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Davis Cup

DAVIS CUP: ENDSTAND DEUTSCHLAND - ÖSTERREICH 3:2

Garmisch-Partenkirchen, 8. März 2009. – Österreich ist auch im sechsten Anlauf seit dem Jahr 2004 gescheitert, die erste Runde in der Davis-Cup-Weltgruppe zu überstehen. Der anstelle von Rainer Schüttler aufgebotene Nicolas Kiefer brachte Deutschland mit einem 7:6 (7/3), 6:4, 6:4 über Jürgen Melzer uneinholbar mit 3:1 in Führung. Damit geht es für die ÖTV-Mannschaft im September einmal mehr um den Verbleib im Kreis der 16 besten Tennis-Nationen der Welt.

DEUTSCHLAND - ÖSTERREICH: 3:2
(8.3.2009)
Freitag, 6. März 2009 (14:30 Uhr)
Rainer SCHÜTTLER - Stefan KOUBEK 4:6, 5:7, 7:5, 2:6
Philipp KOHLSCHREIBER - Jürgen MELZER 6:7 (4/7), 4:6, 6:4, 6:3, 6:3

Samstag, 7. März 2009 (13:30 Uhr)
Nicolas KIEFER / Philipp KOHLSCHREIBER - Julian KNOWLE / Alexander PEYA 6:3, 7:6 (8/6), 3:6, 6:4

Sonntag, 8. März 2008 (13:00 Uhr
Nicolas KIEFER - Jürgen MELZER 7:6 (7/3), 6:4, 6:4
Christopher KAS - Stefan KOUBEK 2:6, 3:6

Melzer-Niederlage gegen Kiefer besiegelt das Erstrunden-Aus Österreichs
(8.3.2009)
„Es ist brutal! Dieser Davis Cup wurde entschieden, weil wir einen einzigen Punkt nicht gemacht haben“, trauerte ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller der vergebenen Chance von Jürgen Melzer nach, der am Freitag im zweiten Einzel gegen Philipp Kohlschreiber bei einer 2:0-Satzführung beim Stand von 4:2 im dritten Durchgang zwei Möglichkeiten auf ein Doppel-Break zum 5:2 ungenützt gelassen und die Partie letztlich noch in fünf Durchgängen verloren hatte. „Unser erstes Ziel wird es sein, diese Woche aufzuarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. In der Relegation müssen wir wie immer auf eine gute Auslosung hoffen, damit wir uns in der Weltgruppe halten können“, sagte Schaller.

Gegen Kiefer kam Melzer wie schon gegen Kohlschreiber gut aus den Startblöcken und führte im ersten Satz dank eines Breaks mit 4:3. Doch als der Niederösterreicher bei 5:4 auf den Satzgewinn servierte, zeigte er Nerven und ermöglichte seinem Gegner mit einem Doppelfehler den 5:5-Ausgleich. Der erste Durchgang ging ins Tiebreak, in dem Kiefer mit 7:3 das bessere Ende für sich hatte. Jeweils ein Break in den Sätzen zwei (zum 1:0) und drei (zum 5:4) genügte Kiefer, um nach 2:26 Stunden die Partie zu gewinnen.

„Ich kann die wichtigen Punkte derzeit einfach nicht machen. Ich habe mein Bestes gegeben. Ich stelle mich nicht hinein und verliere absichtlich. Aber in Summe hat es nicht zum Erfolg gegen Deutschland gereicht und das ist für uns alle enttäuschend“, sagte Melzer, der noch einmal bekräftigte, für das Doppel nicht fit genug gewesen zu sein. „Meine rechte Wade war nach dem Kohlschreiber-Match komplett zu. Ich kenne meinen Körper. Wenn ich gespielt hätte, hätte ich eine Verletzung riskiert.“

Mit der Niederlage gegen Deutschland in Garmisch-Partenkirchen ist es Österreich nicht gelungen, erstmals seit 1995 das Viertelfinale in der Tennis-Eliteliga zu erreichen. Damit wartet auf das Team von Kapitän Gilbert Schaller wie in den vergangenen sechs Jahren auch heuer wieder das Weltgruppen-Play-off, das vom 18. bis 20. September ausgetragen wird. Mögliche Gegner bei der Auslosung am 12. Mai sind die sieben weiteren Weltgruppen-Verlierer dieses Wochenendes sowie vier Nationen aus der Europa/Afrika-Zone I und je zwei Länder der Amerika- und der Asien-Ozeanien-Zone.

