Davis Cup

"Die Gegner sind in Reichweite"

Wenn am kommenden Wochenende Dominic Thiem, Andreas Haider-Maurer, Gerald Melzer und Alexander Peya auf das Davis Cup-Team der Slowakei treffen werden, „werden wir alles daran setzen, um uns wieder in Richtung Weltgruppe orientieren zu können“ (Davis Cup-Captain Clemens Trimmel).


Am Montag um 13:00 Uhr war es soweit: Österreichs Simacek Austrian Davis Cup-Team – Dominic Thiem, Andreas Haider-Maurer, Gerald Melzer, Alexander Peya sowie  Sparringpartner Philipp Oswald (Lucas Miedler kommt direkt nach Bratislava) – stieg nach einem Abschlusstraining am Parkplatz vor dem ÖTV-Leistungszentrum Südstadt in die neuen Seat-Verbandsautos, um damit in Richtung Bratislava zur 2. Runde der Europa-Afrika-Zone und vielleicht auch in Richtung Weltgruppen-Relegation abzureisen. Die Auslosung dafür würde am 8. April in London stattfinden. So weit nach vorne will Davis Cup-Captain Clemens Trimmel aber noch nicht blicken, sondern erwartet sich „ein Duell auf Augenhöhe, da die Slowaken ein sehr ausgeglichenes, grundsolides Team haben. Trotzdem werden wir alles daran setzen, um uns wieder in Richtung Weltgruppe orientieren zu können.“ Trimmel rechnet „mit Martin Klizan und Lukas Lacko im Single. Das sind zwei sehr erfahrene Spieler mit viel Potenzial. Zusätzlich dazu haben sie mit Michal Mertinak einen weiteren sehr erfahrenen Spieler im Doppel. All diese Spieler spielen nicht zum ersten Mal Davis Cup und auch nicht zum ersten Mal in dieser Halle.“ Der Heimvorteil, so Trimmel, würde daher für die Slowaken sprechen. „Ich hoffe aber auf große Unterstützung unserer Fans aus Österreich, da Bratislava nicht allzu weit entfernt liegt. Und ich glaube, dass es keinen Favoriten und keinen Außenseiter gibt, bin aber überzeugt, dass in jeder Partie die gegnerischen Spieler in unserer Reichweite sind.“

"Gefährliche Spieler mit viel Potenzial"
Trimmels Analyse der gegnerischen Mannschaft: „Martin Klizan ist ein gefährlicher Linkshänder, der sehr gut serviert. Er ist aber auch ein anfälliger Up-and-Down-Spieler, bei dem man als Gegner nie genau weiß, was man bekommt. Lukas Lacko ist ein großes Tennistalent mit hohem spielerischem Potenzial. Er kann sehr solide von der Grundlinie spielen, hat immer wieder aber auch den Drang zum Netz. Andrej Martin ist ein sehr guter Allroundspieler, der sowohl im Single als auch im Doppel eingesetzt werden kann. Ich rechne aber eher nicht damit, dass er im Einzel spielen wird. Michal Mertiňák ist ein sehr routinierter Spieler, der über das Einzel ins Doppel gekommen ist und über sehr viel Davis Cup-Erfahrung verfügt." Das erste Training am Hartplatz (DecoColor II)  in der Aegon Arena wurde bereits am Nachmittag des Anreisetages angesetzt. Trimmel, der vom neuen ÖTV-Headcoach Michiel Schapers als Assistant-Coach unterstützt wird, erwartet sich vor Ort die gleiche Bodenbelagsbeschaffenheit "wie schon im Erstrunden-Duell der Slowakei gegen Lettland. Das ist ein fairer Boden, der weder zu schnell noch zu langsam ist und jedem Spieler viele Möglichkeiten eröffnet." Die Auslosung wird am 3. April 2014 um 11:00 Uhr stattfinden. Das erste Einzel wird am Freitag, den 4. April, um 14:00 Uhr gespielt. Welche Spieler von Trimmel für den ersten Spieltag ins Rennen geschickt werden, wird sich im Verlauf der nächsten Trainingstage herauskristallisieren.

