Ein Sprungbrett für große Karrieren!

Gestern auf der Tennis Europe Tour, heute längst ein Superstar wie z. B. Roger Federer, Rafael Nadal, Jürgen Melzer, Dominic Thiem, Victoria Azarenka, Maria Sharapova oder Barbara Schett. Insgesamt werden derzeit in 49 Ländern Europas Turniere der "European Junior Tour" veranstaltet, neun davon in Österreich. Alle Infos über Termine, Anmeldung, Nenngeld & Co gibt es hier.


Auch ganz "Große" haben einmal klein angefangen. "Mein bestes Tennis Europe u14-Ranking war Platz 3", erinnert sich Marcos Baghdathis zurück, dessen bestes ATP-Ranking nur wenige Jahre später Position 8 war. "Auch ich habe auf der Tennis Europe Junior Tour gespielt", sagt die spätere Weltranglisten-Erste Victoria Azarenka. "Und ich war einmal die Nummer 1 in Europa", grinst Gael Monfils. "Würde man heute eine Liste der hundert besten ATP- und WTA-Profis erstellen, dann würde herauskommen, dass fünfundneunzig Prozent von ihnen auf der Tennis Europe Junior Tour gespielt haben", so Stephanie Kamberi, Managerin der Tennis Europe Junior Tour. Ein kleiner Auszug an SpielernInnen, die die Tennis Europe Tour als Sprungbrett für ihre späteren Profikarrierren genutzt haben: Rafael Nadal, Novak Djokovic, Roger Federer, Andy Murray, Jo-Wilfried Tsonga, Robin Soderling, Tommy Robredo, Boris Becker, Stefan Edberg, Mats Wilander, Marat Safin, Carlos Moya, Maria Sharapova, Caroline Wozniacki, Kim Clijsters, Justine Henin, Steffi Graf, Monica Seles, Arantxa Sanchez-Vicario u. n. v. m. .

Über 400 Turniere in Europa

Die Tennis Europe Tour wurde im Jahr 1990 ins Leben gerufen, als die wichtigsten internationalen JuniorenInnen-Turniere zum "European Junior Circuit" zusammengeschlossen wurden. Schon früh konnte der Circuit als gelungenes Experiment bezeichnet werden und die Anzahl der beteiligten Turniere wuchs ständig. Während 1990 nur 40 Turniere auf dem Veranstaltungskalender standen, sind es mittlerweile fast 400. Der Circuit erhielt zu Beginn des Jahres 2000 seinen heutigen Namen "European Junior Tour 14/16 & under". Im Jahr 1999 wurde als Ergänzung zu der bestehenden Tour die "European Junior Tour 12 & under" für TennisspielerInnen im Alter von 10 bis 12 Jahren gegründet, da viele Verbände den Wunsch geäußert hatten, ihren jüngsten Talenten Erfahrungen auf der internationalen Bühne zu ermöglichen. Im Gegensatz zu den Altersklassen u16 und u14 gibt es hier allerdings noch keine internationale Rangliste. Insgesamt werden derzeit in 49 Ländern Europas Turniere veranstaltet. Neun solcher internationalen Jugendbewerbe werden davon in Österreich organisiert, die durch den ÖTV an den jeweiligen Veranstalter vergeben werden. Heuer wird der Startschuss in Wien auf der Anlage des UTC La Ville Tennis Mauer gegeben (ist kein nationales und kein TE-Turnier, gehört aber schon zur Tourwertung; Anm.). Die letzte Chance, sich noch wichtige Punkte für das Masters im Tennisclub Warmbad Villach zu holen, "bei dem die jeweils acht erfolgreichsten Youngsters des Sommers um den Titel kämpfen" (Petra Russegger, ÖTV-Nachwuchskoordinatorin), wird 2014 das Turnier in Vandans (18.8. - 24.8.2014) bieten.

Diese Turniere werden 2014 in Österreich ausgetragen:
30.6. - 6.7.2014: Wien, UTC La Ville Tennis Mauer (ÖTV u12, ÖTV u14)
7.7. - 13.7.2014: Oberpullendorf (ÖTV u12, TE u14)
14.7. - 20.7.2014: Fürstenfeld (ÖTV u12, TE u14)
21.7. - 27.7.2014: Kufstein (TE u12, TE u14)
28.7. - 3.8.2014: Krems (TE u16)
4.8. - 10.8.2014: Haid (TE u16)
11.8. - 17.8.2014: Zell am See (TE u16)
18.8. - 24.8.2014: Vandans (TE u12, TE u14)
11.9. - 14.9.2014: TC Warmbad Villach, ÖTV Masters-Turnier (ÖTV u12, ÖTV u14)

Zahlen, Daten, Fakten
Der Weg bis zum Masters ist allerdings lang, und die Konkurrenz schläft nicht. Für das abschließende Turnier in Villach sind jene acht TeilnehmerInnen (Einzel) bzw. vier Paare (Doppel) bzw. die acht besten SpielerInnen qualifiziert, die die meisten Circuitpunkte erreicht und an mindestens zwei Turnieren der ÖTV 2014 Europe Junior Tour teilgenommen haben. Der Punkteschlüssel: Für einen Turniersieg gibt es 25 Punkte, für eine Finalteilnahme 20, für ein Semifinale 16, für ein Viertelfinale 12, für ein Achtelfinale 8 Punkte. Für das Masters zählen letztendlich die Circuitpunkte nur aus einer Altersklasse. Auch österreichische Meisterschaften (Freiluft) werden in der Gesamtwertung für das Masters berücksichtigt, allerdings mit halbierter Circuitpunktezahl (wie auch die ÖTV-Turniere, bei denen es ebenfalls "nur" halbe Punktezahl gibt; Anm.). Das Nenngeld für die einzelnen Turniere beträgt: 30 Euro für den u16- und den u14-Bereich, 40 Euro für Tennis Europe-Turniere der Altersklasse u12 sowie 25 Euro für die Teilnahme an Österreichischen Meisterschaften. Der Grund für das höhere Nenngeld im u12-Bereich liegt im größeren Angebot der Veranstalter an die SpielerInnen und deren Umfeld.

