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ATP

Danube Upper Austria Open: Novak gewinnt Österreicher-Duell durch Aufgabe

Gerald Melzer kann das Achtelfinale beim ATP-Challenger in Mauthausen nicht beenden und muss seinem guten Freund den Sieg überlassen.

Dennis Novak ©GEPA pictures/ Matic Klansek

Mit großer Spannung wurde am frühen Donnerstagabend das Österreicher-Duell beim Danube Upper Austria Open zwischen Gerald Melzer und Dennis Novak erwartet. Es sollte der letzte, große Achtelfinal-Höhepunkt beim ATP-Sandplatz-Challenger der Kategorie 100 in Mauthausen werden. Die Zuschauer bekamen auch viel geboten – bis zum plötzlichen, vorzeitigen Ende: Melzer musste nach dem verlorenen zweiten Satz aufgrund einer Knöchelverletzung aufgeben und dem 28-Jährigen den Vortritt lassen. Dadurch ging der letzte Platz im Viertelfinale an Novak, der es dort mit seinem Landsmann Lucas Miedler zu tun bekommt. Der ebenfalls aus Niederösterreich stammende 25-Jährige hatte zuvor den Kroaten Nino Serdarusic mit 7:6 (4), 6:2 eliminiert.

Der 31 Jahre alte Niederösterreicher Melzer fand von Beginn weg bestens ins Spiel, erspielte sich schnell seinen Rhythmus und wusste Novak ordentlich zu beschäftigen. Wenig verwunderlich, dass er den ersten Durchgang glatt für sich entscheiden konnte. Auch in den zweiten Satz startete der Deutsch-Wagramer besser, schnappte sich im dritten Game das Break. Novak holte es sich aber postwendend zurück, fand danach besser ins Match und stellte von 1:2 gar auf 5:2. Am Ende des Satzes hatte Melzer Probleme mit seinem linken Knöchel, nahm zunächst noch eine Behandlungspause in Anspruch und musste schließlich beim Stand von 6:2, 3:6 aufgeben. „Bis 2:6, 1:2 habe ich nicht wirklich gut gespielt. Gerald hat mir nichts gegeben und war der klar bessere Spieler. Danach habe ich nicht mehr so viel mit mir selbst gesprochen – da war ich besser im Spiel. Es war heute einfach Glück, dass ich eine Runde weitergekommen bin. Mir tut es richtig leid, dass er aufgeben musste. Wir sind extrem gut befreundet und er hatte in seiner Karriere schon so viele Verletzungen. Ich kann mich nicht wirklich freuen“, so Novak.

Millman neuerlich gefordert

Die Nummer eins der Danube Upper Austria Open 2022 bleibt indes weiter auf Kurs. John Millman setzte sich am Donnerstagnachmittag gegen Enzo Couacaud mit 6:2, 7:6 (2) durch. Bereits in der ersten Runde war der Australier richtig gefordert gewesen und hatte über drei Sätze gehen müssen. Und auch im Achtelfinale war es für ihn alles andere als ein Spaziergang. Nach souveränem erstem Satz kämpfte sich Couacaud zurück in die Partie, agierte clever und verlangte Millman alles ab. Nachdem der Franzose schon zwei Matchbälle abwehren konnte, verpasste er nach einem Break zum 6:5 die Chance, bei eigenem Aufschlag sogar den Satzausgleich zu erzwingen. Am Ende behielt Millman im Tiebreak kühlen Kopf, ließ seine ganze Klasse aufblitzen und brachte das Spiel gegen seinen aufopfernd kämpfenden Kontrahenten zu einem Ende.

„Ich bin im ersten Satz gut gestartet und habe ein sehr gutes Niveau auf den Platz gebracht. Danach kamen einige Herausforderungen und ich habe richtig hart für meine Punkte arbeiten müssen. Es war ein hartes Stück Arbeit. Nach einer sehr langen und intensiven ersten Runde bin ich froh, dass ich das in zwei Sätzen beenden konnte. Man wird nicht jünger und will, so gut es geht, Energie sparen. Das Turnier hier ist großartig und ist super organisiert – ich fühle mich sehr wohl und freue mich auf die nächste Aufgabe“, bilanzierte die Nummer eins des Turniers nach dem Match.

Enttäuschung für Oswald und Hach Verdugo

Mit großen Erwartungen sind der Vorarlberger Philipp Oswald und sein mexikanischer Partner Hans Hach Verdugo in das Turnier in Mauthausen gestartet, doch es sollte für sie anders als vorgestellt kommen. Nach einem knappen Auftaktsieg gegen die Wiener Max Neuchrist und Neil Oberleitner musste sich das Duo am Donnerstagnachmittag den zwei Alternates Johannes Härteis (Deutschland) und Benjamin Hassan (Libanon) mit 7:6 (8), 1:6 und 8:10 im Match Tiebreak geschlagen geben. Nun geht es für Oswald und Hach Verdugo zum nächsten Turnier nach Bordeaux, um sich bestmöglich auf die French Open, dem zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres, vorzubereiten.

„Unsere Leistung hier in Mauthausen war leider nicht das Gelbe vom Ei. Wir sind angetreten, um uns die Punkte zu holen, aber wir sind nie so richtig ins Spielen gekommen. Nichtsdestotrotz hatten wir sehr viele Breakbälle, die wir aber nicht nutzen konnten – das ist bitter und nicht unser Anspruch. Wir werden schauen, dass es beim nächsten Turnier wieder besser klappt, damit wir gut vorbereitet zu den French Open reisen können“, zeigte sich Oswald nach der Niederlage enttäuscht.

Erler/Miedler setzen Siegeszug fort

Im letzten Spiel des Tages gab es dann erneut einen österreichischen Erfolg. In einem sehr engen Doppel-Viertelfinale konnten sich Alexander Erler und Lucas Miedler gegen Zdenek Kolar (Tschechien) und Albano Olivetti (Frankreich) mit 6:4, 2:6, 10:8 durchsetzen. „Es war ein richtig spannendes Spiel. Wir haben Mitte des ersten Satzes ein Break gemacht und dann super ausserviert. Im zweiten Satz war’s genau andersherum, aber da haben unsere Gegner drei sensationelle Bälle gespielt. Im Match Tiebreak waren wir schon mit 2:4 hinten, konnten es dann aber noch in unsere Richtung drehen. Bei einem unserer Matchbälle habe ich noch einen Ball genommen, der wohl ins Out gegangen wäre – das war im ersten Moment ärgerlich. Aber wir sind cool geblieben, konnten solide ausservieren und haben mit meiner Vorhand dann den Deckel draufgemacht“, freute sich Erler nach dem Einzug ins Semifinale.

Für ihn und Miedler war es bereits der fünfte Sieg in Folge. Vergangene Woche hatten die beiden den ATP-Challenger in Ostrau für sich entschieden. In Mauthausen hatten sie zum Auftakt ein w.o. der Bosnier Damir Dzumhur und Nerman Fatic erhalten. Nun bekommen Erler/Miedler die Gelegenheit, Oswald und Hach Verdugo zu revanchieren, denn im Halbfinale warten deren Bezwinger Härteis und Hassan. „Gegen die beiden haben wir schon einmal in Tulln verloren. Es war eine knappe Partie, die wir erst im Match Tiebreak verloren haben. Wir stellen uns ebenfalls auf ein enges Spiel ein, aber wir werden wieder alles versuchen“, so Erler.

Hier alle Ergebnisse vom ATP-Challenger in Mauthausen.

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