Davis Cup

Das Team stimmt sich auf Rumänien ein

In Wels fiebert die Daviscup-Mannschaft dem Freitag entgegen. Die Mission: Den Klassenerhalt in der Europa/Afrika-Zone 1 schaffen.

©GEPA-Pictures

Die Vorbereitungen für das Daviscup-Duell mit Rumänien in Wels (15. bis 17. September) laufen auf Hochtouren. Auf der Anlage des UTC übt Kapitän Stefan Koubek fleißig mit Doppel-Spezialist Philipp Oswald, Gerald Melzer und … Jürgen Melzer, der sich als Sparringpartner zur Verfügung stellt. Dominic Thiem und Sebastian Ofner werden am Mittwoch zur Mannschaft stoßen.

Bei der Pre-Draw-Pressekonferenz freute sich Stefan Koubek, nach dem Sommer 2015 endlich wieder ein Heimspiel austragen zu dürfen. „Hier ist alles perfekt, bis auf das Wetter. Hoffentlich werden wir bald den Center Court von innen sehen, von außen schaut er super aus.“ Auf die Aufstellung wollte sich der Kärntner noch nicht festlegen. „Dominic Thiem ist Fixstarter, er macht im Team den Unterschied aus. Gerald und Sebastian werde ich mir im Training anschauen und dann entscheiden. Bis zur Auslosung am Donnerstag sollte fix sein, wer im Einzel antritt.“ Im Doppel werden voraussichtlich Oswald und Thiem zu sehen sein. „Ich habe mit Dominic noch nie gespielt“, sagt Oswald, der statt des verletzten Oliver Marach nachnominiert wurde. „Ich bin aber flexibel. Mittlerweile wechsle ich die Partner eh wie die Unterhosen.“

Gerald Melzer ist froh, endlich daheim auf Sand sein Können zeigen zu dürfen. „Ich musste immer auswärts auf Hartplatz ran, das kommt mir nicht unbedingt entgegen. Gut, in Schweden hat’s geklappt. Aber auf Sand fühle ich mich eindeutig wohler.“ Bruder Jürgen laborierte laut Teamarzt Uli Lanz an einem Tennis-Ellbogen, eine langwierige Geschichte, im letzten Moment wurde eine Operation abgewendet, die den österreichischen Rekord-Daviscupper sieben Monate außer Gefecht gesetzt hätte. „Seit sieben, acht Tagen bin ich schmerzfrei, aber die Angst, dass die Verletzung zurückkommt, ist immer noch da“, sagt Melzer, der eine Nachnominierung ausschließt.

Österreich in der Favoritenrolle
Koubek sieht sein Team gegen Rumänien in der Favoritenrolle. „Aber wir werden nicht den Fehler machen, jemanden zu unterschätzen. Das haben wir in der Vergangenheit gelernt.“ Und Jürgen Melzer warf ein: „Mit Tecau haben sie seit Jahren einen Weltklassespieler im Doppel, er hat jetzt die US Open gewonnen, vor zwei Jahren in Wimbledon. Da ist es fast egal, wen man ihm zur Seite stellt. Das Doppel wird für uns sehr schwer.“

ÖTV-Präsident Robert Groß lobte die perfekte Infrastruktur beim UTC Wels und die Organisation durch Sandra Reichels Agentur MatchMaker. „Die Wetterprognosen stehen für Freitag und Sonntag gut. Einem Tennisfest in meinem Heimatbundesland steht nichts im Weg. Ich bin überzeugt, dass wir die Hürde nehmen. Mit Dominic Thiem können wir es in die Weltgruppe schaffen, ohne ihn wird es schwierig.“ Reichel verriet, dass für Freitag noch etwa 300 Tickets zu haben sind, für Samstag und Sonntag mehr. Der Vorverkauf sei gut gelaufen. „Das ist ein Zeichen, dass Tennis in Österreich einen Aufschwung erlebt.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Michael Strugl ist sehr stolz, dass der Daviscup vor dem WTA-Turnier in Linz im Sport- und Tourismusland OÖ gastiert. „Dass Dominic Thiem antreten wird, wird viele Fans nach Wels locken. Ein solcher Bewerb weckt die Sportbegeisterung und motiviert Tennisspielerinnen und -spieler für Training und Meisterschaft.“

Auch der Welser Bürgermeister Dr. Andreas Rabl ist happy. „Das ist für unsere Stadt nicht nur eine große Ehre, sondern signalisiert vor allem eines: Wels ist als Veranstaltungsort attraktiv.“

Zuversichtliche Rumänen: „Wir sind in Wels, um zu gewinnen. Warum nicht?“
Mit „breiter Brust“ ist das rumänische Team am Dienstagvormittag beim Pressegespräch auf der Anlage des UTC Wels aufgetreten. „Auf dem Papier sind wir zwar die klaren Außenseiter“, meinte Kapitän Andrei Pavel, „aber unsere Spieler sind hoch motiviert.“ Der ehemalige Weltklassespieler Pavel ist seit 2009 (mit Unterbrechungen) Daviscup-Kapitän und erinnert sich mit Vergnügen an die Duelle mit seinem österreichischen Pendant Stefan Koubek.

„Statistiken sind zwar nicht meine Sache, aber ich kann mich erinnern, dass ich gegen Stefan mal gewonnen habe“, sagte der sympathische Andrei Pavel. Für den Aufenthalt in Wels hat er noch einen Wunsch: „Dass das Wetter ein bisschen besser wird.“ Die von ihm einberufenen, vorwiegend jungen Spieler hätten das Potenzial, unter die Top 100 der ATP-Rangliste vorzurücken, meint Pavel.

Besonders stolz ist er, wie alle rumänischen Tennisfans, auf Horia Tecau, den frisch gebackenen US-Open-Sieger im Doppel. Der 1,90-Meter-Mann strotzt natürlich vor Selbstvertrauen. „Auf der Tour habe ich viele österreichische Spieler kennen gelernt, lauter nette Jungs. Es ist für mich ein schönes Gefühl, hier in Wels zu sein. Und ich bin optimistisch, dass wir gewinnen können.“

Den Optimismus ihres Teamleaders teilen auch die Debütanten im rumänischen Team, Dragos Dima und Bogdan Borza. Ihr Tenor: „Für uns ist es eine große Ehre, unser Land im Daviscup zu repräsentieren. Wir hoffen, dass wir am Schluss die Gewinner sind.“ Teammanger Razvan Itu ergänzte: „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit einem so jungen Team in Wels spielen. Mit einem Team der Zukunft. Ich bin überzeugt, dass wir gegen Österreich gewinnen können. Warum nicht?“  

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