Ein Highlight vor dem Highlight in Rio

Zum bereits 29. Mal finden die s-Versicherung Austrian Open in Groß-Siegharts statt. Von 10. Bis 14. August spielen knapp 60 Athleten aus 13 Nationen bei Österreichs größtem internationalen Rollstuhltennisturnier. Nach dem Event starten Nico Langmann (Bild) und Martin Legner bei den Paralympics in Brasilien.

Rollstuhltennis hat sich in den vergangenen 30 Jahren zu einer attraktiven Sportart entwickelt und viel zur Integration und Anerkennung behinderter Menschen beigetragen. 60 Top-Sportlerinnen und -sportler aus 13 Nationen, 120 ehrenamtliche Mitarbeiter, fünf Turniertage, 150 Tennismatches, ein Preisgeld von 21.700 US-Dollar und ein umfangreiches Rahmenprogramm – das ist Österreichs größtes Rollstuhltennisturnier, das der Verein Rollstuhltennis Austria vom 10. bis 14. August in Groß-Siegharts veranstaltet.

Ehrenamtliche Ehrensache
„Die letzten 29 Jahre des Rollstuhltennissports in Groß-Siegharts sind eine Geschichte von großem ehrenamtlichem Engagement, das dazu geführt hat, dass leise, herzlich und selbstverständlich geholfen wird“, sagt Andreas Hauer, Obmann Verein Rollstuhltennis Austria. „Die vielen hunderten Helfer ließen im Laufe der Jahrzehnte durch ihr Wirken den Flair und die Gemütlichkeit entstehen, die das Turnier so auszeichnen. Der gesellschaftliche Effekt, dass alle Altersgruppen – von Kindern bis zu Senioren – gemeinsam für eine Sache arbeiten muss positiv hervorgehoben werden. Ohne dieses Ehrenamt gäbe es die Austrian Open nicht, und ohne die Austrian Open hätte wohl der Eine oder Andere die Begeisterung für ehrenamtliches Handeln nicht kennengelernt.“

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Stammgast aus Frankreich

Seit 29 Jahren wird in der Waldviertler Gemeinde eines der bedeutendsten Rollstuhltennisturniere der Welt ausgetragen. Gerade im heurigen Jubiläumsjahr der Sportart – sie feiert nämlich weltweit ihren 40. Geburtstag – wird klar, welchen Stellenwert die Austrian Open haben: Trotz der bevorstehenden Paralympics in Rio, die am 7. September beginnen, hat einer der größten Titelanwärter bei seinem Nationalverband eine Sondergenehmigung erwirkt und reist verspätet zum Trainingscamp nach Nizza. Der Grund dafür: Nicolas Peifer aus Frankreich möchte die Austrian Open nicht auslassen! Seit einigen Jahren ist der 26-Jährige ständig in den Top Ten der Weltrangliste zu finden und heuer bei den Austrian Open im Herrenbewerb als Nummer eins gesetzt. Er genießt es, gemeinsam mit seiner Familie eine Woche im Waldviertel zu verbringen.

Das restliche Teilnehmerfeld bei den Herren weist noch fünf weitere Paralympicsstarter auf: den Niederländer Tom Egberink, die beiden Polen Tadeusz Kruszelnicki und Kamil Fabisiak sowie die beiden Österreicher Martin Legner und Nico Langmann.

Rot-weiß-rotes Generationenduell
Der seit einem Paragleitunfall querschnittgelähmte Martin Legner ist das Urgestein in der österreichischen Rollstuhltennisszene und konnte bei internationalen Turnieren in den letzten 25 Jahren bereits 3000 Tennismatches absolvieren. Nico Langmann, steht mit seinen 19 Jahren am Beginn seiner Karriere. Umso erstaunlicher ist es, dass er sich bereits an die 26. Position der Weltrangliste spielen konnte und heuer sein großes Vorbild Martin Legner erstmals besiegte. An der Spitze im heimischen Rollstuhltennis wurde heuer auch die Wachablöse vollzogen. Legner wurde nach 24 Jahren in Folge von Langmann von der Nummer-1-Position verdrängt. In Rio werden die beiden jeweils im Einzel und gemeinsam im Doppelbewerb starten.

Quad erat demonstrandum
Beim Quadbewerb gehen Spieler mit einer zusätzlichen Einschränkung der Arme an den Start. Neben der Nummer fünf der Welt, dem Israeli Itay Erenblib, geht auch der Waldviertler Markus Wallner an den Start. Er kommt als Österreichischer Staatsmeister nach Groß-Siegharts und wird wohl alles geben, um in seinem Heimatbezirk sein bestes Tennis aufzubieten.

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