Davis Cup

Das Stelldichein der Routiniers

Seit Montag bereiten sich Gerald und Jürgen Melzer, Alexander Peya und Julian Knowle in Minsk auf das Duell mit Weißrussland vor. Kapitän Stefan Koubek freut sich über die Professionalität „im zusammengeschweißten Team“.

Das Davis Cup-Team in Minsk, ausgestattet vom Modehaus Carnaby in Wiener Neustadt. ©GEPA Pictures / Matthias Hauer

Von Freitag bis Sonntag spielt das österreichische Davis-Cup-Team gegen Weißrussland. Das Team landete Montag Vormittag in Minsk, am Nachmittag rief Kapitän Stefan Koubek die Herren Gerald und Jürgen Melzer, Alexander Peya, Julian Knowle und Sparringpartner Sebastian Ofner ins Republic Olympic Training Center zur ersten Übungseinheit.

Die ersten Rückschlüsse waren rasch gezogen: Der Hardcourt, belegt mit einem Lentus Soft Pad, ist langsamer als gedacht. „Das kommt vor allem Gerald entgegen“, sagt Koubek. Der 26-Jährige (ATP 109) bekommt es als Nr. 1 am ersten Tag mit der weißrussischen Nr. 2, Egor Gerasimov (263), zu tun. Der hat Melzer vor einer Woche beim Challenger in Frankreich auf dem Weg zum Turniersieg aus dem Weg geräumt, der Platz war ähnlich beschaffen wie jener in Minsk. Ebendort hatte Gerasimov beide Einzel gegen Rumänien gewonnen. „Unschlagbar bin ich deswegen nicht“, sagt der 24-jährige Weißrusse, dem Gerald Melzer entgegnet: „Jetzt weiß ich wenigstens, wie ich gegen ihn spielen muss.“

Koubek ist mit den Bedingungen hochzufrieden, seitens der Gastgeber läuft alles professionell ab. „Nur am Wochenende werden sie uns nichts schenken“, sagt der Kärntner, der sich über sein zusammengeschweißtes Team freut. „Mit drei von ihnen habe ich ja selbst noch Davis Cup gespielt. Eine hoch professionelle Truppe. Jeder weiß, was er zu tun hat. Deswegen sehe ich uns weiter in der Favoritenrolle.“

Jürgen Melzer (ATP 156) wird am Freitag gegen Ilya Ivashka (ATP 172) starten. Der Weißrusse war bei beiden Singles gegen Rumänien chancenlos. „Er ist eine Art Wundertüte“,  sagt Sebastian Ofner, der Ivashka von Challengern kennt. „Man weiß nie, was man bekommt. An manchen Tagen geigt er richtig auf.“ Jürgen Melzer ist das einerlei, er weiß um die eigenen Stärken. „Ich fühle mich gut.“ Klingt wie eine Kampfansage, ist auch eine. Angesprochen von einer weißrussischen Journalistin, warum er denn gerade im Davis Cup meist über sich hinauswachse, sagte der 35-Jährige: „Das ist für mich eine Ehrensache, eine Herzensangelegenheit, für mein Land zu spielen. Schon als Bub haben mich Nationalmannschaften fasziniert. Ich möchte so lange Teil davon sein, solange ich dem Team helfen kann.“

Die Doppelspezialisten Alex Peya, 36, und Julian Knowle, 42,  bekommen es am Samstag mit Max Mirnyi, 39, zu tun. Beim Treffen der ehemaligen Nummern 3, 6 und 1 der Welt wird ein Hauch von Weltklasse zu spüren sein. „Aufpassen!“, warnt Knowle, „diesen Punkt zu holen wird schwieriger, als die meisten denken.“

Mittwochabend steht nach den Trainingseinheiten das Captains Dinner auf dem Programm, die Auslosung erfolgt am Donnerstag um 12 Uhr MESZ.

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