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BAD WALTERSDORF: ERSTES SEMIFINALE UND "HOFFENTLICH KEIN VIRUS" FÜR ANNA-MARIA HEIL +++ TITELVERTEIDIGER PASCAL BRUNNER GEGEN GERALD MELZER IM SEMIFINALE

Nach einer hart umkämpften Break- und Rebreak-"Orgie" zieht Südstadt-Talent Anna-Maria Heil (li.) trotz Übelkeit im zweiten Satz mit einem 6:4, 6:3-Sieg gegen Jeannine Prentner in das erste ITF-Future-Semifinale ihrer Karriere ein. Bei den Herren, die heute sowohl Achtel- als auch Viertelfinale spielen mussten, ist sowohl dem Vorjahresfinalisten Pascal Brunner (re. o.) als auch Gerald Melzer (re. u.) der Einzug unter die besten vier gelungen. Die beiden Clubkollegen kämpfen morgen gegeneinander ums Ticket für Finale.






28. Juli 2011

BRUNNER IM SEMIFINALE.
Nachdem am Donnerstag Dauerregen der große Spielverderber bei den Thermenregion Bad Waltersdorf Open war und kein einziges Einzelmatch zuließ, mussten einige Spieler am heutigen Freitag bei dem mit 20.000 Dollar dotierten Future-Turnier eine "Doppelschicht" absolvieren, da im Herrenbewerb sowohl die Achtelfinal- als auch die Viertelfinal-Partien über die Bühne gebracht werden mussten. Als erstem ist dabei Pascal Brunner (ATP 713) zunächst der Sprung ins Viertel- und einige Stunden später ins Semifinale gelungen. Der Vorjahresfinalist war "ohne große Vorahnung", so Brunner, in die Achtelfinal-Partie gegen den Australier Ryan Agar (ATP -) gegangen ("Ich kenn ihn nicht, er kennt mich nicht") und siegte klar mit 6:1, 6:0. Im ersten Satz gelangen dem 22-jährigen Mödlinger Breaks zum 2:0 und zum 5:1, im zweiten Satz nahm er Agar den Aufschlag zum 1:0, 3:0 und 5:0 ab.

"KLARER AUSSENSEITER IM SEMIFINALE". Im Viertelfinale traf Brunner auf Riccardo Bellotti (ITA, ATP 809), der in seinem auf Court 3 zeitgleich zum Brunner-Match ausgetragenen Achtelfinale eine beinahe "deckungsgleiche" Leistung bot: Bellotti, "ein äußerst gefährlicher, weil instinktiv spielender Profi" (ÖTV-Touringcoach Thomas Weindorfer), besiegte Herbert Wiltschnig (ATP 1057) glatt mit 6:1, 6:1. Im Viertelfinale kam für Bellotti allerdings das Aus: Mit 6:4, 6:3 zog Pascal Brunner in sein erstes Semifinale seit Wels im August 2010 ein. "Das war heute ein extrem intensives Match", war unmittelbar nach dem Match Brunners erste Bilanz. "Es hat sehr lange Ballwechsel und Rallies gegeben. Riccardo hat v. a. in den ersten drei Games sehr gut gespielt. Erst, als ich dann die Taktik umgestellt habe, hab ich besser ins Match gefunden und hab mir das Break, das ich zum 0:2 bekommen habe, zum 2:2 wieder zurückgeholt." Der Weg zum Erfolg führte heute v. a. über die Big Points, "die zum größten Teil ich machen konnte. Das Match war auf jeden Fall viel enger als es das Resultat aussagt." Im Semifinale bekommt es Brunner mit seinem TC Deutsch Wagram-Clubkollegen Gerald Melzer zu tun. "Wir kennen uns sehr gut und schon jahrelang. Daher wird das Match gegen ihn für mich kein leichtes werden." Das bisher einzige Duell der beiden auf ITF-Ebene konnte Melzer im August 2010 im Achtelfinale von St. Pölten mit 6:3, 6:4 für sich entscheiden. "Deshalb und auch aufgrund meines Rankings gehe ich in dieses Match als klarer Außenseiter" (Brunner).

NEUCHRIST SCHEIDET AUS. Am Einzug in das erste Future-Viertelfinale seiner Karriere ist hingegen Maximilian Neuchrist (ATP 1183) gescheitert: Der 20-jährige Wiener musste sich Norbert Gombos (ATP 467) mit 4:6, 6:7(4) geschlagen geben. Gombos war mit dem Selbstvertrauen eines Turniersiegers (Kramsach) nach Bad Waltersdorf gekommen. Trotzdem, so Weindorfer, "war das heute über weite Phasen eine hochklassige Partie von Max. Leider hat er beim Stand von 4:5 im ersten Satz ein schlechtes Servicegame gespielt. Im zweiten Satz hat er dann eine seiner bisher besten Partien gespielt, leider hat er sich keine Breakbälle erspielt. Trotzdem war das eine Partie, aus der Max sehr viel mitnehmen kann. Auch wenn es sich dabei vielleicht nur um Kleinigkeiten handelt."

