Davis Cup

Die Vorfreude steigt in Kitzbühel

Gute Stimmung, wachsende Anspannung und gegenseitiger Respekt vor dem Davis Cup-Duell zwischen Österreich und den Niederlanden in Tirol.

„Es ist nicht unsere Pflicht, daheim einen Sieg einzufahren, aber wir sind hier, um zu gewinnen“, sagte Stefan Koubek, der dem SIMACEK Austrian Davis Cup-Team als Kapitän vorsteht. Die Mannschaft spielt von 17. bis 19. Juli in Kitzbühel gegen die Niederlande. Mit einem Sieg qualifiziert sich Österreich für das Weltgruppen-Playoff vom 18. bis 20. September.

 

Dominic Thiem (im GEPA-Bild unten) ist erstmals bei einem Heimspiel mit von der Partie. Der 21-Jährige ist mit Platz 28 in der Weltrangliste der Top-Platzierte unter allen Startern. „Es freut mich, dass der Davis Cup in Kitzbühel stattfindet. Mit der Höhenlage komme ich gut zurecht.“ Im Vorjahr hatte Thiem beim ATP-Turnier in Tirol sein erstes Finale auf der Tour erreicht. „Jetzt hoffe ich, dass möglichst viele Leute kommen, um uns zu unterstützen.“


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Andreas Haider-Maurer (im GEPA-Bild unten) hat die Knieprobleme, die ihn seit Wimbledon geplagt hatten, in den Griff bekommen. „Ich musste viel Zeit investieren, um schmerzfrei zu werden. Das ist gelungen. Zuletzt habe ich viel im Kraftbereich gearbeitet. Jetzt bin ich topfit“, sagte der Wahl-Innsbrucker. „Der Davis Cup hier in Tirol ist speziell für mich. Es werden viele Freunde und Bekannte kommen.“

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Alle ziehen an einem Strang

Jürgen Melzer ist der erfahrenste Spieler im Team, er kennt den Davis Cup mit seinen 67 Einsätzen gut wie kein Zweiter in diesem Land. Der 34-Jährige ortet eine gute Stimmung in der Mannschaft, ohne die es kein gewinnbringendes Miteinander geben kann. „Alle ziehen an einem Strang, alle freuen sich auf die Partie gegen die Niederländer. Freilich keine leichte Aufgabe, aber lösbar. Schön, dass alle spielen.“ Für Tipps an Jungstar Dominic Thiem steht Melzer gerne zur Verfügung. „Beim Erfahrung sammeln kann ich ihm aber nicht helfen, das muss er selbst tun. Auf jeden Fall wird das Wochenende eine schöne Herausforderung für ihn, das Team anzuführen. Wir sind eine Nation, die sich nicht verstecken muss.“

 

Nach der verletzungsbedingten Absage von Doppel-Ass Alex Peya rückte Oliver Marach nach. „Er wollte sich beim Challenger in San Benedetto gerade einschreiben, als ich ihn telefonisch erreichte“, sagte Kapitän Stefan Koubek. „Oliver hat alles liegen und stehen lassen und ist nach Kitzbühel gefahren. Eine super Einstellung.“ Für den 35-jährigen Steirer eine Selbstverständlichkeit: „Ich habe immer gesagt, dass ich bereit stehe, wenn man mich braucht.“ Für das Doppel am Samstag hat Marach einen Fixplatz. Mit Jean-Julien Rojer und Robin Haase wartet eine Weltklasse-Paarung. Rojer ist als Wimbledon-Sieger nach Kitzbühel angereist. „Die wissen, was im Doppel zu tun ist“, sagte Jürgen Melzer, „sie haben Federer/Wawrinka geschlagen. Wir werden sie auf Video genau analysieren. Oliver spielt gern auf der rechten Seite, ich lieber links. Wir haben schon gegen Frankreich gezeigt, dass wir gut harmonieren können.“

 

Kitzbühel ist nicht Groningen

Rojer tut es leid, dass Alex Peya absagen musste. „Vom Ranking her wäre er der beste Doppelspieler in Kitzbühel gewesen. Er hat mich in Wimbledon informiert, dass er nicht spielen kann. Ein sympathischer Kerl.“ Kapitän Jan Siemerink lobte die Organisation des Österreichischen Verbandes. „Alles perfekt gemacht. Jetzt freuen wir uns auf das Match.“ Das letzte Duell hatten die Niederländer 2013 in Groningen 5:0 gewonnen. „Das kann man nicht vergleichen“, sagte Siemerink. „Das war in der Halle. Hier ist die Höhenlage extrem, das ist ein ganz anderes Spiel.“

 

Ein Spiel, das vor allem Robin Haase liegt. Seine beiden einzigen Titel auf der ATP-Tour gewann der Niederländer in Kitzbühel. „Ich habe hier erst ein schlechtes Match gespielt. Es ist ein Vorteil, wenn man weiß, wie man sich bewegen muss. Ich treffe die Bälle wieder richtig gut.“

 

Stefan Koubek sieht Österreich auf dem Papier in der Favoritenrolle. „Unsere Singlespieler sind im Ranking weit voran. Aber davon darf man sich nicht täuschen lassen. Es kann sehr eng werden. Deshalb brauchen wir jeden einzelnen Zuschauer, der uns anfeuert.“

 

Der Kartenverkauf läuft gut, Tickets sind für alle drei Tage noch bei Ö-Ticket (Tel. 01-96096) erhältlich.

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