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Davis Cup

Davis Cup: ÖTV-Kapitän Melzer sieht „deutlich veränderte Ausgangslage“

Das ÖTV-Team für den Länderkampf gegen Kroatien steht indes und wurde am Mittwoch offiziell nominiert.

ÖTV-Davis-Cup-Kapitän und -Sportdirektor Jürgen Melzer ©GEPA pictures

Am 4. und 5. Februar erhält das ÖTV-Davis-Cup-Team in der Qualifikationsrunde gegen Kroatien in Rijeka die nächste Chance, sich ein zweites Mal nach 2021 für das lukrative Finalturnier, die Davis Cup by Rakuten Finals, zu qualifizieren. In zehn Tagen geht es los. Am heutigen Mittwoch musste ÖTV-Davis-Cup-Kapitän und -Sportdirektor Jürgen Melzer deshalb seine Teamnominierungen offiziell bekanntgeben. Gegenüber dem am 6. Jänner verlautbarten erweiterten Kader gibt es dabei keinerlei Änderungen: Dominic Thiem (ATP ATP 98) wird Österreichs Herrenmannschaft anführen, Jurij Rodionov (ATP 122), Dennis Novak (ATP 132) bzw. die Doppelspezialisten Alexander Erler (ATP-Doppel 50) und Lucas Miedler (ATP-Doppel 54) bilden weiter das restliche Team. Die gemeinsame Anreise wird am Dienstag in der Früh mit dem Teambus erfolgen, am selben Tag steht von 16:00 bis 18:30 Uhr schon die erste Trainingseinheit im Sportzentrum Zamet auf dem Programm.

Wer bei Kroatien den wegen einer Knieoperation ausfallenden Ex-US-Open-Sieger Marin Cilic (ATP 18) ersetzen wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Bei den Gastgebern würden ansonsten Borna Coric (ATP 23), Borna Gojo (ATP 125) und das Weltklassedoppel Nikola Mektic (ATP-Doppel 8) / Mate Pavic (ATP-Doppel 5) übrigbleiben. Die ursprünglich klar für Kroatien sprechende Ausgangslage sieht Melzer durch Cilics Ausfall nun „schon deutlich verändert. Cilic ist der Spieler, der Kroatien angeführt hat, der im Davis Cup immer seine Leistungen gebracht hat. Der fehlt ihnen – und in die Rolle muss Coric nun hineinrücken. Das ist auch für ihn nicht leicht. Ich glaube, dass die Chancen also um einiges gestiegen sind, aber wir sind immer noch nicht der Favorit.“ Denn auch vor Kroatiens Nummer zwei Gojo zeigte sich der erfahrene Niederösterreicher gewarnt: „Das ist ein sehr aggressiver Spieler, der die Bälle früh nimmt, gut serviert und zu Jahresbeginn vor allem beim United Cup gut gespielt hat.“

Melzer: „Wir sind in keiner Partie chancenlos“

In Österreichs Team stand hinter Thiem, nach dessen bei den Australian Open erlittenen Muskelfasereinriss an den Rippen, zunächst ein Fragezeichen. Doch der US-Open-Sieger 2020 gab sowohl über Social Media als auch gegenüber Melzer Entwarnung, zu dessen Freude und Erleichterung: „Er glaubt, dass er rechtzeitig fit wird und ist da der Meinung, dass es sich ausgeht. Da muss ich ihm vertrauen. Und somit steht er natürlich auch im Team. Dass er sich seinen Saisonstart natürlich anders vorgestellt hat, ist klar, darüber brauchen wir gar nicht reden“, wusste Melzer. Der dafür sehr erfreut registrierte, dass Novak als Gewinner eines ATP-Challengers in Nonthaburi (Thailand) bereits „definitiv in Form ist. Er hat dort einige Matches gewonnen, freut sich riesig auf den Davis Cup und bringt hier immer wieder gute Leistungen.“ Die Form der weiteren ÖTV-Teammitglieder sei hingegen „schwierig einzuschätzen. Denn es ist ganz schwer, Vergleiche zwischen Australien im Freien und dem Hallentennis zu ziehen. Bei Jurij (Rodionov; Anmerkung) stehen jedenfalls zwei Siege und drei Niederlagen – das ist nicht gut, aber auch nicht ganz schlecht. Im Davis Cup hat auch er bis jetzt immer seine Leistung abgerufen und gut performed, also von dem her mache ich mir da wenige Sorgen.“

Österreichs Doppelteam Erler/Miedler beobachtete Melzer bei den Australian Open live im Stadion, bei deren erfreulichen 6:3,-7:5-Erstrundenerfolg gegen die zehntgesetzten Rohan Bopanna (Indien) und Vorjahresfinalist Matthew Ebden (Australien). „Ihr erstes Doppel war wirklich schwer in Ordnung. Ich bin daher ein bisschen überrascht gewesen, dass die beiden in der nächsten Runde gegen Jiri Lehecka / Alexander Molcan verloren haben, aber da dürfte Letzterer wohl einen Sahnetag gehabt haben. Dennoch sind Alex und Lucas auf jeden Fall auch in guter Form.“ Für Melzer ist das Doppel gegen Kroatien „sicher aber das Match, wo wir am meisten der Außenseiter sind. Wobei Mektic/Pavic in Melbourne auch früh verloren haben und daher nicht mit superviel Selbstvertrauen zum Davis Cup kommen werden.“ Beim Australian-Open-Vorbereitungsevent in Auckland war es zuletzt sogar zu einem zweiten Duell zwischen Erler/Miedler und Mektic/Pavic (nach einem 4:6, 2:6 in Florenz im Oktober 2022) gekommen. Ein kleiner Davis-Cup-Test, der für Melzer gezeigt hat, „dass Alex und Lucas dabei sind – in Auckland mehr als bei der Partie davor – und dass es möglich ist, die Partie zu gewinnen. Denn wenn man 6:7, 3:6 verliert, dann ist man nicht so weit weg. Klar ist aber, dass die beiden eine Topleistung brauchen werden und Mektic/Pavic nicht ihren besten Tag haben dürften – da müssen wir die Kirche schon im Dorf lassen. Wir sind jedenfalls in keiner Partie bei diesem Davis Cup chancenlos, aber die Gesamtaufgabe ist natürlich schwer.“

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