(7.3.2009)
Österreichs Kapitän Gilbert Schaller war gezwungen, für das Doppel eine Änderung vorzunehmen. Die schmerzliche Fünfsatz-Niederlage am Freitag gegen Philipp Kohlschreiber nach einer 2:0-Satzführung hatte bei der heimischen Nummer eins Jürgen Melzer Spuren hinterlassen. „Er war für das Doppel nicht ready“, meinte Schaller, der anstelle von Melzer den Wiener Alexander Peya an der Seite von Julian Knowle aufbot. Auch Schallers Gegenüber Patrik Kühnen änderte seine Aufstellung und setzte neben Nicolas Kiefer nicht auf den Doppel-Spezialisten Christopher Kas, sondern auf Kohlschreiber.

Der 31-jährige Kiefer, zuletzt wegen einer Verletzung im rechten Knöchel zwei Monate lang außer Gefecht, war dann der dominierende Mann auf dem Platz. Im ersten Satz gelang der deutschen Paarung zum 5:3 das entscheidende Break. Der zweite Durchgang ging ins Tiebreak, in dem die Österreicher beim Stand von 6:5 bei Aufschlag Knowle einen Satzball nicht nützen konnten. Nachdem die Kurzentscheidung mit 8:6 an das deutsche Duo gegangen war, bäumten sich Knowle/Peya noch einmal auf und sicherten sich den dritten Durchgang mit 6:3. Beim Stand von 4:4 im vierten Satz musste Peya seinen Aufschlag abgeben, anschließend servierte Kohlschreiber nach 3:15 Stunden zum Sieg der Hausherren aus, der die 2:1-Führung für Deutschland bedeutete.

„Das Doppel ist nicht so gelaufen, wie wir uns das erhofft haben, aber damit müssen wir leben. Man muss den Deutschen gratulieren. Sie haben eine gute Leistung gezeigt und sehr kompakt und konstant gespielt. Wir werden morgen versuchen, das Resultat noch umzudrehen, aber das wird jetzt bei 1:2 extrem schwer“, bilanzierte Schaller, der damit rechnet, dass Deutschland am Sonntag im ersten Einzel Nicolas Kiefer gegen Jürgen Melzer aufbieten wird.

Patrik Kühnen wollte sich nach dem Doppel noch nicht auf einen Einzel-Einsatz von Kiefer festlegen. „Wir werden uns morgen in der Früh darüber unterhalten“, meinte der DTB-Kapitän. Und Kiefer ergänzte: „Ich werde abwarten, wie ich mich regeneriere und dann eine Entscheidung treffen.“ Für das abschließende Einzel sind Stefan Koubek und Philipp Kohlschreiber vorgesehen.

Stefan Koubek gewinnt, Jürgen Melzer verliert nach 2:0-Satzführung
(6.3.2009)
Stefan Koubek sorgte für das österreichische Team im Davis-Cup-Schlager gegen Deutschland vor 4000 Zuschauern im Olympia-Eissportzentrum von Garmisch-Partenkirchen für einen Auftakt nach Maß. Der Kärntner zwang die Nummer eins der Hausherren, Rainer Schüttler (ATP-31), nach 3:37 Stunden mit 6:4, 7:5, 5:7, 6:2 in die Knie und sorgte damit für die 1:0-Führung der ÖTV-Equipe. Wie glücklich Koubek über seinen ersten Sieg am Eröffnungstag einer Weltgruppen-Partie war, zeigte die Tatsache, dass er nach dem verwandelten Matchball auf die Knie sank und seine Arme jubelnd in die Höhe streckte.

