Das Damen-Leistungszentrum Linz ist eröffnet

Das neue ÖTV-Sportkonzept beinhaltet eine explizite Unterstützung des Damentennis. Ein wesentlicher Baustein dieses Konzepts ist das LZ in Linz, das in einer Kooperation mit dem OÖTV betrieben wird.


Im Beisein von  ÖTV-Präsident Robert Groß (im GEPA-Bild rechts), Dr. Michael Strugl (OÖ-Landesrat für Wirtschaft und Sport), Dr. Klaus Luger (Bürgermeister der Stadt Linz), Reinhard Pohn (Regionaldirektor Generali Versicherung AG) und Sandra Reichel (Turnierdirektorin Generali Ladies Linz) wurde am 4. August die UNION-Sportanklage in Linz-Oed eröffnet, die das Damen-Tennisleistungszentrum des ÖTV komplettiert.

Das Damen-Tennisleistungszentrum erstreckt sich nun auf drei Standorte in unmittelbarer Nähe: Wie bisher, wird im Winter auf den Trainingsplätzen des Generali Ladies Linz auf der Gugl gearbeitet; mit dem Olympiastützpunkt Linz, der gerade zum modernsten Trainingszentrum in Österreich umgebaut wird, stehen dem ÖTV alle relevanten Parameter zur Verfügung, die man im Spitzensport braucht – vom Konditions- und Krafttraining, Bewegungsanalyse und Sportpsychologie bis hin zur Ernährung; und – neu: auf der komplett sanierten UNION-Sportanlage in Oed, die heute feierlich eingeweiht wurde, kann der ÖTV im Sommer auf zwei moderne Sandplätze sowie einen Hardcourt zugreifen. Das Tennisleistungszentrum Linz wird als projektbezogene Begegnungs- und Trainingsstätte sowie jährliche Trainingsbasis für ÖTV-Kaderspielerinnen dienen.

Neben dem Fed-Cup-Kapitän und ÖTV-Damenverantwortlichen Jürgen Waber steht die langjährige österreichische Nr. 1, die ehemalige Weltklassespielerin Sybille Bammer (im Bild 2. von links), im Betreuerteam. Unter Wabers bewährter Patronanz arbeiten mit Barbara Haas, Melanie Klaffner (ganz links), Julia Grabher (2. von rechts) und Pia König die österreichischen Nummern 2 bis 5 in Linz.



Interview mit ÖTV-Präsident Robert Groß

Das Tennis-Damenleistungszentrum Linz ist eröffnet. Wie kam es dazu?
Das Damentennis wurde lange Zeit im ÖTV vernachlässigt. Das Resultat ist, dass es im Jugendbereich kaum mehr österreichische Mädchen in den internationalen Ranglisten gibt. Nach dem Karriereende mehrerer arrivierter Spielerinnen war die internationale Konkurrenzfähigkeit unserer Spitze mehr als gefährdet. Wenn wir international vertreten sein möchten, müssen wir auch international konkurrenzfähig arbeiten. Das Leistungszentrum ist ein weiterer wichtiger Mosaikstein, um das Tennis in Österreich noch professioneller aufzustellen und erfolgreicher zu machen.
 
Was wird dort geboten?
Kompetenz und Qualität, spezialisiert auf das internationale Damentennis. Um Fed-Cup-Kapitän Jürgen Waber arbeitet ein eingespieltes Team mit der ehemaligen Weltklassespielerin Sybille Bammer und Experten in allen sportspezifischen Bereichen. Neben der neuen  Tennistrainingsstätte mit einem Hart- und zwei Sandplätzen, wird das Olympiazentrum Linz komplett erneuert und bald der modernste Trainingsstützpunkt in Österreich sein.
 
Welche Spielerinnen werden bei Jürgen Waber trainieren?
Das Tennisleistungszentrum soll den besten Spielerinnen des Landes und in weiterer Folge ausgewählten talentierten Nachwuchsspielerinnen durch beste Trainingsbedingungen dazu dienen, sich international behaupten zu können. Aktuell trainieren Barbara Haas, Julia Grabher, Melanie Klaffner und Pia König ganz oder immer wieder in Linz. Das sind die Nummern 2, 3, 4 und 5 in Österreich. Auch hoffnungsvolle Talente wie Arabella Koller aus Salzburg werden zum Training eingeladen.
 
Wie beurteilen Sie die laufende Entwicklung im österreichischen Damentennis?
Im Oktober 2015, beim Generali Ladies Linz, hatten wir im Damentennis keine einzige Spielerin unter den Top 200 der Welt. Neun Monate später steht Tamira Paszek kurz vor dem Einzug in die Top 100 und Barbara Haas hat sich bis auf Platz 137 der Weltrangliste hinaufgespielt. Auch Julia Grabher hat sich auf höherer Turnierebene etabliert und wandert in der Rangliste stetig nach oben. Als kleines Land haben wir natürlich nur wenige Top-Spielerinnen. Aber die Talsohle scheint überwunden.

Wie sieht es mit dem Damen Fed Cup Team aus?
Nachdem einige routinierte Spielerinnen ihre Karriere beendet haben, ist es unser Ziel, ein junges Team mit Barbara Haas und Julia Grabher rund um unsere Nummer 1, Tamira Paszek, aufzubauen. Wir haben beim Fed Cup in Kairo erfreulicherweise den Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse geschafft und werden uns im kommenden Jahr mit Mannschaften wie England, Serbien oder Polen messen. Bei Teams dieser Stärke können wir nur lernen, aber ich hoffe dennoch, dass wir die eine oder andere Überraschung schaffen. Entscheidend im österreichischen Damentennis ist zurzeit aber noch nicht das Abschneiden im Fed Cup, sondern die positive Entwicklung unserer Hoffnungsträgerinnen. Dann kommt alles Weitere von selbst.
 
Wie schätzen Sie generell den Damen-Nachwuchs ein?
Wir haben mit der 17-jährigen Mira Antonitsch eine aufstrebende Spielerin. Sie hat es unter die Top 50 der Jugendweltrangliste geschafft und auch bei den Einstiegsturnieren auf Damenebene erste Teilerfolge gefeiert. Aber auch zum Beispiel die 15-jährige Arabella Koller oder Emily Meyer sind Hoffnungen für die Zukunft.
 
Wie schwer ist es im heutigen Damentennis zu reüssieren?
Der Schwierigkeitsgrad, es im Damen- oder Herren-Tennis zu "schaffen", das heißt, davon leben zu können, ist heute praktisch ident. Erschwerend ist, dass es im Damenbereich viel weniger Turniere gibt. Deshalb unterstützen wir als ÖTV im Sommer auch sechs  Einsteigerturniere für junge Damenprofis in Österreich. Dort können unsere Talente ihre ersten internationalen Erfahrungen machen und um Weltranglistenpunkte im eigenen Land spielen.


 

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