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Davis Cup

DAVIS CUP: JÜRGEN MELZER VERLIERT! ÖSTERREICH WIEDER IN DER RELEGATION!

Nach Jürgen Melzers 6:4, 3:6, 4:6, 2:6-Niederlage gegen Andrej Golubjew muss sich Österreichs Davis Cup-Team Kasachstan mit 1:3 geschlagen geben. „Eine herbe Enttäuschung“, so Melzer. „Wir haben uns dieses Wochenende anders vorgestellt."





3. Februar 2013

JÜRGEN MLEZER VERLIERT.
Im ersten Einzel am dritten Spieltag bot sich dem ÖTV-Team die erste von zwei Chancen, die Hoffnung auf’s Viertelfinale noch nicht endgültig ad acta legen zu müssen, Jürgen Melzer (ATP 30) konnte sie allerdings nicht nutzen: Österreichs Nummer 1 musste sich Andrej Golubjew (ATP 187) in 2:32 Stunden Spielzeit mit 6:4, 3:6, 4:6, 2:6 bzw. Österreich insgesamt mit 1:3 geschlagen geben. Das letzte Einzel zwischen Andreas Haider-Maurer und Jewgenij Korolew wurde nicht mehr ausgetragen. Im Vergleich zu seinem ersten Einzel am Freitag gegen Korolew spielte Melzer heute zu Beginn v. a. bei seinen eigenen Aufschlagspielen aggressiver und konzentrierter, attackierte mehr das Netz. Golubjew hielt aber v. a. mit seiner gepeitschten Rückhand ebenso aggressiv dagegen. Gleich beim ersten Aufschlag des 25-jährigen Russen gelang Melzer im ersten Satz das erste Break zum 1:0, mit zwei Doppelfehlern ermöglichte Melzer Golubjew allerdings das Rebreak zum 2:2. Mit dem Break zum 5:4 (Vorhand-Fehler von Golubjew nach Melzer-Netzattacke) gelang Melzer allerdings die Vorentscheidung: Nach 44 Minuten servierte er den ersten Satz zum 6:4 aus. Im zweiten Satz dominierte auf beiden Seiten lange Zeit die Quote der unerzwungenen Fehler. „Er hat dann ein bissl auf Serve-Volley umgestellt und hat die wichtigen Punkte einfach besser gespielt“ (Melzer). Mit einem Break zum 2:0 zog Golubjew rasch auf 4:1 davon, nach 33 Minuten beendete der gebürtige Russe den Satz mit einem As. Im dritten Satz konnte Melzer beim Stand von 2:1 für sich zwei Breakbälle nicht nutzen und ermöglichte Golubjew mit einem Zu-Null-Verlustgame das entscheidende Break zum 3:4, der Satz war nach 43 Minuten verloren. Der vierte Satz kippte mit dem Break zum 1:2 gegen Melzer, nach 2:32 Minuten Spielzeit beendete Golubjew das Match zum 4:6, 6:3, 6:4, 6:3-Sieg für Kasachstan. Damit muss Österreich zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder in die Davis Cup-Relegation (13. – 15.9.2013), die am 10. April ausgelost wird. Für Davis Cup-Captain Clemens Trimmel liegt der Grund für die Niederlage neben „der Tatsache, dass unsere Spieler nicht so gespielt haben wie sie es eigentlich können“ in der Stärke des Gegners: „Die kasachischen Spieler sind von ihrem Ranking her nicht dort, wo sie eigentlich hingehören. Das haben sie hier bewiesen.“


Jürgen Melzers erste Reaktion:
Das ist eine herbe Enttäuschung. Wir haben uns dieses Wochenende sicherlich anders vorgestellt. Ich habe versucht, Druck auf ihn auszuüben. Leider ist es nicht gelungen. Ich habe den ersten Satz gewonnen – da war aber auch schon Break und Rebreak drinnen.  Es ist hin und her gegangen. Er hat dann ein bissl auf Serve-Volley umgestellt und hat die wichtigen Punkte einfach besser gespielt. Für uns war klar, dass es nicht leicht werden würde. Die Kasachen waren schon alle einmal (in der Weltrangliste) vorne: Golubjew war 33. Er hat an diesem Wochenende sehr, sehr gut gespielt. Auf der anderen Seite habe ich nicht meine Bestform geboten. Man muss aber auch dem Gegner Respekt bieten und nicht bloß sagen: Ich hab Sch... gespielt! Sondern man muss auch sagen: Die Kasachen haben sehr, sehr gut gespielt. Ich habe zwar schon schlechter Tennis gespielt. Über’s Wochenende gesehen war mein Tempo einfach zu langsam, und das haben sie einfach ausgenutzt. (Über Österreich in der Relegation) Wir waren schon immer eine Nation, die zwischen Weltgruppe und Relegation gependelt ist. Einmal waren wir im Viertelfinale und sonst immer in der ersten Runde bzw. Relegation.

Clemens Trimmels erste Reaktion:
Die Hoffnung stirbt zuletzt, deshalb haben wir bis zuletzt auf den Sieg gehofft. Als Jürgen aber dann im vierten Satz mit zwei Breaks hinten war, wäre es schon ein kleines Tenniswunder gewesen, diese Partie noch zu gewinnen. Wie man sich sicherlich vorstellen kann, haben wir uns das alles etwas anders erwartet. Wir haben genau gewusst, was uns hier erwartet, und ich habe immer gesagt, dass die Kasachen nicht zu unterschätzen und eine sehr starke Davis Cup-Nation sind. Die kasachischen Spieler sind noch dazu von ihrem Ranking her nicht dort, wo sie eigentlich hingehören. Das haben sie hier bewiesen. Wenn man in drei Singles nur einen Satz gewinnt, dann verdient man es sich auch nicht, die Kasachen hier zu schlagen.

Ronnie Leitgebs erste Reaktion:
Jetzt müssen wir analysieren und herausfinden, warum unsere beiden Einzelspieler solche Spiele gehabt haben. Was ist da wirklich passiert? Das Zweite: Was ist überhaupt die Zukiunft des österreichischen Nationalteams? Da bin ich nicht ganz so negativ eingestellt. Wir haben enien Gerald Melzer, einen Michael Linzer, einen Dominic Thiem, einen Lucas Miedler usw. Was wir brauchen, ist ein etwas breiter aufgestellter Stamm an Einzelspielern.


DAVIS CUP BY BNP PARIBAS
Weltgruppe, 1. Runde
1.2. – 3.2.2013, National Tennis Center Astana


KASACHSTAN – ÖSTERREICH: 3:1

1. Februar 2013
Andrej Golubjew - Andreas Haider-Maurer: 7:6(2), 6:3, 7:6(5)
Jewgenij Korolew - Jürgen Melzer: 7:6(4), 6:3, 6:2

2. Februar 2013
Andrej Golubjew / Jurij Schukin - Alexander Peya / Julian Knowle: 6:7(5), 3:6, 6:7(3)

3. Februar 2013
Andrej Golubjew - Jürgen Melzer: 4:6, 6:3, 6:4, 6:2
Jewgenij Korolew - Andreas Haider-Maurer: wurde nicht mehr ausgetragen

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