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BRADENTON / PLANTATION: BARBARA HAAS SPIELT SICH WARM FÜR DIE "ORANGE BOWL": TURNIERSIEG IM DOPPEL! FINALE IM EINZEL!

Vor einem Jahr "legte" Dominic Thiem beim "Yucatan Cup", den "Eddie Herr Championships" (Bradenton) und der "Orange Bowl" (Plantation) einen beeindruckenden Hattrick hin. Heuer versuchten Lucas Miedler, Dominic Weidinger und Barbara Haas (Bild) in die Fußstapfen von Österreichs erfolgreichstem Junior-Spieler zu treten. In Bradenton konnte hingegen nur Barbara Haas bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden. Das dafür aber mehr als bloß lautstark: Österreichs Nummer 1 eliminierte nach der Weltranglisten-Ersten Taylor Townsend im Achtelfinale auch die an Nummer 6 gesetzte Kanadierin Carol Zhao und danach im Semifinale auch die 15-jährige Schweizerin Belinda Bencic. Erst im Finale konnte sie dann gestoppt werden.



EDDIE HERR INTERNATIONAL JUNIOR CHAMPIONSHIPS - BRADENTON

ORANGE BOWL - PLANTATION


2. Dezember 2012

PURE TRADITION.
Seit mittlerweile 65 Jahren wird bereits die Orange Bowl gespielt, weil Turniergründer Eddie Herr ursprünglich für seine tennisspielende Tochter Suzanne ein Winterturnier nach South Beach holen wollte. Eine Entscheidung, die für viele Generationen danach noch weitreichende Auswirkungen haben sollte. Denn: In die Siegerlisten des weltweit wohl traditionsreichsten Jugendturniers haben sich seither TennisspielerInnen eingetragen, die dem Tennissport oft für Jahrzehnte ihren Stempel aufgetragen und das Spiel zwischen Grundlinie und Netz entscheidend verändert bzw. weiterentwickelt haben. Darunter u. a. Tony Roche (1962), Björn Borg (1972), John McEnroe (1976), Ivan Lendl (1977), Joakim Nyström (1989), Jim Courier (1987), Roger Federer (1998), Andy Roddick (1990). Mit Horst Skoff (1984) und Markus Hipfl (1994) war es auch zwei Österreichern gelungen, im Finale dieser für Junioren inoffiziellen Tennis-Weltmeisterschaft als Sieger vom Platz zu gehen.

WER FOLGT THIEM? Noch nie zuvor in der Geschichte der Orange Bowl konnten sich allerdings zwei Österreicher gleichzeitig für das Endspiel des prestigeträchtigsten Jugendturniers der Welt qualifizieren,bis im Vorjahr Dominic Thiem und Patrick Ofner ihre Tennissaison im Süden Amerikas im typischen US-Style - loud, big & successful - ausklingen ließen: Mit dem gleichen Resultat (6:1, 6:0), mit dem er bei den Eddie Herr International Junior Championships in Bradenton eine Woche vor der Orange Bowl Patrick Ofner überrollt hatte, besiegte Dominic Thiem 2011 den Kärntner auch in Plantation und fügte sich damit in die Siegerliste der Orange Bowl ein. Ein Jahr später werden von 26.11. bis 2.12. ("Eddie Herr") bzw. von 3.12. bis 9.12. ("Orange Bowl") Dominic Weidinger, Lucas Miedler und Barbara Haas ("Dort will ich noch einmal in Topform sein und die Saison gut abschließen") versuchen, in diese großen Fußstapfen zu treten. Leicht wird allerdings nicht werden, dem 19-jährigen Niederösterreicher zu folgen, der mittlerweile bei den Herren beeindruckend Fuß (u. a. Achtelfinale beim Erste Bank Open, Future-Sieg in Teplice; Anm.) gefasst hat. Gute Chancen, künftig einmal eine ähnliche Karriere wie Thiem "hinzulegen", werden von Experten dabei v. a. Lucas Miedler eingeräumt: Der U16-Europameister bereitete sich Anfang November "intensiv zu Hause auf seinen dritten US-Tripp vor", so sein Trainer Norbert Richter. Danach wurde eine Trainingswoche in der Bollettieri Acadamy in Bradenton eingeschoben. "Das Training war sehr hart, erstens sehr viele Stunden am Tag, dann bei knapp 30 Grad auf Hartplatz."