„Das war heute eine der besseren Sachen, die mir in letzter Zeit passiert sind. Vor ein paar Monaten habe ich mir nicht einmal mehr die Schuhbänder zubinden können, und jetzt komme ich zum Davis Cup mit so einem Sieg zurück. Dass ich erstmals in der Weltgruppe am Freitag einen Punkt für Österreich geholt habe, dafür fehlen mir die Worte. Ich habe im vierten Satz gut serviert und zum richtigen Zeitpunkt noch ein Schäuferl zulegen können“, freute sich Koubek, hinter dessen Karriere nach einer Bandscheiben-Operation im Mai des vergangenen Jahres sogar ein Fragezeichen stand und der als aktuelle Nummer 255 der Weltrangliste noch einmal verbissen um ein Comeback kämpft.

Im zweiten Einzel hatte es der Weltranglisten-32. Jürgen Melzer auf dem Schläger, auf 2:0 für Österreich zu erhöhen. Die heimische Nummer eins lag gegen Philipp Kohlschreiber (ATP-37) bei einer 2:0-Satzführung im dritten Durchgang mit 4:2 voran und ließ bei diesem Stand zudem zwei Breakchancen ungenützt. Kohlschreiber drehte mit dem Gewinn von vier Games in Folge den Satz und damit auch die Partie noch um und siegte nach 3:56 Stunden mit 6:7 (4/7), 4:6, 6:4, 6:3, 6:3. Damit steht es nach dem ersten Tag 1:1.

„Ich war einen Punkt davon entfernt, diese Partie zu gewinnen. Wenn ich im dritten Satz das Doppelbreak zum 5:2 mache, dann ist das Match aus. So steht es anstelle von 2:0 jetzt 1:1, das ist natürlich bitter. Aber wir müssen trotzdem nach vorne schauen, ein 1:1 haben wir in der Weltgruppe nach dem ersten Tag noch nie gehabt“, meinte ein enttäuschter Melzer. Ob der Niederösterreicher am Samstag (13.30 Uhr) an der Seite von Julian Knowle das Doppel bestreiten wird, ist noch offen. ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller: „Wir werden noch besprechen, in welcher Besetzung wir das Doppel bestreiten.“

(5.3.2009)
Die Österreicher hatten mit einem Einsatz von Kiefer bereits im Einzel am Freitag gerechnet, doch der deutsche Kapitän Patrik Kühnen setzt nach den Eindrücken im Training auf Rainer Schüttler und Philipp Kohlschreiber. „Das ist eine kleine Überraschung, aber sicher nicht negativ für uns“, befand der rot-weiß-rote Teamchef Gilbert Schaller. „Ich erwarte ein langes Auftaktmatch, da beide ihr Spiel von der Grundlinie aufbauen. Es wäre optimal, wenn Stefan den ersten Punkt holen könnte. Dann hätten wir das Plansoll für Freitag erfüllt, und Jürgen könnte ohne Druck in die Partie gegen Kohlschreiber gehen“, sagte Schaller.

Die Bilanz von Koubek gegen den Weltranglisten-31. ist mit 4:4 ausgeglichen, wobei die deutsche Nummer eins auf Hartplatz mit 4:1 die Nase vorne hat. „Wir kennen uns zwar in- und auswendig, ich erwarte mir für den Beginn dennoch ein vorsichtiges Abtasten. Ich bin gut drauf und sehr motiviert. Ich freue mich schon sehr auf dieses Match“, meinte der in der Weltrangliste derzeit auf Platz 255 liegende Kärntner, der mit der Höhenlage von 708 Metern in Garmisch-Partenkirchen gut zurecht kommt. „Ich spiele seit 13 Jahren beim Turnier in St. Anton und habe auch schon in Kitzbühel bewiesen, dass ich mit der Höhe gut umgehen kann.“

Jürgen Melzer, der als Nummer 32 in der Weltrangliste fünf Positionen vor Philipp Kohlschreiber platziert ist und in den direkten Duellen mit dem Deutschen mit 1:2 zurückliegt, erwartet ein schwieriges Match. „Er ist ein sehr starker Spieler. Ich werde mein bestes Tennis zeigen müssen, um gewinnen zu können. Ich hoffe, dass Stefan den Rainer schlagen und ich mit einem 1:0 im Rücken reingehen kann. Das wäre ein großer Vorteil für mich“, ist sich der Niederösterreicher der Schwere seiner Aufgabe bewusst.

