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ITF

Eine gelungene 25.000er-Premiere

Julia Grabher stieß beim ITF-Event in St. Pölten bis ins Semifinale vor. Beim Rollstuhlturnier triumphierte Lokalmatador Riegler.

Die Vorarlbergerin Julia Grabher musste sich in St. Pölten erst im Semifinale geschlagen geben.

29 Jahre nach den goldenen VSE-Fußballzeiten von Mario Kempes war es seiner argentinischen Landsfrau Paula Ormaechea vorbehalten, St. Pöltener Tennisgeschichte zu schreiben. Die ehemalige Nr, 59 der Weltrangliste holte den Titel beim 14. ITF Madainitennis Open presented by Sportland Niederösterreich, dem größten und bedeutendsten Tennisturnier in Niederösterreich. Erstmals war das Turnier im SPORT.ZENTRUM.Niederösterreich, bei dem Spielerinnen aus 29 Nationen an den Start gingen, mit 25.000 Dollar dotiert. Beim gleichzeitig ausgetragenen 3. ITF Wheelchair Open triumphierte Lokalmatador Josef Riegler.

Als Fed-Cup-Kapitänin Marion Maruska Ramin Madaini vor knapp einem Jahr darauf ansprach, ein Turnier dieser Kategorie zu veranstalten, musste dieser zwar schlucken, aber nur kurz, um sich dann spontan tatsächlich dieser Herausforderung zu stellen. Neben dem viel höheren Budget im Vergleich zu den vergangenen Jahren war stellte sich die große Herausforderung, mit wesentlich mehr Professionalität an die Aufgabe heranzugehen. Letztlich gab es neben den Titelträgern noch viele weitere Gewinner.

Das Österreichische Damentennis gab ein deutliches Lebenszeichen von sich. Das gesamte Fed-Cup-Team hatte genannt, und jede Einzelne, bis auf Barbara Haas, die kurzfristig verletzungsbedingt absagen hatte müssen, konnte überzeugen: Die Vorarlbergerin Julia Grabher unterlag erst im Halbfinale der späteren Siegerin, Melanie Klaffner und Sinja Kraus erreichten die zweite Runde. Mira Antonitsch, Veronika Bokor und Anna Größ, Schülerin des Sportleistungsmodells St. Pölten, unterlagen nach mehr als ansprechender Leistung..

Das (Sport-) Land NÖ, die Stadt St. Pölten und das SPORT.ZENTRZUM.Niederösterreich bildeten den perfekten Rahmen für Weltklassetennis. Die Sportlerinnen, die ganzjährig weltweit unterwegs sind, zeigten sich von der Region und den Möglichkeiten des Olympiazentrums begeistert und wollen unbedingt wiederkommen.

Die Idee, in der selben Woche neben dem Profiturnier auch ein internationales Rollstuhlturnier zu veranstalten begeisterte sowohl sämtliche TeilnehmerInnen. Diese Kombination, die es sonst nur bei den Grand-Slam-Turnieren gibt, ist einfach das Paradebeispiel für gelungene Inklusion. Die Sportler feuerten einander gegenseitig an und hatten auch beim Tagesausklang jede Menge Spaß.

Auch sportartübergreifend gab es Kooperationen. SKN-Damen-Sektionsleiterin Kathi Ehart organisierte für die Tennisspielerinnen Tickets für das Champions-League-Spiel gegen Twente Enschede. Die größte Freude am Fußball-Match dürften die beiden Holländerinnen Stephanie Visscher und Eva Vedder gehabt haben.

Ein Lokalmatador durfte sich auf dem Tennisplatz feiern lassen. Der Texinger Josef Riegler, der aufgrund des starken Teilnehmerfeldes hinter Nico Langmann, Martin Legner und Marek Gergely im Rollstuhlbewerb als Nummer 4 gesetzt war, feierte seinen bisher größten Erfolg. Im Halbfinale gab er gegen die österreichische Rollstuhltennislegende Legner nur drei Games ab, um im Finale ein unglaubliches Match zu spielen. 2:5, 0:40, lag Riegler gegen den Slovaken Marek Gergely im dritten Satz bereits zurück, er wehrte insgesamt fünf Matchbälle ab und machte mit dem Turniersieg einen Riesenschritt in Richtung Paralympics in Tokio. Zum Drüberstreuen holte Riegler mit Partner Thomas Flax auch den Doppeltitel.

14. ITF Madainitennis Open presented by SPORT.LAND.Niederösterreich

W 25 ITF World Tour Damen:
1. Paula ORMAECHEA (Arg)
2. Reka-Luca JANI (Ung)
3. Julia GRABHER (Ö) und Tessah ANDRIANJAFITRIMO (F)

ERGEBNISSE

ITF Wheelchair Open

Herren:
1. Josef RIEGLER (Ö)
2. Marek Gergely (Slk)
3. Martin LEGNER und Thomas FLAX (Ö)

Damen:
1. Busra UN (Tür)
2. Olena SHYNGARYOVA (Ukr)
3. Christina PESENDORFER (Ö)

Herren Doppel:
1. Josef RIEGLER / Thomas FLAX (beide AUT)
2. Martin LEGNER (AUT) / Marek GERGELY (SVK)

Siegerin Paula Ormaechea (l.) und Finalistin Reka-Luca Jani mit Veranstalter Ramin Madaini.
Sieger Josef Riegler (r.) und Finalist Marek Gergely.

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