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ATP

BA-CA: MELZER - GAUDIO 6:7, 6:3, 7:6!

Exakt das hat dieses Turnier gebraucht! Ein tolles Match auf hohem Niveau und die Bestätigung, dass Jürgen auf Hartplatz fast alle bezwingen kann. Das war der Stadthallen-Roar, wie wir älteren Tennisfans ihn in Erinnerung haben, das war beste Werbung für unseren Sport!

Im ersten Satz etwas mehr Chancen für Melzer (ATP 52), aber kein Break bis 6:6. Im Tiebreak 4:1-Führung für Jürgen; aber dann retournierte Gaston Gaudio (Nr. 11 im Ranking, auf 2 gesetzt) gewaltig, glich aus und setzte den Lauf gleich bis zum Satzgewinn fort.
Im zweiten Set zu Beginn Break für Jürgen, aber bei 2:1 und 30:0 ein paar Fehler und Gleichstand. In der Folge durchwegs verlorene Servicegames bis zum 4:3 für den 24-jährigen Österreicher; dann 5:3 und gleich noch ein Break zum Satz-Ausgleich.
Der dritte Set ließ an Spannung, ja im Finish an Dramatik nichts zu wünschen übrig. Zu selten ließ der Kitzbühel-Sieger 2005 zu, dass ihn Jürgen mit hohen Bällen auf die Rückhand zu Fehlern zwang, zu selten kam leider auch der erste Aufschlag. Und - um noch eimal zu beckmessern - der Volley ist für das aggressive Spiel des Linkshänders noch immer nicht konsequent genug, die Stopps mißlangen zu Beginn und weitere Versuche waren nicht gut genug. Aber mit der Unterstützung des Publikums kämpfte Melzer wie ein Beserker um jeden Ball, obwohl er von Beginn an Enttäuschungen zu überwinden hatte: eine Auflage zum Break auf 2:0 vergeben, 1:1 und gleich danach Break auf 1:2. Mit dem Aufschlag ging`s bis 3:5, immer mehr konzentrierte sich Gaudio auf seine Servicegames - und wie so oft ging`s schief. Rebreak auf 5:5 - Ovationen, Störversuche, die den Argentinier doch aus der Konzentration brachten. Wieder ein Tiebreak, das diesmal alles entschied: Melzer führte 3:1, bei 3:3 wurde gewechselt. Bei 5:4 zwei Smash-Auflagen für Jürgen: statt den Ball aufspringen zu lassen, um nicht ins Kunstlicht zu schauen, schlug er volley, Gaudio brachte die Sicherheits-Smashes zurück, Aufstöhnen im Publikum. Bei 5:5 aber das Verhängnis für den Gegner, ein Doppelfehler! Schon den ersten Matchball verwandelte Jürgen cool nach starkem Service, zu einem Prestigeerfolg, der zusammen mit den Daviscupsiegen nach den Enttäuschungen des Sommers zur rechten Zeit kommt. Zugleich mit dem neuen Kneissl-Racket, das offenbar hält, was man sich davon verspricht, denn Jürgen hat sich schnell daran gewöhnt...
Ich möchte noch ein abschließendes Kompliment anbringen: schon mehrmals habe ich geschrieben, dass sich Jürgen durch Interventionen selbst am meisten stört, und ich weiss, dass er das nicht gern gelesen hat. Umso wichtiger ist es, heute herauszustreichen, das er bei einigen Bällen zwar kurz reklamiert hat, aber ruhig, professionell, ohne die Konzentration zu verlieren.
Wer den jungen Mann aus Deutsch Wagram kennt, der weiss, dass es Jürgen noch besser kann. Hoffentlich beweist er es im Achtelfinale und "rächt" Stefan Koubek mit einem Sieg über den Franzosen Jean Rene Lisnard...

Weitere Einzel-Resultate vom Mittwoch:
1.Runde:
Ivan Ljubicic (CRO) - Agustin Calleri (ARG) 6:4, 6:3
Carlos Moya (ESP) - Björn Phau (GER) 7:5, 6:4
David Nalbandian (ARG) - Sebastien Grosjean (FRA) 6:4, 6:7. 6:3
Tommy Robredo (ESP, Nr. 5) - Ivo Minar (CZE) 7:6, 6:4
Achtelfinale:
Radek Stepanek (CZE, Nr. 3) - Tim Henman (GBR) 6:7, 7:6, 6:1.

Das Donnerstag-Programm (Achtelfinale):
14.00: Fernando Gonzalez (CHI, Nr. 6) - Carlos Moya (ESP)
16.00: Oliver Marach - Feliciano Lopez (ESP, Nr.8)
17.30: David Nalbandian (ARG, Nr. 1) - Rainer Eitzinger
gefolgt von: Jean Rene Lisnard (FRA) - Jürgen Melzer
gefolgt von: Tommy Haas (GER) - Ivan Ljubicic (CRO).
In Halle B nach 14.00 Uhr mehrere Doppel und das Single Nicolas Lapentti (ECU) - Juan Carlos Ferrero (ESP).

Drei Österreicher, angeführt von Jürgen Melzer, unter den letzten Sechzehn eines 600.000 Dollar-Turniers, Koubek nur an seinen Nerven gescheitert, Peya stark im Einzel und Doppel - eine Erstrundenbilanz, die sich sehen lassen kann. Ebenso wie die gut 5000 Zuschauer, die heute die Halle D füllten.
Oliver Marach und Rainer Eitzinger haben heute am Vormittag in der großen Halle trainiert. Sie freuen sich auf die Herausforderung der Großen - und auf die Unterstützung der vollen Halle. Die wird am Donnerstag zum Bersten voll sein, das kann man bei Preisen wie bei der ersten Trophy vor 20 Jahren unschwer prophezeien...

fk

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