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ATP

BA-CA-TROPHY: ENDGÜLTIG OHNE NADAL

Das Tauziehen um die Nummer eins des Turniers, den Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal, hielt die Turnier-Leitung der 20. BA-CA-Trophy bis zuletzt in Atem. Freitag um 10.30 Uhr bestätigte Manager Palmeri den Start des Jungstars bei der BA-CA-Trophy, um 16.30 Uhr teilte sein persönlicher Betreuer Carlos Costa mit, dass der Spieler wegen "einer im Training erlittenen Knieverletzung" nicht kommen wird.

Minuten später traf auch die Information gleichen Inhalts von der ATP in Wien ein. Keine Rede von Unterstützung der Organisatoren. Der entsetzte Turnierdirektor Peter Feigl sprach "vom größten Affront in der Geschichte des Turniertennis gegenüber einem Veranstalter!"

 

Noch 10 Minuten vor dem entscheidenen Telefonat hatte Manager Carlos Costa einen Sonderwunsch für David Nalbandian deponiert. Der Argentinier ersuche um einen ersten Spieltermin am Mittwoch. Auch ansonsten war der Manager guter Dinge. Am Morgen des Freitag hatte er Wien noch wissen lassen, daß Nadal definitiv bei der BA-CA-Trophy spielen werde und ersuchte um einen Mittwoch-Termin und ein zusätzliches Zimmer für den Physiotherapeuten von Nadal. Später avisierte er die Ankunft von Nadal für Montag...

Die Empörung der Turnierleitung stieß mehr oder minder auf taube Ohren bei Carlos und Spielervermittler Sergio Palmieri.

Selbst dem Wunsch von Feigl, Nadal möge für eine Stunde nach Wien kommen und seine Situation erklären, wurde ignoriert.

Ich meine, dass dieses Verhalten kennzeichnend für die Situation in der ATP ist: die "Knieverletzung" von Nadal und die "medizinischen Gründe" für die Absage von Coria sind Rotzbubenmanieren, die die Spielervereinigung ohne Kommentar ignoriert, obwohl sie damit den Veranstaltern und dem eigenen Image schweren Schaden zufügt.

Peter Feigl: "Wir haben seit langem jede Kleinigkeit berücksichtigt, alle Wünsche von Nadal erfüllt. Und jetzt das! Aber das Turnier ist nach den Absagen von Nadal und Coria noch immer so hochkarätig besetzt, daß wir guten Tennissport erleben werden!".

Und diese Hoffnung wollen wir durch die Liste der prominentesten Teilnehmer unterstreichen:

Neue Nummer 1 ist jetzt David Nalbandian. Der 23jährige Argentinier, 9. im Entry und derzeit die Nummer 2 der Trophy, war heuer Sieger in München und im Viertelfinale bei den US Open, in Peking, Wimbledon und bei den Australian Open. Der Vorjahrs-Semifinalist der BA-CA-Trophy hat also auf Hartplatz starke Leistungen gebracht und ist in Wien für einen Sieg „fällig“.

Gaston Gaudio: der 26jährige argentinische French-Opensieger 2004, Elfter der Entry-List und derzeit Nummer 3 der BA-CA-Trophy , hat heuer schon fünf Turniere gewonnen (Kitzbühel, Gstaad, Estoril, Vina del Mar, Buenos Aires) und war Finalist in Stuttgart. 
Radek Stepanek: der 26jährige Tscheche wartet noch auf seinen ersten Turniersieg, dem er heuer schon mit zwei Finali (Mailand, Ho Chi Minh City) nahe gekommen ist. Freitag stand er im Viertelfinale von Tokio. Der tschechische Daviscup-Spieler trat in der Wiener Stadthalle erstmals 2002 in Erscheinung, als er in der ersten Runde überraschend Stefan Koubek besiegte und bis ins Semifinale vorstiess.
Ivan Ljubicic: der 26jährige kroatische Daviscup-Finalist (16 im Computer) nahm heuer auch die Hürde des ersten Turniersieges (Zagreb) und wurde an noch grösseren Erfolgen eigentlich nur durch Roger Federer (Finale Doha, Finale Dubai, Achtelfinale Indian Wells) gehindert. In Wimbledon scheiterte er an Jürgen Melzer, Freitag stand er nach einem Sieg über Melzer-Bezwinger Santoro im Viertelfinale von Metz.
Fernando Gonzalez: der 25jährige kraftvolle Chilene erhöhte sein Konto an Turniersiegen heuer um zwei (Auckland, Amsterdam) auf insgesamt 6. Im Wimbledon-Viertelfinale trotzte er dem späteren Sieger Roger Federer. Im Entry ist er derzeit die Nummer 18.
Feliciano Lopez: der 24jährige spanische Titelverteidiger, Nummer 23 im Entry, hat zu Wien eine spezielle Bindung. In der Stadthalle gewann er in seinem zweiten Finale sein erstes Turnier. Heuer lieferte er Lleyton Hewitt im Viertelfinale von Wimbledon einen grossen Kampf und stand zuletzt in New Haven im Endspiel gegen James Blake.

Und noch zwei ganz prominente Spanier finden wir in der Setzliste: Juan Carlo Ferrero, Sieger in Roland Garros 2003 und damals auch Nummer 1 der Welt. Dazu kommt Tommy Robredo, der auf schnelleren Belägen besonders stark spielt.

Am besten kennzeichnet man die Stärke des Teilnehmerfeldes aber mit einigen weiteren Namen:

Tommy Haas (Wien-Sieger 2001), Tim Henman (Wien-Sieger 2.000) und der Wien-Finalist von 2003, Carlos Moya, sowie der aufstrebende Tscheche Tomas Berdych, sein Landsmann Jiri Novak und der französische Ballartist Sebastien Grosjean!

Überraschungen erhofft man natürlich von den Österreichern Jürgen Melzer, Stefan Koubek, Oliver Marach und Alexander Peya.

Dazu auch das Turnier der Senioren mit Thomas Muster - wir werden in der Wiener Stadthalle ein Tennisfest feiern! Und wahrscheinlich ist es besser, dass die beiden Absagen gekommen sind, als wenn Nadal und Coria nur zum Kassieren gekommen wären. Peter Feigl muss jedenfalls nicht befürchten, dass er jetzt zumindest für Kenner der Lage "unglaubwürdig geworden" sei...

Für die am Samstag, 11.00 Uhr, beginnende Qualifikation für die 20. BA-CA-Trophy erhielt Daviscupspieler Julian Knowle eine Wildcard. Die beiden anderen Wildcards gingen an die beiden Führenden in der Jugend-Rangliste, den achtzehnjährigen Niederösterreicher Andreas Haider-Maurer und den 16jährigen Wiener Mathias Feitsch. Nummer eins in der Qualifikation ist der hochbegabte Serbe Novak Djokovic (Nummer 82 !).

Alle Österreicher erhielten angesichts der Besetzung natürlich schwere Gegner.

Feitsch trifft um 11.00 Uhr auf Jean-Rene Lisnard (FRA), Knowle auf Nicolas Almagro (ESP), nicht vor 13.00 Uhr, Rainer Eitzinger auf Lukasz Kubot (POL) nicht vor 17.00 Uhr und Haider-Maurer auf Simon Greul (GER), 4. Spiel Halle B.

fk

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