ATP

Dominic Thiem verpasst ersten ATP-Sieg!

Der "bet-at-home Cup Kitzbühel" muss weiter auf den nächsten Heimsieg eines Österreichers warten: Österreichs Nummer 1, Dominic Thiem (Bild), musste sich im Finale des mit 485.760 Euro dotierten ATP-250-Turniers dem Belgier David Goffin mit 6:4, 1:6, 3:6 geschlagen geben. "Das Problem war, dass ich in ein kleines Loch gekommen bin, als ich die Breakbälle im zweiten Satz vergeben habe. Jetzt bin ich extrem enttäuscht, und es tut mir für die Fans sehr leid!"

Das Lieblingswort von Barney Stinson in der TV-Kultserie How I met your mother? "Legendär!" Und auch österreichische Tennisfans werden künftig kein anderes Superlativ als "Legendär!" in den Mund nehmen können, sobald sie den bet-at-home Cup 2014 revue passieren lassen! Hauptverantwortlich für diese Hochgefühle in der rotweißroten Tennisszene ist ein 20-jähriger Bursche, der ausgerechnet zum 70. Geburtstag von Österreichs größtem ATP-Freiluftturnier durch den Raster zum bisher größten Erfolg in seiner Karriere gerast ist und dabei sowohl Publikum als auch Gegner in Serie zum Staunen gebracht hat: Dominic Thiem musste sich zwar im Endspiel des mit 485.760 Euro dotierten ATP-250-Turniers dem 23-jährigen Belgier David Goffin mit 6:4, 1:6, 3:6 geschlagen geben und verpasste damit knapp seinen ersten Turniersieg auf der ATP-Tour. Mit den erspielten 150 Punkten wird sich Thiem in der Weltrangliste aber von Platz 50 voraussichtlich auf sein bisheriges Karriere-Highlight verbessern - in den Live ATP-Rankings wurde er vor seinem ersten ATP-Finale auf Rang 44 geführt.

Raketenstart im ersten Satz
"Goffin wird im Finale mit viel Selbstbewusstsein aufschlagen, aber das tu’ ich nach meinen vier Siegen hier ebenfalls. Goffin wird wohl wie aus der Pistole geschossen beginnen. Ich kann einfach nur versuchen, von Anfang an dagegenzuhalten", hatte Thiem im Vorfeld seines ersten ATP-Finales angekündigt. Der Spieler, der wie aus der Pistole geschossen startete, war allerdings Dominic Thiem: Österreichs Nummer 1 nahm Goffin dessen ersten Aufschlag zum 1:0 ab und setzte sofort nach - nach der Abwehr eines Breakballs ging Thiem mit einem As mit 2:0 in Führung. "Mit meinem ersten Finaleinzug will ich mich jetzt nicht mehr zufriedengeben, jetzt will ich alles", hatte Thiem prophezeit. Wie groß tatsächlich derzeit das Selbstvertrauen und die aktuelle Hochform beim jüngsten ATP-Finalisten in dieser Saison ist, demonstrierte er immer wieder mit Winnerschlägen aus der Defensive, Rückhand-"Krachern" knapp an die Grundlinie, Vorhand-"Peitschen" entlang der Linie und Assen immer dann, wenn sie gerade nötig waren. Zwei Breakchancen Goffins beim Stand von 3:2 wehrte Thiem ab. Der Belgier, der in den letzten Wochen bei 19 Matches nur einen einzigen Satz abgegeben hatte, versuchte immer wieder Thiem unter Druck zu setzen, der Österreicher blieb aber fokussiert und servierte nach 46 Minuten zum 6:4 aus.

Goffin cool, Thiem fehlerhaft
Im zweiten Satz änderte Goffin seine Taktik, spielte wesentlich aggressiver, während sich bei Thiem vermehrt unerzwungene Fehler einschlichen und die Aufschlagleistung nach unten ging. Die Folge: Zwei Goffin-Breaks zum 3:1 und 5:1 und nach 1:17 Stunde der Satzausgleich. Im dritten Satz konnte Thiem bei eigenem Aufschlag zunächst noch drei Breakchancen Goffins abwehren, die vierte nutzte der Belgier, um mit 1:0 in Führung zu gehen. Es schien, als würden sich bei Thiem die Belastungen der letzten Wochen bemerkbar machen. Er spielte nicht mehr so spritzig wie noch im ersten Satz, während Goffin cool sein Programm "abspielte" und auf die Fehler seines Gegners wartete. Die Vorentscheidung sollte fallen, als Thiem beim Stand von 2:3 zwei Chancen zum Rebreak nicht nutzen konnte, Goffin emotionslos seinen Aufschlag zum 5:3 durchbrachte, Thiem Nerven zeigte und seinen Aufschlag nicht durchbringen konnte. Thiems Bilanz unmittelbar nach der Partie: "Ich hab sehr gut begonnen und dann im zweiten Satz einen Einbruch gehabt. Ich hätte mir nie erwartet, dass ich so weit kommen sollte. Jetzt bin ich extrem enttäuscht. Das Problem war, dass ich in ein kleines Loch gekommen bin, als ich die Breakbälle im zweiten Satz vergeben habe. Ich hoffe, dass ich vielleicht doch einmal eines Tages die große Gams (= Siegespokal; Anm.) in der Hand halten kann."


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