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Davis Cup

DAVIS CUP: CLEMENS TRIMMEL AUF SPIONAGETOUR ...

... und Andreas Haider-Maurer und Alex Peya als "geheime" Court-Tester. Um einen letzten Eindruck von „Freund“ und „Feind“ zu gewinnen, beobachtete Davis Cup-Captain Clemens Trimmel österreichische und russische Spieler vor Ort beim ATP-Turnier in Zagreb. „Das war eine Reise wert.“

 


www.austria-vs-russia.at

ARENA NOVA




 4. Februar 2012

"EINE REISE WERT". "Man fällt nicht über seine Fehler. Man fällt immer über seine Feinde, die diese Fehler ausnutzen." Diesen Spruch des deutschen Schriftstellers Kurt Tucholsky nahm sich ÖTV-Davis Cup-Captain Clemens Trimmel zu Herzen und begab sich am Donnerstag Vormittag kurzfristig auf "Spionagereise" nach Zagreb, um sich beim ATP World Tour 250-Turnier in der kroatischen Hauptstadt vor dem Weltgruppen-Duell gegen Russland noch einen letzten Eindruck von "Freund" und "Feind" zu verschaffen: Österreichs Nummer 1 Jürgen Melzer hatte nach Siegen über Philipp Petzschner und Andreas Seppi das Viertelfinale erreicht. Russlands Nummer 2, Mikhail Youzhny, stand nach Siegen über Sergiy Stakhovsky und Grega Zemlja ebenfalls in der Runde der letzten acht. Kurios und spannend: Melzer und Youzhny hätten ihre Viertelfinale gewonnen, dann wären sie bereits eine Woche vor dem Davis Cup im Semifinale aufeinander getroffen. Melzer musste sich allerdings Michael Berrer 7:5, 4:6, 4:6 geschlagen geben, während Youzhny gegen Ivo Karlovic erfolgreich blieb und ins Semifinale einzog. "Bei Jürgen hat man gemerkt, dass er von dieser Matchbelastung (8 Partien in 7 Tagen inkl. Einzel-Qualifikation und Doppel; Anm.), die er leider schon lange nicht mehr gehabt, müde war", bilanzierte Trimmel während seiner Anreise ins Spielerhotel Linsberg Asia in Wiener Neustadt. "Natürlich habe ich mir aber auch die Partien von Youzhny und Bogomolov angeschaut. Bei Youzhny gegen Grega Zemlja im Achtelfinale hat man von Anfang an gesehen, dass hier mindestens eine Klasse Unterschied war. Bei Bogomolov gegen Lukas Lacko (0:6, 7:6, 1:6, Achtelfinale; Anm.) war es eine permanente Up-and-down-Leistung des Russen. Es hat mich aber sehr gewundert, wie stark er im dritten Satz zusammengebrochen ist." Alles in allem, so Trimmel, war seine Beobachtungstour "auf jeden Fall eine Reise wert, auch wenn ich hier nicht wirklich etwas Neues gesehen habe: Die beiden Russen-Matches waren eine Bestätigung von dem, was wir ohnehin schon über diese Spieler wissen."

PERFEKTER COURT. Während Melzer in Zagreb um sein erstes Halbfinale seit April 2011 (Monte Carlo; Anm.) kämpfte, testete zum gleichen Zeitpunkt am Freitag (15:00 Uhr) Andreas Haider-Maurer in der Arena Nova in Wr. Neustadt gemeinsam mit Alexander Peya erstmals den mit einer Farb-Quarzsandmischung beschichteten Opticourt. "Die beiden haben mir gesagt, dass er Platz genauso langsam geworden ist wie wir ihn haben wollten", so Trimmel über die erste Reaktion der Spieler. Peya: "Das ist ein Platz, der für unser Spiel ideal ist." Haider-Maurer: "Wir haben am Platz zwar noch ohne Linien, aber schon mit Netz, gespielt. Der Platz ist genauso wie wir ihn wollten, angenehm langsam. Er ist vergleichbar mit dem in der Stadthalle, der 2011 vielleicht nur einen Tick schneller war." Bei einer Pressekonferenz am Samstag Nachmittag zog "AHM" auch Bilanz über die von ihm gewählte Vorbereitungsstrategie: Österreichs Nummer 2 hatte zu Beginn der Saison absichtlich die Turniere in Australien ausgelassen, um sich in aller Ruhe bei Challengern in Heilbronn und Kazan auf die Saison vorzubereiten. In Deutschland war Haider-Maurer allerdings bereits zum Auftakt ausgeschieden, in Russland erreichte er nach einem Sieg gegen den zweifachen Junioren Grand Slam-Gewinner Uladzinir Ignatik (BLR) das Achtelfinale. "Das war auf jeden Fall die richtige Strategie", so Haider-Maurer. "Ich konnte einen sehr guten Aufbau machen und habe bei diesen beiden Turnieren eine ordentliche Leistung geboten. Ich habe in diesen zwei Matches gegen Gegner verloren, die eine sehr starke Leistung geboten  haben." Auch „Alt"-Davis Cupper Stefan Koubek sieht mehr Licht als Schatten: "Sollte er den Druck, vor eigenem Publikum zu spielen, in den Griff bekommen, dann wäre es möglich, dass er am ersten Tag den Punkt holt. Wenn er gut serviert und von hinten Druck ausübt, dann ist er für jeden Gegner eine Gefahr. Es wird aber wieder einmal sehr viel von Melzer und vom Doppel abhängen."

BRINGT DAS DOPPEL DIE ENTSCHEIDUNG? Mit diesem Druck könne er leben, sagt Oliver Marach. "Das ist nun einmal der Davis Cup." Da Dmitriy Tursunov, der 2011 gemeinsam mit Igor Kunitsyn Russlands sämtliche Doppelpartien absolviert hatte, von Team-Kapitän Shamil Tarpishev nicht nominiert wurde, erwartet sich Marach am zweiten Spieltag als Gegner "auf jeden Fall Mikhail Youzhny, der ein sehr guter Doppelspieler ist." Zuletzt war Youzhny 2011 in Dubai ein Doppel-Turniersieg gelungen. Ihm zur Seite "kann der Davis Cup-Kapitän der Russen eigentlich jeden anderen Spieler stellen. Wen ich eher nicht erwarte, ist Nikolai Davydenko" (Marach). Eine positive Bilanz gegen einen russischen Doppelspezialisten hat Alexander Peya: Der Wiener traf auf der Einzeltour bisher drei Mal (2002, 2004, 2008) auf Kunitsyn und konnte ein Mal als Sieger (Semifinale von Busan/CH, 2004) vom Platz gehen.


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