Zum Inhalt springen

Davis Cup

DAVIS CUP: ALEXANDER PEYA ERSETZT DEN VERLETZTEN JULIAN KNOWLE

Daviscup-Rücktritt von Stefan Koubek, Absage von Julian Knowle wegen einer Bauchmuskelzerrung – ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller fliegt nun am Sonntag mit Jürgen Melzer, Martin Fische, Alexander Peya und Andreas Haider-Maurer zum Weltgruppen-Playoff nach Israel wird dort auf einen Gegner in Bestbesetzung treffen.

"Es tut mir sehr leid"
(6.9.2010)
Eine in der zweiten Runde des Mixed-Bewerbs bei den US Open in New York erlittene Bauchmuskelzerrung macht ein Antreten von Julian Knowle im Kampf um den Wiederaufstieg in die Weltgruppe gegen Israel in Tel Aviv unmöglich. Damit steht der Doppelspezialist, der in den vergangenen 15 Länderkämpfen stets dem rotweißroten Aufgebot angehört hat, erstmals seit Februar 2003 nicht zur Verfügung. „Es tut mir sehr leid, dass ich nach so vielen Jahren nicht dabei sein kann. Ich wünsche dem Team alles Gute und glaube, dass sie gewinnen werden“, sagte Knowle.Gilbert Schaller nahm nach der Absage des Vorarlbergers Kontakt mit Oliver Marach und Alexander Peya auf. Da Marach derzeit mit akuten Problemen in beiden Schultern zu kämpfen hat, fiel die Wahl des ÖTV-Kapitäns auf Peya. „Oliver Marach muss schmerzstillende Mittel nehmen, damit er die US Open überhaupt zu Ende spielen kann. Er wird nach New York eine Pause einlegen, um die Verletzungen behandeln zu lassen“, erläuterte Schaller, der auch mit Österreichs Nummer eins Jürgen Melzer telefonierte, um die aktuelle Situation zu besprechen.

Formüberprüfung in Gleisdorf
„Jürgen Melzer und Alex Peya kennen sich gut und haben auch im Davis Cup schon zusammen Doppel gespielt. Jürgen ist zuversichtlich, dass diese Kombination funktioniert. Alex ist ein Spieler, der zudem über ausreichend Erfahrung verfügt und im Davis Cup auch schon wichtige Punkte geholt hat. Natürlich ist die Ausgangssituation durch die Absage von Julian Knowle nicht einfacher geworden. Die Form von Jürgen stimmt mich jedoch zuversichtlich. Nach seinen starken Vorstellungen bei den US Open wird er mit viel Selbstvertrauen zum Davis Cup kommen“, ist Schaller überzeugt. Das am Freitag und Samstag dieser Woche in Gleisdorf stattfindende Final Four der heimischen Tennis-Bundesliga könnte übrigens zu einer letzten Formüberprüfung für den Davis Cup werden. Melzer, Fischer und Peya stehen auf der Nennliste des TC Gleisdorf, wobei das Antreten Melzers von dessen Abschneiden in New York abhängen wird. Schaller: „Ich kann der Tatsache, dass Jürgen und Alex in der Bundesliga im Doppel noch Spielpraxis für den Davis Cup sammeln könnten, durchaus etwas abgewinnen.“

Israel in Bestbesetzung
Während ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller nach dem Daviscup-Rücktritt von Stefan Koubek und der verletzungsbedingten Absage von Julian Knowle wegen einer Bauchmuskelzerrung zu Umstellungen in seinem Team gezwungen war und nun mit Jürgen Melzer, Martin Fischer, Alexander Peya und Andreas Haider-Maurer in das Weltgruppen-Playoff vom 16. bis 19. September gegen Israel in Tel Aviv gehen wird, werden die Gastgeber in der erwarteten Formation antreten. Israels Kapitän Eyal Ran bietet gegen Österreich Dudi Sela (ATP-95), Harel Levy (ATP-209) sowie die Doppel-Spezialisten Andy Ram (ATP-Doppel 11) und Jonathan Erlich (ATP-Doppel 62) auf. In dieser Besetzung erreichte Israel im Vorjahr durch einen 4:1-Sieg zu Hause gegen Russland zum ersten Mal das Weltgruppen-Semifinale. Im vergangenen März musste sich dieses Quartett in Chile mit 1:4 geschlagen geben, wobei das Doppel Erlich/Ram den Ehrenpunkt holte.