Skeptisch ist man im Lager der Österreicher, ob die Deutschen am Samstag im Doppel tatsächlich Davis-Cup-Debütant Christopher Kas und Nicolas Kiefer aufbieten werden. „Deutschland hat für das Doppel einige Optionen. Ob diese Variante auch so zustande kommt, wird davon abhängen, was in den Einzeln am Freitag passiert“, ist Julian Knowle überzeugt. Noch ein Wort zu Alexander Peya: Der Wiener hat seine Magen-Probleme überwunden und steht dem ÖTV-Team gegen Deutschland wie geplant zur Verfügung.

Magenschmerzen beim "Baron"
(4.3.2009)
Böses Erwachen für Alexander Peya. Der Wiener tat in der Nacht auf Mittwoch wegen eines Magen-Darm-Virus kein Auge zu und musste zwei Tage vor Beginn des Davis Cup-Schlagers gegen Deutschland in Garmisch-Partenkirchen das Bett hüten. Als Trainingspartner für Jürgen Melzer, Stefan Koubek und Julian Knowle sprang kurzfristig Andreas Haider-Maurer ein. Nach dem Abendessen am Dienstag deutete noch nichts auf die Probleme bei Alexander Peya hin, doch in der Nacht auf Mittwoch traten beim Wiener starke Übelkeit und leichtes Fieber auf. „Die Symptome weisen auf einen Magen-Darm-Virus hin, daher wird Alex heute im Bett bleiben. Ich gehe aber davon aus, dass er am Donnerstag wieder zur Mannschaft stoßen und trainieren kann“, erklärte ÖTV-Teamarzt Edi Lanz.

Volle Halle am ersten Tag
Um die Vorbereitungen auf den am Freitag (14.20 Uhr live in ORF 1 und ORF Sport Plus) beginnenden Knüller gegen Deutschland dennoch plangemäß abspulen zu können, beorderte Österreichs Kapitän Gilbert Schaller kurzfristig den Niederösterreicher Andreas Haider-Maurer (ATP-267) nach Garmisch-Partenkirchen. Nach einer Einzel-Einheit am frühen Mittwochnachmittag absolvierten Jürgen Melzer, Stefan Koubek, Julian Knowle und Haider-Maurer auch noch eine Doppel-Session, ehe am Abend für die Teams das traditionelle „Official Dinner“ im Hotel „Schatten“ auf dem Programm stand. Am morgigen Donnerstag findet mit Beginn um 13.00 Uhr im 4000 Zuschauer fassenden Olympia-Eissportzentrum, für das es für den ersten Spieltag nur mehr Restkarten gibt, die Auslosung statt.

Zurück zu den Wurzeln
Während bei den Österreichern im Einzel wohl Melzer und Koubek sowie im Doppel Knowle/Melzer gesetzt sind, wird über die Aufstellung der Gastgeber heftig spekuliert. „Wir vermuten, dass im Einzel Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber zum Einsatz kommen“, meinte Koubek. Und Melzer, von deutschen Journalisten auf seine 0:7-Bilanz gegen den nach einer Bänderverletzung im rechten Knöchel wieder genesenen Kiefer angesprochen, ergänzte. „Wenn sie Kiefer am Freitag gegen mich hinstellen, dann müssen sie Kohlschreiber rauslassen – und damit rechne ich nicht.“ Trotz der bisherigen Leermeldung bereitet der heimischen Nummer eins ein mögliches Duell gegen den 31-Jährigen Kiefer keine schlaflosen Nächte. Melzer: „Bis jetzt schlafe ich noch ganz gut.“ Nicolas Kiefer hat übrigens eine besondere Beziehung zum Davis Cup-Austragungsort. Der sechsfache ATP-Titelträger hat vor 14 Jahren ein Challenger-Turnier in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. „Hier hat alles angefangen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich 14 Jahre später noch einmal hier sein würde“, so Kiefer. Für Deutschland Nummer eins, Rainer Schüttler, wird allerdings sowohl Kiefers Back-to-the-roots-Auftritt als auch das gesamte Davis Cup-Ländermatch "keine leichte Aufgabe. Jürgen Melzer und Stefan Koubek sind zwei sehr gute Spieler und das Duo Julian Knowle und Melzer ein ebenso eingespieltes wie erfolgreiches Doppel."

