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Davis Cup

DAVIS CUP: EINE ENGE GESCHICHTE

Sind aller guten Dinge nicht drei, nicht vier, sondern vielleicht fünf? Nach bisher vier Niederlagen gegen Deutschland erhofft sich Österreichs Davis Cup-Captain Gilbert Schaller (Bild) beim fünften Nationenduell in Garmisch-Partenkirchen endlich eine "Trendwende".

"Eine 50-Prozent-Geschichte"
(25.2.2009)

Ein Blick in die Glaskugel: Wie wird das Duell „großer gegen kleiner Bruder“ ausgehen?

Wenn man die Papierform hernimmt und die deutschen Spitzenspieler mit unserer Nummer 1, Jürgen Melzer, vergleicht, dann ist alles ziemlich gleichwertig. Der Riesenunterschied ist halt: Wir haben nur einen Spieler, der in der Weltrangliste um die 30 steht, während die Deutschen drei, vier Spieler in dieser Leistungsstärke haben. Deshalb kommen sie in der Weltgruppe aufgrund dieser Dichtheit auch immer sehr weit. Fällt bei den Deutschen ein Spieler aufgrund einer Verletzung aus, dann holen sie einfach den nächsten Spieler auf den Platz. Wenn bei uns Melzer ausfällt, ist das eine kleine Katastrophe. Deutschland hat dadurch den Vorteil der Kompaktheit, während wir – derzeit vom Ranking her – nur einen Spitzenspieler aufbieten können. Das heißt, von der Papierform ist unsere Nummer 2 in jedem Match klarer Außenseiter. Dafür wird aber das Match zwischen den beiden Nummer 1 eine ausgeglichene Partie werden.

Wo könnte der Knackpunkt liegen?
Ich glaube, dass wir im Doppel die besten Chancen haben. Wir haben mit Melzer/Knowle ein sehr starkes Doppel. Ein weiterer Bonus ist, dass die beiden wieder miteinander auf der Tour spielen. Auch wenn sie bei den letzten Turnieren gemeinsam noch nicht die erhofften Erfolge hatten, hat jeder mit anderen Partnern in den letzten Tagen und Wochen immer eine Topleistung erbracht. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie diese Leistung dann auch im Davis Cup abrufen werden, wenn sie gemeinsam am Platz stehen.

Wie sieht der "Fahrplan" eines idealen Davis Cup-Wochenendes aus?
Das Ziel muss sein, dass wir nach dem ersten Tag ein 1:1 haben, dann das Doppel gewinnen und mit einer 2:1-Führung in den Sonntag gehen. Das muss die Auflage sein, um die Deutschen zu besiegen. Mit einer 2:1-Führung am Sonntag haben wir das Ganze zwar auch noch nicht gewonnen, dann wären aber zumindest die Karten auf unserer Seite. Da das Ganze möglicherweise eine enge Geschichte werden könnte, bin ich froh, dass Stefan Koubek dabei ist, sich nach seiner Verletzung wieder zurückzukämpfen. Auf einen Spieler mit seiner Routine würde kein Team gerne verzichten.

Ein Vergleich der beiden Spitzenspieler Jürgen Melzer und Philipp Kohlschreiber?

Das ist schwierig. Ich finde, dass Melzer besser serviert, weil er mehr Variationen hat. Kohlschreiber ist allerdings von der Grundlinie sehr unangenehm, weil er auf beiden Seiten sehr aktiv und „heavy“ spielt. Er ist keiner, der einen Mörderschuss hat, dafür aber sehr kompakte Bälle mit einer hohen Geschwindigkeit. Das ist für jeden Gegner sehr unangenehm. Melzer hat aber das ideale Spiel, um einen wie Kohlschreiber aus dem Rhythmus zu bringen. Melzer – Kohlschreiber ist daher für mich eine 50-Prozent-Geschichte.

Jürgen Melzers Bilanz gegen einen Großteil der deutschen Spieler sieht allerdings nicht gerade gut aus: Gegen Kiefer liegt er mit 0:7 hinten, gegen Kohlschreiber mit 0:2, im Head-to-Head mit Schüttler steht es 2:2. Lediglich gegen Tommy Haas hat er mit 2:1 eine positive Bilanz. Der wird im Davis Cup allerdings nicht spielen.
Stimmt, mit Kiefer hat er bisher keine sehr guten Erfahrungen gemacht. Der Jürgen ist ein Spieler, der gerne schnell den Punkt sucht und ans Netz vorgeht. Kiefer hingegen ist ein Konterspieler, der Melzer bisher immer ganz gut ausgebremst hat. Er ist ein Spieler, der für das Melzer-Spiel sehr unangenehm ist, weil er ihn nie in seinen Rhythmus kommen lässt, sehr flink ist, das Tempo gut rausnimmt, eine sehr gute Übersicht am Platz hat, sehr gut passiert und retourniert.

Deutschland gegen Österreich – im Fußball ist dieser Vergleich schon immer ein sehr emotionales Ereignis gewesen. Wird dieses Duell auch für Sie etwas Besonderes sein?
Zum jetzigen Zeitpunkt mache ich mir noch eher wenig Gedanken darüber. Ich weiß aber ganz genau, dass es sehr motivierend für uns sein wird, wenn man im unmittelbaren Vorfeld gewisse Medienberichte aus Deutschland lesen wird. Sie unterschätzen uns immer wieder sehr gerne.

wowo

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