Davis Cup

Das Doppel verkürzt in Minsk auf 1:2

Julian Knowle und Jürgen Melzer trumpfen gegen Mirnyi/Shyla auf. Die Chance, die Partie in Weißrussland zu drehen, lebt.

Jürgen Melzer und Julian Knowle haben am Samstag ausgezeichnete Arbeit geleistet. ©GEPA-Pictures / Matthias Hauer

Die österreichische Davis-Cup-Mannschaft hat sich die Chance erspielt, am Sonntag die Partie in Weißrussland zu drehen. Gelingt es tatsächlich, das 0:2 in ein 3:2 zu verwandeln, spielt das Team im September um den Aufstieg in die Weltgruppe. Am Samstag sorgten Julian Knowle und Jürgen Melzer im Doppel für den ersten Punkt in Minsk. Der Vorarlberger und der Niederösterreicher schlugen Max Mirny und Jaraslav Shyla mit 6:4, 7:6 (6), 6:7 (3), 6:4. Melzer war kurz vor Beginn für Alexander Peya eingesprungen, dem seit ein paar Tagen eine Zerrung im linken Oberschenkel zu schaffen macht.

Knowle, 42, und Melzer, 35, konzentrierten sich darauf, Shyla unter Druck zu setzen. Denn Mirnyi ist immer noch ein Weltklassemann, der 39-Jährige ist Olympiasieger im Mixed, er war 2003 die Nummer 1 der Doppel-Welt. Diesbezüglich brauchen sich die Österreicher aber nicht verstecken, beide sind Sieger von Grand-Slam-Turnieren und lagen beide in der Weltrangliste auf Doppel-Platz sechs. Dem entsprechend routiniert gingen sie also ans Werk.

Im ersten Satz knöpften sie Shyla bei 4:4 das Service ab, es war die erste Breakchance im Match. Der zweite Durchgang ging ins Tiebreak, in dem die Österreicher 5:1 führten. Nach einer kurzen Zitterphase war das 8:6 geschafft. Bis zu diesem Zeitpunkt führte Knowle das Spiel, er war am Netz nahezu unantastbar. Melzer riss das Kommando im vierten Satz an sich, nachdem die Weißrussen den dritten im Tiebreak für sich entschieden hatten. Nach 3:06 Stunden war der Zauber vorbei – 6:4. Unterm Strich: Sechs von fünf Breakbällen genutzt, 81 Prozent der ersten Aufschläge im Feld, eine Klasse-Leistung.

Kapitän Stefan Koubek war erleichtert: „Wir haben das Ziel für heute erreicht. Ich bin sehr stolz auf die beiden, sie haben ein tolles Match geliefert. Es war eine Freude, zuzuschauen. Beide wissen haargenau, was sie zu tun haben. Es war nicht leicht gegen Mirnyi, und auch Shyla hat zeitweise super aufgeschlagen. Das wird ein interessanter Sonntag. Es kann alles passieren. Ivashka hat gegen Gerald den Druck des Favoriten.“

Auch Jürgen Melzer freute sich, dass das Ländermatch in die Verlängerung geht. „Wir bleiben  im Duell mit den Weißrussen im Rennen, wir haben uns die Möglichkeit erarbeitet, die Partie am Sonntag zu drehen.  Beide von ihnen haben sehr gut serviert. Wir wussten, dass wir nicht viele Chancen bekommen werden. Und die haben wir genutzt. Gerald wird gegen Ivashka ein paar Änderungen im Spiel vornehmen müssen, dann hoffe ich das Beste.

Julian Knowle, der nach dreieinhalb Jahren ein Comeback im Team gab, war erleichtert. „Wir haben sehr gut gespielt gegen ein richtig starkes Doppel. Das letzte Mal habe ich mehr als vier Sätze 2015 in Wimbledon gespielt, das ist eine Zeit her. Es war eine meine besseren Leistungen in den vergangenen Jahren“, sagte der 42-Jährige.

Am Sonntag (10 Uhr, live ORF Sport) spielt Gerald Melzer gegen Ilya Ivashka, anschließend trifft Bruder Jürgen auf Egor Gerasimov.

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