"Eine wichtige Säule"
(31.8.2010)
Anstelle des Kärntners soll nun Andreas Haider-Maurer gemeinsam mit Jürgen Melzer, Julian Knowle und Martin Fischer in Tel Aviv das Unternehmen „Wiederaufstieg in die Weltgruppe“ in Angriff nehmen. „Ich respektiere natürlich die Entscheidung von Stefan Koubek, obwohl ich in Israel auf einen erfahrenen Spieler wie ihn gerne zurückgegriffen hätte“, kommentierte ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller, der derzeit bei den US Open in New York weilt, den Rücktritt des Villachers. Immerhin hat Koubek seit 1998 in 21 Davis Cup-Länderkämpfen 38 Einzelpartien (Bilanz: 20 Siege, 18 Niederlagen) bestritten. „Ich würde mich freuen, wenn wir in einem persönlichen Gespräch die Gründe für seinen Entschluss noch einmal aufarbeiten könnten“, ergänzte Schaller. „Stefan Koubek war eine wichtige Säule der österreichischen Davis Cup-Mannschaft und hat das heimische Tennis in diesem Teambewerb mehr als ein Jahrzehnt hervorragend vertreten. Wir waren über seinen plötzlichen Rücktritt überrascht und haben diesen Schritt mit Bedauern zur Kenntnis genommen, aber wir akzeptieren natürlich Stefans Entscheidung“, sagte ÖTV-Präsident Ernst Wolner.

Kommt AHM statt Koubek?
Erster Kandidat auf den frei gewordenen Platz im rot-weiß-roten Team ist Andreas Haider-Maurer (ATP-Rang 214), der am Montag in seinem Erstrundenmatch bei den US Open dem schwedischen Weltranglisten-Fünften Robin Söderling einen dramatischen Schlagabtausch lieferte, den der Niederösterreicher nach heroischem Kampf denkbar knapp mit 4:6 im fünften Satz verlor. „Andreas Haider-Maurer ist jener Spieler, der sich neben den bereits nominierten Akteuren am meisten für eine Einberufung aufgedrängt hat. Er hat gegen Söderling eine sensationelle Leistung geboten“, lobte Schaller, der bereits mit Haider-Maurers Manager Bernd Haberleitner Kontakt aufgenommen hat. „Eigentlich hatte er geplant, in der Davis Cup-Woche einen Challenger und dann die Qualifikation für das ATP-Turnier in Bukarest zu spielen. Ich werde heute in New York noch einmal mit ihm sprechen, danach werde ich mehr wissen“, meinte Schaller, der jetzt neben Jürgen Melzer wohl einen Debütanten als zweiten Einzelspieler in Israel aufbieten muss, nachdem bisher weder Martin Fischer noch Haider-Maurer für Österreich im Davis Cup gespielt haben.

Top Themen der Redaktion

Rollstuhltennis

Rollstuhltennis Jahresbericht 2020

Ob auf dem Tennisplatz oder abseits davon, 2020 war wohl eines der herausforderndsten Jahre im Leben vieler. Diese globale Corona-Krise wird das alltägliche Leben für Generationen verändern.

Davis Cup

25. November bis 5. Dezember 2021

Finalturnier in Österreich?

Die 18 Teams sollen nicht nur in Madrid, sondern in zwei weiteren europäischen Städten um den Titel spielen. Der ÖTV zeigt über Präsident Magnus Brunner großes Interesse an der Ausrichtung.