Das Team kommt in Form
(27.2.2009)
Eine Woche vor dem Erstrunden-Schlager in der Davis Cup-Weltgruppe gegen Deutschland vom 6. bis 8. März in Garmisch-Partenkirchen zeigt die Formkurve der heimischen Tennis-Asse sehr zur Freude von Davis Cup-Captain Gilbert Schaller nach oben. Stefan Koubek steht in Delray Beach erstmals seit Mumbai im September 2007 wieder im Viertelfinale eines ATP-Turniers. Alexander Peya erreichte an gleicher Stelle mit „Davis Cup-Konkurrent“ Philipp Petzschner das Doppel-Viertelfinale, und Julian Knowle und Jürgen Melzer haben sich in Dubai mit einem Erfolg über das Weltklasse-Duo Daniel Nestor und Nenad Zimonjic ebenfalls zurückgemeldet. Die Bilanz der rot-weiß-roten Akteure wurde in dieser Woche lediglich durch die Niederlage von Jürgen Melzer im Einzel gegen Julien Benneteau (FRA) und das unglückliche Viertelfinal-Aus von Knowle/Melzer
nach fünf vergebenen Matchbällen gegen Matkowski/Schüttler (POL/GER) getrübt

Höhepunkt in dieser Saison
„Für das Selbstvertrauen wäre ein Sieg im Einzel vor dem Davis Cup natürlich besser gewesen, aber ich war mit meiner Leistung nicht unzufrieden“, berichtete Melzer telefonisch aus dem Emirat. „Dieser Davis Cup ist für uns alle ein Höhepunkt in dieser Saison. Wir werden gegen ein starkes deutsches Team alles geben. Es wäre ein toller Erfolg, das Viertelfinale zu erreichen“, sagte der Niederösterreicher, für den die Einberufung von Nicolas Kiefer, der zu Jahresbeginn einen Bänderriss im rechten Knöchel erlitt und daher heuer noch kein Match auf ATP-Ebene bestritten hat, nicht überraschend kam: „Kiefer ist keine 18 Jahre mehr. Er weiß genau, was er zu tun hat.“ In Sachen Kiefer pflichtet Kapitän Schaller seiner Nummer eins bei: „Die Vorbereitung wird zeigen, wie fit Kiefer wirklich ist. Er kommt zwar ohne Matchpraxis zum Davis Cup, aber das wird bei einem Spieler seiner Klasse kaum ins Gewicht fallen.“

400 Fans vor Ort
Um sich auf die österreichischen Linkshänder Melzer, Koubek und Knowle  einstellen zu können, wird Deutschlands Kapitän Patrik Kühnen, der neben Kiefer auch Rainer Schüttler, Philipp Kohlschreiber und Philipp Petzschner einberufen hat, mit Andreas Beck ebenfalls eine „Linkspfote“ als Sparringpartner nach Garmisch-Partenkirchen beordern. Ein voller Erfolg war die vom ÖTV ins Leben gerufene Ticket-Aktion. „Die Nachfrage nach Karten war sehr groß. Pro Tag werden rund 400 Fans unser Team anfeuern“, sagte ÖTV-Generalsekretär Peter Teuschl.

Revanche für Unterpremstätten
(24.2.2009)
Österreichs Tennis-Asse nehmen im Olympia-Eissportzentrum von Garmisch-Partenkirchen den nächsten Anlauf, um zum vierten Mal nach 1989, 1990 und 1995 das Weltgruppen-Viertelfinale zu erreichen. Seit dem Jahr 2004 war für das ÖTV-Team fünfmal hintereinander jeweils in Runde eins Endstation, doch mit ebenso vielen Erfolgen im Weltgruppen-Play-off sicherten sich die Österreicher stets die Zugehörigkeit zum Kreis der 16 besten Tennis-Nationen der Welt. Für die Neuauflage des legendären Davis-Cup-Duells, das Deutschland 1994 in Unterpremstätten gegen Österreich mit 3:2 für sich entschied, hat ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller das Quartett Jürgen Melzer (ATP-32), Alexander Peya (ATP-176), Stefan Koubek (ATP-266) und Doppel-Spezialist Julian Knowle (ATP-Doppel 20) einberufen.

