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ATP

BA-CA: KOUBEK - LISNARD 6:4, 6:7, 3:6

6:4, 4:0 - aber dann zweieinhalb Stunden Kampf, nein Krampf - Stefan Koubek (ATP 102) hat wieder einmal ein Match gegen sich selbst verloren. Dass ihm das ausgerechnet in "seiner" Wiener Stadthalle passiert, ist bitter; gegen den Handwerker Jean Rene Lisnard (FRA, 138) - doppelt bitter.

Der 28-jährige Linkshänder macht in diesem Jahr wirklich viel durch: die ATP-Sperre, Verletzungen, Krankheit - und dann dieses ständige Zittern um den Erfolg, das fehlende Vertrauen in die Schläge, die bitteren Niederlagen, für die er sich vor sich selbst am meisten geniert. Das hat er schmerzhaft in Wimbledon erlebt, in etlichen anderen Turnieren, im Daviscup gegen Nicolas Lapentti und auch heute gegen Lisnard, der von den Voraussetzungen kein Top100-Spieler ist und sich im Tennis-Können mit Stefan keineswegs messen kann. Aber Koubek wird von Koubek geschlagen: im ersten Satz führte er 4:1, dann 4:4, ehe er das 6:4 holte. Im zweiten Set lag er mit 4:0 (!) voran; aber wer erwartete, dass er den Franzosen nun glatt finishen werde, der wurde arg enttäuscht. Koubek war nur selten in der Lage, die längeren Ballwechsel so abzuschließen wie er das möchte, der letzte Ball landete oft und oft im Netz oder im Out. Seine besten Schläge spielte er bei Rückstand - auch bezeichnend für seine nervliche Verfassung.
Statt eines schnellen Erfolges entwickelte sich ein schwaches, verkrampftes Match mit mehr als hundert unerzwungenen Fehlern. Dass sich Lisnard im Tiebreak und dann im dritten Satz durchsetzte, ist auf seine steigende Serviceleistung zurück zu führen und darauf, dass er die richtigen Schlüsse aus diesem Kampf Koubek gegen Koubek zog: Locker bleiben, Fehler möglichst vermeiden, Winners versuchen, wenn sich wirklich die Chance ergibt. Der Kopf hat entschieden. Tut Leid Stefan - viel Arbeit beim Neuaufbau für das nächste Jahr; für Dich, für Günter Bresnik und sinnvoller Weise für jemanden, der den Kopf klar macht und Dir das Vertrauen in Dein großes Können zurück gibt...
Weitere Erstrundenergebnisse:
Radek Stepanek (CZE) - Luis Horna (PER) 6:7, 6:0, 6:3
Ivo Minar (CZE) - Kevin Kim (USA) 7:6, 6:3
Tommy Robredo (ESP) - Ricardo Mello (BRA) 7:5, 3:6, 6:2
Tommy Haas (GER) - Tomas Zib (CZE) 6:4, 6:3
Juan Carlos Ferrero (ESP) - Stanislas Wawrinka (SUI) 3:6, 6:2, 6:3.

Das Mittwoch-Programm

Ab 14.00 Uhr Agustin Calleri (ARG) - Ivan Ljubicic (CRO).
Ab 16.00 Uhr Björn Phau (GER) - Carlos Moya (ESP), gefolgt von Jürgen Melzer - Gaston Gaudio (ARG).
Nicht vor 19.30 David Nalbandian (ARG) - Sebastien Grosjean (FRA), gefolgt von Radek Stepanek (CZE) - Tim Henman (GBR).
In der B-Halle ab 14.00 Uhr u.a. mehrere Doppel; im zweiten Match versuchen Koubek/Peya dem Welt-Spitzenpaar Knowles/Nestor ein Bein zu stellen.

fk

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