MELZER KÄMPFT UND GEWINNT. Wie man es anstellen muss, den bald 21-jährigen Slowaken zu schlagen, hatte Nico Reissig zuletzt in Telfs bewiesen: Im Semifinale hatte er Gombos Anfang Juli mit 6:4, 7:6 besiegt. Nur knapp an einer Niederlage schrammte heute auch Gerald Melzer (ATP 361) vorbei: In Bad Waltersdorf an Nummer 1 gesetzt, musste er gegen den Franzosen Damien Lacombe (ATP 1393) über die volle Distanz gehen, um mit 2:6, 6:3, 6:2 in sein fünftes Viertelfinale in dieser Saison einzuziehen und sich nach zwei Erstrunden-Niederlagen zuletzt in Kramsach und Fieberbrunn wieder ein Erfolgserlebnis zu erarbeiten. Im Viertelfinale traf Melzer auf David Thurner (ATP 811), dem er vor einem Jahr in der ersten Runde des Future-Turniers in St. Pölten bereits gegenüber gestanden war und in zwei Sätzen besiegt hatte. Heute sollte der 21-jährige Deutsche für Melzer allerdings eine Hürde sein, mit der er sich länger als erwartet herumschlagen muste: Melzer siegte mit 6:3, 7:6(7). Im zweiten Satz hatte Thurner mehrmals auf den Satzausgleich aufgeschlagen, ehe sich Melzer doch noch ins Tiebreak retten konnte.

ERSTES SEMI FÜR "AMY". Um die Premiere bzw. die Wiederholung eines Erfolgserlebnisses war es vor dem Viertelfinalduell der Damen zwischen Anna-Maria Heil und Jeannine Prentner gegangen. Heil war noch nie in die Runde der letzten vier bei einem Future-Turnier eingezogen. Prentner war Anfang Juli in Havanna zum ersten Mal in ihrer Karriere im Semifinale eines Future-Turniers gestanden und hatte mit dem nächsten Semifinale diese Leistung eine Woche später - ebenfalls in Havanna - bestätigt. Sybille Bammer, mit der die 21-jährige Oberösterreicherin auf der Linzer Gugl öfters trainierte, hatte Prentner mehrmals gelobt: "Ihr Talent ist unübersehbar." Im Duell mit "Amy" Heil musste sich Prentner heute zwar mit 4:6, 3:6 geschlagen geben, bot dem Südstadt-Talent allerdings von Anfang an harten Widerstand. Das "Drehbuch" des ersten Satzes: Break für Prentner zum 1:0, Rebreak von Heil zum 1:1, Break von Heil zum 5:3, Rebreak von Prentner zum 5:4, Break von Heil zum 6:4. Der zweite Satz bot ein ähnliches Bild: Break für Prentner zum 2:0, Rebreak von Heil zum 1:3, Break von Heil zum 3:3, Break von Heil zum 5:3, ausserviert zum 6:3. Beim Stand von 3:3 sah es allerdings kurz danach aus, als könnte Heil die Partie nicht mehr zu Ende spielen.

"HOFFENTLICH KEIN VIRUS". "Sie musste sich zwei Mal mitten am Platz übergeben", so Heil-Trainer Thomas Weindorfer. "Danach ist der Arzt mit ihr aufs WC gegangen, wo ihr das Gleiche noch einmal passiert ist. Trotzdem ist es ihr danach gelungen, gegen Jeannine, die logischerweise ein bissl irritiert war, drei sehr konzentrierte Games zu spielen und das Match doch noch für sich zu entscheiden." Auslöser der Übelkeit könnte ein Toast gewesen sein, den Heil vor dem Match zu sich genommen hatte. Weindorfer: "Hoffentlich war es tatsächlich 'nur' der Toast und kein Virus, der das Semifinale unmöglich machen würde. Hoffen wir auf das Beste." Faktum ist: Anna-Maria Heil, die im März 2011 in Neu Delhi ihr erstes ITF-Future-Turnier gespielt und sich über die Qualifikation ins Achtelfinale vorgekämpft hatte, zieht mit dem Sieg über Prentner in das erste Semifinale ihrer Karriere ein und trifft dort morgen auf Katerina Vankova (CZE/WTA 1038), die Iris Khanna im Viertelfinale mit 1:6, 2:6 aus dem Bewerb warf. "Eine sehr starke Spielerin", so Weindorfer, "mit einer extrem gefährlichen Vorhand. Sollte Amy spielen können, wird das eine sehr harte Partie für sie werden."


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