Trimmel_am_W_hltisch

"Mit guten Leistungen sind alle schlagbar"
Nach Jürgen Melzers Ausfall ist Dominic Thiem der bestplatzierte Österreicher in der Einzel-Weltrangliste (aktuell: ATP 79) im ÖTV-Team. Für den 20-jährigen ÖTV-Shootingstar wird seine Davis Cup-Premiere einerseits „ein absolutes Highlight in diesem Jahr werden.“ Andererseits ist Thiem „darüber, dass ich die Nummer 1 bin, eher traurig, weil das bedeutet, dass Jürgen Melzer nicht spielt.“ Von Thiem erwartet sich Trimmel trotz dessen Davis Cup-Premiere, „dass er mit dem Druck gut umgehen kann. Dass er dazu sehr gut in der Lage ist, hat man in den letzten Wochen und auch bei seinen Auftritten bei heimischen Turnieren oft gesehen.“ Zuletzt hatte Thiem u. a. mit den Einzügen in die Hauptbewerbe von Doha, der Australian Open, Rotterdam, Indian Wells und Miami für internationale Schlagzeilen gesorgt. Trimmel: „Er ist es jetzt schon ganz oben bei den Großen angekommen. Jetzt kommt für ihn das erste Davis Cup-Spiel, was für einen Spieler immer sehr neu und prägend für die Karriere ist.“ Mit den Spielern aus dem gegnerischen Team konnte Thiem bereits mehrmals seine Erfahrung sammeln: Lukas Lacko besiegte er 2012 in der ersten Runde des ATP-Turniers in Wien mit 7:6(3), 6:3. Martin Klizan besiegte er zuletzt in der 3. Qualifikationsrunde der Australian Open mit 6:2, 6:3. Seine Bilanz gegen Andrej Martin: 0:2. „Ich kenne sie alle gut“, so Thiem. „Mit guten Leistungen sind alle schlagbar. Es wird aber sicherlich wichtig sein, einen ersten guten Tag zu haben – zumindest ein 1:1.“ Als zweiter Einzelspieler könnte Andreas Haider-Maurer zum siebenten Mal in seiner Karriere Davis Cup für Österreich spielen. Zuletzt spielte er sich mit dem Viertelfinal-Einzug beim 40.000-Dollar-Turnier in Baranquilla (COL) „warm“. Haider-Maurer (im Bild unten): „Gegen die Slowaken wird es eine ausgeglichene Partie werden, das sie mit Klizan und Lacko zwei sehr gefährliche Spieler haben.“

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"Andrej Martin - ein sehr erfahrener Mann"
Neben Thiem wurde mit Gerald Melzer ein weiterer Debütant ins Team einberufen. „Ich glaube, dass Gerald das meistern kann“, so Clemens Trimmel. „Es ist aber gut, dass wir einen so erfahrenen Spieler wie Alex Peya im Team haben, der viel von seiner Erfahrung weitergeben kann.“ Gerald Melzer gewann heuer in Morelos (MEX) seinen ersten Challenger-Titel und „spionierte“ dabei auch schon für den Davis Cup vor: Gemeinsam mit dem Slowaken Andrej Martin gewann er in Morelos auch den Doppelbewerb. „Ich halte Andrej für einen sehr guten und vor allem intelligenten Spieler – sowohl im Einzel als auch im Doppel“, so Melzer. Auch Österreichs Doppelexperte Nummer 1 Alexander Peya, gemeinsam mit Bruno Soares heuer bereits in drei Finale (Indian Wells, Auckland, Doha) vertreten, warnt vor dem 24-jährigen Slowaken: "Er spielt schon seit Ewigkeiten Doppel, ist also ein sehr erfahrener Mann."

AHM

"Ein Duell auf Augenhöhe"
Bisher waren beide Nationen zwei Mal aufeinander getroffen: Ein Mal (2010: Europa-Afrika-Zone, Viertelfinale, Bad Gleichenberg) konnte das ÖTV-Team – damals mit Daniel Köllerer, Jürgen Melzer und Julian Knowle – das Davis Cup-Wochenende als 3:2-Sieger beenden, ein Mal (2000: Weltgruppe, 1. Runde, Bratislava) gewann die Slowakei gegen Markus Hipfl (mittlerweile Melzer-Coach), Stefan Koubek, Julian Knowle und Alexander Peya ebenfalls mit 3:2. Um wieder in der Davis Cup-Weltgruppe vertreten zu sein, benötigt es "als Grundvoraussetzung jetzt einmal einen Sieg, um überhaupt in der Relegation spielen zu können“, so Trimmel. „Die Slowaken sind aber nicht zu unterschätzen. Es wird deshalb ein Duell auf Augenhöhe werden, da die Europa-Afrika-Zone extrem leistungsstark ist." Sollte das ÖTV-Team gegen den Davis Cup-Finalisten aus dem Jahr 2005 diese Aufgabe bewältigen, dann würde es im September im Weltgruppen-Playoff um den Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse gehen - begleitet von Hauptsponsor SIMACEK, dem Verbandsausrüster ERIMA, dem Autopartner Laimer / SEAT und dem Modehaus LORD CARNABY, für deren tatkräftige Unterstützung sich der ÖTV herzlich bedankt!



Davis Cup by BNP Paribas, Europa-Afrika-Zone, 2. Runde
4. April – 6. April 2014, Aegon Arena, Nationales Tenniscenter, Bratislava

Die Spielzeiten:
Freitag, 4. April 2014: 14:00 Uhr (Einzel)
Samstag, 5. April 2014: 14:00 Uhr (Doppel)
Sonntag, 6. April 2014: 13:00 Uhr (Einzel).

Die Übertragungszeiten auf ORF Sport plus:
Freitag, 4. April 2014: 14:00 Uhr (Vorbericht: ca. um 13:45 Uhr)
Samstag, 5. April 2014: 14:00 Uhr (Vorbericht: ca. um 13:45 Uhr)
Sonntag, 6. April 2014: 13:00 Uhr (Vorbericht: ca. um 12:55 Uhr)


Link:
Davis Cup by BNP Paribas | Website

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