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ATP

ATP-Rivalen machen Dominic Thiem beim Comeback Mut

Andy Murray und Rafael Nadal haben für Österreichs Weltklassemann aufmunternde Worte parat.

Dominic Thiem, Andy Murray ©GEPA pictures/ ZUMA Press/ AFP7/ Irina R. Hipolito

Beim ATP-Masters-1000-Turnier in Madrid hat Dominic Thiem bei seinem vierten Spiel im Zuge seines Comebacks nach einer Handgelenksverletzung die ebenso vielte Niederlage kassiert. Der 28-Jährige unterlag dem Ex-Weltranglistenersten Andy Murray am Montag am späten Abend mit 3:6, 4:6 und wird damit im ATP-Ranking nächste Woche ein erstes Mal seit jenem vom 3. März 2014 außerhalb der besten 100 liegen, sogar auf einen Platz außerhalb der besten 160 zurückfallen. Doch ausgerechnet in dieser so schwierigen Zeit machen einige der härtesten Rivalen dem rot-weiß-roten Spitzenspieler Mut. Allen voran Murray, der mit seiner künstlichen Hüfte bestens weiß: „Es ist nicht leicht, nach so einer langen Zeit wieder zurückzukommen. Ich hoffe, dass es mehr eine Art mentale Sache für ihn ist, durch die er mit mehr Matches hinüberkommen wird und dass es nicht etwas ist, das bei ihm immer noch Schmerzen oder Unbehagen verursacht“, meinte der 34-Jährige über Thiems Verletzung. Dem Briten entging natürlich nicht, dass Thiem noch nicht ganz wieder der Alte ist: „Zeitweise hat er’s gut getroffen, aber da gab’s sicherlich bestimmte Schläge, die er normalerweise macht.“

Murray: „Du wirst schon wieder“

Murray erkannte bei Thiem aber bereits wieder positive Ansätze: „Er serviert immer noch gut, hat einen fantastischen Kickaufschlag und hat von der Rückhand sehr gut gespielt. Er bewegt sich exzellent.“ Bereits beim Handschlag nach dem Spiel hatte er für den rot-weiß-roten Spitzenspieler nette, aufmunternde Worte parat gehabt: „Ich hoffe, du fühlst dich bald besser. Schön, dich wieder zurück zu sehen. Mach weiter! Es braucht ein wenig Zeit, aber du wirst schon wieder.“ Thiem bedankte sich dafür nicht nur am Netz, sondern auch danach in der Pressekonferenz: „Es war wirklich nett, seine Worte am Netz, und es ist noch weit mehr wert von jemandem wie ihm, der wirklich selbst durch diesen ganzen Erholungsprozess hindurchgegangen ist. Er ist einer der Wenigen, die genau wissen, wie schwierig das ist, von einer großen Verletzung zurückzukommen, und er ist natürlich ein Vorbild darin, wie er mit seiner Hüftverletzung zurückgekommen ist.“

Nadal hat keinerlei Zweifel an Thiem

Bereits vor dem Erstrundenkracher zwischen Murray und Thiem hatte auch Rafael Nadal bei seiner Pressekonferenz seine Meinung zum Comeback von Letzterem preisgegeben – und überhaupt keine Zweifel an der Fähigkeit des Lichtenwörthers geäußert, sich früher oder später in voller Stärke zurückzumelden: „Es ist nicht der Zeitpunkt, um Dominic nun unter Druck zu setzen, und es wäre nicht so fair, ihn mit mir zu vergleichen. Ich bin nicht der Typ, der gerne selbst positiv über sich redet, aber es stimmt, dass die Art und Weise, auf die ich mehrmals in meiner Tenniskarriere zurückgekommen bin, etwas Besonderes ist und nicht was Gewöhnliches. Denn wenn man nach einer langen Zeit ohne zu spielen zurückkommt, ist’s normal, dass es ein gewisser Prozess ist. Und das ist es, wo Dominic hindurchgeht. Und ich habe keine Zweifel, dass er – wenn er gesund ist – zurückkommt, diese Woche, nächste Woche, in Roland Garros. Und wenn nicht, dann in Wimbledon oder danach. Es geht ums Wann. Wenn er wirklich die Entschlossenheit und die Leidenschaft hat, um weiterzumachen, habe ich keinerlei Zweifel, dass er seinen Level wieder zu 100 Prozent zurückgewinnen wird.“

Melzer: „Er steigert sich von Spiel zu Spiel“

Überzeugt zeigte sich auch ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer in der Tiroler Tageszeitung, dass Thiem auf den gewohnten Level zurückkehren wird: „Was auf jeden Fall auffällt ist, dass Dominic bei der Vorhand noch der richtige Dreh fehlt. Der Topspin ist nicht mehr so hoch wie letztes Jahr – was sicher mit dem Handgelenk zu tun hat“, so der 40-Jährige. „Aber ich bin mir sicher, dass er das wieder in den Griff bekommt und noch heuer wieder zu alter Stärke findet. Er steigert sich von Spiel zu Spiel.“ Thiem selbst versuchte indes, auch nach der erneuten Auftaktniederlage weiter positiv zu denken: „Ich hatte ein paar sehr erfolgreiche und vor allem lehrhafte Tage in Madrid. Das Training, die Atmosphäre und die Leute waren unfassbar“, schrieb er via Social Media. „Natürlich wollte ich dieses Match gewinnen, aber es fehlt noch die Konstanz, welche ich aber mit viel harter Arbeit zurückbekomme! Mein Team und ich wissen genau, was ich noch verbessern muss, und wir werden täglich daran arbeiten. Ich bin und bleibe positiv. Ich gehe an jedes Training und an jedes Match so ran, dass ich immer aus meinen Fehlern lernen kann, sodass ich täglich einen Schritt besser als gestern sein kann. Ich bin überglücklich, dass ich seit einigen Monaten wieder jeden Tag ohne Schmerzen und ohne Bedenken auf dem Platz stehen kann und das mache, was ich liebe.“ Bereits vor Madrid hatte Thiem zur Geduld mit ihm gemahnt. Derzeit wisse er selbst nicht, was er erwarten könne, aber „ich hoffe, dass ich mir im Jahr 2023 jenen Platz unter den Topspielern sichern kann, den ich in der Vergangenheit hatte. Nämlich, dass ich Roland Garros gewinnen kann, weil ich vorhabe, bei diesem Turnier in Bestform zu sein.“ Dafür wird es 2022 womöglich knapp werden. Doch die French Open 2023 kommen bestimmt. Und die nächsten Siege von Thiem.

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