Perfekte Organisation, hohes Niveau
"Das Nenngeld wurde im letzten Jahr von Tennis Europe auf 40 Euro erhöht, weil laut TE-Reglement die volle Hospitality für die nationalen Squads vom Veranstalter bezahlt werden muss", so Harry Westreicher, Turnierdirektor u. a. des Bambini Cups in Kufstein. "Für einen Coach, zwei Girls, zwei Boys ist das Hotel inklusive Frühstück, Mittag- und Abendessen zu bezahlen, bis der letzte vom Team ausgeschieden ist." Im Gegensatz zu den u12-Turnieren ist im u14 / u16-Bereich die Hospitality mit Lunch und Dinner auch ohne Hotel möglich "und wird bei unseren Turnieren auch in dieser Form angeboten" (Westreicher). "Die Tennis Europe-Turniere in Österreich sind europa-, aber auch weltweit für ihre perfekte Organisation und das hohe sportliche Niveau bekannt. Ziel ist es, den perspektivsten SpielerInnen Österreichs weite und teure Auslandsreisen zu ersparen und ihnen vor der Haustüre gute Turniere für ihre Entwicklung anbieten zu können", so Petra Russegger. Eine Strategie, die bereits Früchte trägt. "So hat sich heuer etwa - wie schon in den letzten Jahren - die u14-Nationalmannschaft aus Kanada für die Turniere in Oberpullendorf, Fürstenfeld und Kufstein angekündigt." Und auch Hongkong wird ein Team nach Kufstein senden.

Gestern in Kufstein, heute ein Superstar
Eine der in Österreich etabliertesten Veranstaltungen ist sicherlich der Bambini Cup in Kufstein. "Es ist unglaublich, welches Image das Bambini-Turnier in Kufstein europa- und weltweit hat", so Turnierdirektor Harry Westreicher. "Bambini Kufstein lebt von der Mundpropaganda und den Erinnerungen der Jugendlichen und Coaches. Dies ist vor allem der Verdienst um die umsichtige Organisation und die jahrelange Tätigkeit des "Mister Bambini" Robert Köstlinger mit seinem Team vom TC Sparkasse Kufstein." Heuer findet das 44. Sparkasse Bambiniturnier von 21. bis 27. Juli 2014 statt und wird dabei erneut als eines der größten europäischen Jugendturniere über die Bühne gehen: Im Vorjahr hatten 1064 Nachwuchstalente aus 46 Nationen und vier Kontinenten ihre Nennung abgegeben. Auch heuer rechnet Westreicher "wieder mit Anmeldungen um die tausend Jugendlichen." Die Wahrscheinlichkeit, dass aus dem einen oder anderen dieser Nachwuchstalente ein "Star of tomorrow" wird, ist hoch, haben doch in den vergangenen Jahren u. a. diese SpielerInnen in Kufstein ihre GegnerInnen über den Platz gejagt: Steffi Graf, Martina Hingis, Anna Ivanovic, Barbara Schett, Sybille Bammer, Tamira Paszek, Barbara Haas, Boris Becker, Thomas Muster, Goran Ivanisevic, Thomas Berdych, Jürgen Melzer, Fernando Gonzales, u.v.m. Eine aktuelle Erfolgsgeschichte: 2010 hatte Matthias Haim im u12-Turnier das Halbfinale erreicht, drei Jahre später sorgte er mit seiner Silbermedaille beim European Youth Olympic Festival in Utrecht für Schlagzeilen.

Immer auf die Kleinen!

An einen Spieler, der im Rahmen eines Tennis Europe-Turniers seine ersten Schritte in Richtung Profikarriere versuchte, erinnert sich Westreicher besonders gerne. "Vor acht Jahren spielte am Centrecourt in Bergheim in einem u12-Doppel ein österreichisches Paar gegen ein ausländisches Team. Mein Enkelsohn, der dieses Match beobachtet hatte, kam ganz aufgeregt zu mir: Opa, diese Ausländer sind so gemein! Die spielen immer nur auf diesen einen kleinen Österreicher! Meine Gegenfrage war: Und nützt ihnen das etwas? Mein Enkel: Eigentlich gar nichts! Und die Österreicher siegten." Und wer war dieser eine kleine, von den Gegnern so "gequälte" Österreicher? Westreicher: "Das war Dominic Thiem." Damals noch ein kleiner Stöpsel, "der gerade einmal über das Netz schauen konnte" (Westreicher), heute ein ÖTV-Shootingstar, dem längst auch von internationalen Experten der Titel "Star of tomorrow" verpasst worden ist.

Link:
European Junior Tour in Österreich (pdf) | Info, Anmeldung, Nennschluss
Tennis Europe Junior Tour 16/14/12 & under | Website

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