"JETZT GEHT'S LOS!"
In der Vorwoche wollte es beim ITF Kat. 1-Turnier Yucatan Cup im mexikanischen Merida noch nicht so recht klappen: Lucas Miedler - Achtelfinale, Dominic Weidinger - 2. Runde, Barbara Haas - 2. Runde. Und auch bei den Eddie Herr International Junior Championships in Bradenton in dieser Woche kann im Einzel nur mehr Barbara Haas ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden. Das dafür aber mehr als bloß lautstark. Miedler-Coach Norbert Richter: "Sie überstand zunächst die erste Runde gegen eine Chinesin (Xiaodi You; Anm.) mit 6:4, 6:0." In Runde 2 schaltete Haas die Australierin Naiktha Bains mit 6:3, 6:1 aus und bekam es im Achtelfinale mit der aktuell weltbesten Juniorin zu tun: Taylor Townsend  (USA) holte sich 2012 sowohl bei den US Open als auch in Wimbledon den Doppel-Titel. Bei den Australian Open war der 16-jährigen Linkshänderin sogar das Double gelungen. In Bradenton sorgte hingegen Barbara Haas für die(!) Sensation des Turniers: Österreichs Nummer 1 besiegte die Nummer 1 der Weltrangliste mit 6:3 7:5 (nach 2:5-Rückstand) und zog damit zunächst einmal ins Viertelfinale ein. "Ich bin so happy, die Nummer 1 geschlagen zu haben. Das gibt mir wahnsinnige Bestätigung", hatte Babsi nach ihrem Sieg über Townsend in ihrem Online-Tagebuch auf www.barbarahaas.at  gejubelt, hatte allerdings relativiert: "Ich darf mich nicht ausrasten. Jetzt geht's erst los!"

BABSI HAAS ERST IM FINALE GESTOPPT. Gesagt getan, denn auch in den kommenden Runden konnte Haas nicht gestoppt werden: Nach dem Verlust des ersten Satzes drehte die 16-Jährige im Viertelfinale gegen die an Nummer 6 gesetzte Kanadierin Carol Zhao die Partie noch um und ging letztendlich als 3:6, 6:4, 6:1-Siegerin vom Platz.  Richter: "Es war ein tolles Match von Babsi." Im Semifinale traf Haas auf  die 15-jährige Schweizerin Belinda Bencic und ließ auch von ihr nicht stoppen: Mit ihrem 6:3, 6:4-Sieg zog der Schützling von Jaroslav Bulant ins Finale ein und revanchierte sich damit für ihre beiden heurigen Niederlagen gegen Bencic bei zwei Turnieren in Scharm El-Scheich (Halbfinale und Finale). Im Finale wartete mit Ana Konjuh eine 14-jährige Kroatin, gegen die Haas das bisher einzige Duell im Jahr 2011 verloren hatte. Und auch diesmal war das kroatische Wunderkind nicht zu schlagen: Babsi Haas musste sich mit 2:6, 1:6 geschlagen geben. Barbara: ""Ich war bei jedem Schlag einfach einen Schritt zu spät." Trotz der Niederlage war Bradenton für Haas "eine tolle Woche, trotz der Finalniederlage überwiegt das Positive. Ich habe hintereinander drei Top-Spielerinnen geschlagen und gesehen, dass ich mithalten kann."

"KARTEN WERDEN NEU GEMISCHT". Dennoch kann Österreichs beste Nachwuchsspielerin Bradenton als Siegerin in Richtung Plantation ("Orange Bowl") verlassen: Im Doppel hatte sie an der Seite von Katerina Siniakova das Endspiel erreicht und sich für ihre nächste Aufgabe beeindruckend souverän warm gespielt: Haas / Siniakova fegten die US-Girls Gabrielle Faith Andrews / Taylor Townsend mit 6:3, 6:1 vom Court. "Ich hab mit Katarina sehr gut harmoniert. Sie ist eine tolle Doppelspielerin. Ein Turniersieg auf dem Niveau bedeutet mir viel." Das Turnier auf der IMG-Anlage des Trainer-Gurus Nick Bollettieri zählt zu den renommiertesten Jugendturnieren der Welt. Es ist das traditionelle Vorbereitungsturnier für die Orange Bowl, die inoffizielle Weltmeisterschaft im Jugendtennis. Schon nächste Woche wird Babsi versuchen, an ihre Leistung anzuschließen und um den Weltmeistertitel mitzuspielen: "Nächste Woche werden die Karten neu gemischt. Ich will schauen, dass ich wieder viele Matches auf so hohem Niveau spielen kann."

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