungen im Rahmen des Sportkonzepts und wird vom Verband mit 15.000 Euro pro Jahr unterstützt.

Nach dem Turniersieg in der Vorwoche beim Panaceo ITF Junior Cup in Villach lautet die Bilanz des Linkshänders in diesem Jahr: 16:1 Siege im Einzel, 13:0 Siege im Doppel, Ranking in der ITF-Weltrangliste der Unter-18-Jährigen: 14. Im Jänner belegte Rodionov Platz neun. Zum Vergleich: Dominic Thiem hatte es in jungen Jahren bis auf Platz zwei geschafft. Zur Belohnung wird der 1,90-Meter-Mann, der für WAT Brigittenau Meisterschaft spielt, bei den Nachwuchs-Grand-Slams in Paris und Wimbledon gesetzt sein. Für das Generali Open in Kitzbühel bekommt er eine Wildcard für die Qualifikation.

„Seine Entwicklung verläuft höchst zufriedenstellend“, sagt Martin Spöttl. „Jurij ist mental reifer, selbstständiger, selbstbewusster und  verantwortungsbewusster geworden.“ In der Baumgasse trainiere er unter anderen mit dem Weißrussen Uladzimir Ignatik, der Nummer 147 der ATP-Weltrangliste. „Da kann er mehr als mithalten“, sagt Spöttl. „Bei den Futures spielt er dann teilweise gegen Leute um die Tausend. Da muss er noch konsequenter werden.“ Überhaupt gelte es, die Future-Ebene rasch zu verlassen. „Auch wenn er bei Challengern nicht die Quali für den Hauptbewerb schafft, müssen wir diesen Weg versuchen. Es ist alles nur eine Frage der Zeit.“

Für die restlichen Österreicher lief es bei der 38. Spring Bowl, dem hochkarätigen ITF-Kategorie-2-Turnier in der Hinterbrühl, nicht nach Wunsch. Gabriel Huber und Luka Mrsic mussten sich ebenso in Runde 1 geschlagen geben wie Arabella Koller, Sinja Kraus, Anna Gröss und Roxana Repasi. Moritz Thiem verlor nach verheißungsvollem Auftakt in Runde 2 gegen den Argentinier Tomas Descarrega 2:6, 2:6. 

Ergebnisse und Order of Play Spring Bowl

 

 

Moritz Thiem schaffte den Sprung in Runde 2. ©GEPA-Pictures

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