Kleiner Vorteil im Doppel
„Das ist die Mannschaft mit den größten Erfolgsaussichten. Viel wird davon abhängen, ob es uns gelingt, am ersten Tag einen Punkt zu holen. Im Doppel sehe ich mit dem Duo Knowle und Melzer einen kleinen Vorteil auf unserer Seite“, sagte Schaller, der in Garmisch-Partenkirchen auch wieder auf Stefan Koubek zurückgreifen kann. Der Kärntner war ja im vergangenen September beim 3:2-Triumph gegen Großbritannien in Wimbledon nach einer Bandscheiben-Operation noch nicht einsatzfähig gewesen. „Stefan ist auf dem Weg zurück. Er ist ein Spieler, auf den ich nicht verzichten will und der mit seiner Erfahrung sehr wertvoll für die Mannschaft ist. Und mit Alexander Peya haben wir einen Mann in unseren Reihen, der in Großbritannien beim Stand von 2:2 Nerven bewiesen und den entscheidenden Punkt geholt hat. Sollte im Einzel etwas passieren, kann man auf ihn zählen – vor allem in der Halle auf Hardcourt“, ergänzte der heimische Kapitän.

Mit Schüttler, Kiefer, Kohlschreiber und Petzschner
Schallers Gegenüber Patrik Kühnen, der 1994 in Unterpremstätten an der Seite von Michael Stich das Doppel gewann, schenkt Rainer Schüttler (ATP-31), dem nach einer Knöchelverletzung wieder genesenen Nicolas Kiefer (ATP-33), Philipp Kohlschreiber (ATP-39) und dem Wien-Sieger des Vorjahres, Philipp Petzschner (ATP-80), das Vertrauen. „Eine kleine Überraschung ist die Einberufung von Kiefer, die unsere Aufgabe mit Sicherheit noch schwieriger macht. Mit drei Top-40-Spielern haben die Deutschen im Einzel viele Varianten“, kommentierte Schaller die Aufstellung des DTB-Teams. "Gegen Österreich wird das derzeit stärkste deutsche Team auf dem Platz stehen", begründet Kühnen mit Blick auf die Weltrangliste seine Entscheidung.

Positive Bilanz gegen Österreich
Weshalb Rainer Schüttler? "Rainer ist der beste Deutsche in der Weltrangliste und hat in den vergangenen Monaten sehr konstant gespielt. Er hat sich seinen Einsatz mehr als verdient." Warum Nicolas Kiefer? "Wir haben uns in der vergangenen Woche getroffen und über die Partie gegen Österreich gesprochen. Kiwi ist voll im Training, wieder topfit und einsatzbereit. Zudem hat er gegen die österreichischen Spitzenspieler eine positive Bilanz." Weshalb Philipp Kohlschreiber? "Philipp hat bei seinen bisherigen Einsätzen hervorragende Leistungen gezeigt und immer wieder unter Beweis gestellt, wie wichtig er für das Team ist. Der Einzug in das Viertelfinale im vergangenen Jahr war vor allem ihm zu verdanken." Und warum Philipp Petzschner? "Philipp hat sich seit seinem Debüt in Moskau 2007 zu einer festen Größe im Team entwickelt. Seine Qualitäten im Doppel hat er bereits mehrfach unter Beweis gestellt und im Einzel hat er spätestens bei seinem Turniersieg in Wien gezeigt, welches Potential in ihm steckt." Gespielt wird auf Rebound Ace im 4000 Zuschauer fassenden Eissport-Zentrum von Garmisch. Mit dem Vorverkauf ist der ausrichtende Deutsche Tennis Bund (DTB) zufrieden: Für Freitag sind bereits 3000 Tickets abgesetzt, für Samstag 2000 und für Sonntag 2500. Der Sieger von Garmisch steht im Viertelfinale (10. bis 12. Juli), der Verlierer muss in den Play-offs (18. bis 20. September) um den Klassenerhalt in der Weltgruppe 1 kämpfen.

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