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BRAUNSCHWEIG: DER KÖNIG WAR "TOT", ES LEBE DER KÖNIG - COMEBACK VON SANDPLATZ-KÖNIG THOMAS MUSTER

Jürgen Melzer als Österreichs Nummer 1 wird er wohl kaum gefährden, "fette" Schlagzeilen sind Thomas Muster (Bild) trotzdem sicher: Beim Challenger-Turnier in Braunschweig gibt der Sandplatzkönig sein Comeback auf der Tour. Oder doch nicht?

Zurück auf die Tour?
(16.6.2010)
Gibt man auf der in regelmäßigen Abständen aktualisierten Internet-Enzyklopädie Wikipedia den Namen "Thomas Muster" ein, so erfährt man Folgendes: "Thomas Muster (* 2. Oktober 1967  in Leibnitz, Steiermark) ist ein ehemaliger österreichischer  Tennisspieler." Spätestens am 28. Juni müsste dieser Eintrag allerdings korrigiert werden, den von "ehemaliger Tennisspieler" wird dann keine Rede mehr sein können: Elf Jahre nach seinem letzten Profimatch gibt der ehemalige Weltranglisten-Erste Thomas Muster nämlich sein Comeback auf der offiziellen Tennis-Tour. Der 42-jährige Paris-Sieger von 1995, der offiziell nie zurückgetreten ist, tritt übernächste Woche bei dem mit 150.000 Dollar dotierten ATP-Challenger-Turnier (2. Kategorie) in Braunschweig an. "Ich habe damals nach den French Open 1999 ja nicht meine Karriere beendet, sondern nur gesagt, dass ich in den Urlaub gehe. Jetzt bin ich halt aus dem Urlaub zurück - von einem Comeback kann man daher eigentlich nicht sprechen", wird Muster in einer Aussendung zitiert.

"Aus Spaß an der Sache"
Als Grund für seinen außergewöhnlichen Schritt gibt Muster an, "einfach gern Tennis, vor allem auch Wettkampftennis", zu spielen. "Ich mache das aus Spaß an der Sache und nicht, weil ich Weltranglistenpunkte sammeln will. Ich möchte einfach mal wieder richtige Turnieratmosphäre schnuppern und schauen, wo ich stehe. Ich setze mir keine überhöhten Ziele, werde mein bestes Tennis zeigen und dann mal sehen, wo die Reise hingeht.“ Fit ist der österreichische Sandplatz-König und Ex-Musterprofi nach wie vor. Derzeit trainiert er sechsmal in der Woche mit täglich zwei Einheiten - Tennis, Grundlagenausdauer und Kraft. "Sicher, mit ein paar Wochen Training kann ich die Welt nicht einreißen, aber ich gebe alles. Mit harter Arbeit und dem nötigen Ehrgeiz ist viel möglich. Einige werden jetzt sagen, der ist ja verrückt, aber damit kann ich gut leben", sagte Muster. In Braunschweig wird Muster, der in den vergangenen Jahren auf der Senioren-Tour aktiv war, im Einzel und Doppel antreten und auch nächstes Jahr weitere Challenger-Turniere bestreiten.

Training mit Nicolas Almagro
Muster-Manager Herwig Straka reagierte auf die Ankündigung des Braunschweiger OK-Teams folgendermaßen: „Es ist mir wichtig festzuhalten, dass Thomas Muster kein Comeback auf der Tennistour im Sinne von regelmäßigen Starts bei Turnieren gibt. Er sieht sein Antreten beim Challenger in Braunschweig einzig und allein als sportliche Herausforderung. Nach Trainingseinheiten mit dem Spanier Nicolas Almagro und einigen anderen Spielern bei den French Open in Paris ist der Gedanke in Thomas gereift, sich mit derzeit aktiven Akteuren im Rahmen eines Turniers zu messen. Es handelt sich dabei um keinen PR-Gag, der ganz und gar nicht im Sinne von Thomas wäre. Deshalb hat er auch ein Challenger-Turnier in Deutschland für den Vergleich mit den aktuellen Profis gewählt. Sollte das Unterfangen in Braunschweig zur Zufriedenheit von Thomas verlaufen, dann sind weitere Auftritte auf Challenger-Ebene jedoch nicht ausgeschlossen.“
(Quelle: APA/red)

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