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ATP

ATP Madrid: Thiem auch mit Auftaktniederlage gegen Murray

Österreichs Spitzenspieler läuft beim Comeback weiter einem ersten Erfolgserlebnis hinterher und fällt nun aus den Top 100.

Dominic Thiem © GEPA pictures/ ZUMA Press/ AFP7/ Irina R. Hipolito

Viertes Match, vierte Niederlage: Dominic Thiem muss bei seinem Comeback nach seiner neunmonatigen Zwangspause weiter auf den ersten Sieg warten. Der 28-Jährige ist am späteren Montagabend jetzt auch bei den Mutua Madrid Open gleich in der ersten Runde ausgeschieden. Der Niederösterreicher (ATP 91) musste sich bei der ATP-Masters-1000-Sandplatzveranstaltung in Spaniens Hauptstadt gegen den Ex-Weltranglistenführenden Andy Murray (ATP 78) nach über 1:42-stündigem Kampf mit 3:6, 4:6 geschlagen geben – die dritte Niederlage im fünften Vergleich der beiden, nach zuletzt zwei Siegen über den Schotten, der selbst, nach verletzungsreichen Jahren, mit einem künstlichen Hüftgelenk um den Wiederanschluss an die Weltspitze kämpft.

Thiem zeigte neuerlich gute Ansätze, doch beging nach wie vor zu viele Fehler, vor allem mit seiner Vorhand. Der US-Open-Sieger 2020 und Ex-Weltranglistendritte musste gleich in seinem ersten Aufschlagspiel bei 0:1 einen ersten Breakball abwehren. Bei 2:3 gelang ihm Selbiges nicht mehr. Selbst konnte er aus 0:30-Situationen bei Aufschlag Murray bei 2:2 und 3:5 keinen Profit schlagen und sich keine Breakchancen erarbeiten. Das änderte sich zwar im zweiten Satz, als er bei 1:0 deren drei vorfand – jedoch keine einzige davon nützen konnte. Murray machte es besser, schlug im nächsten Game bei 1:1 abermals bei der ersten Gelegenheit nach 30:15 für Thiem zu. Österreichs Nummer eins bekam darauf keine Möglichkeit mehr, um nochmal ins Match zurückzukommen.

Thiem fällt aus Top 100 und hinter Novak und Rodionov

Auch bei jenem ATP-Masters-1000-Event, bei dem Thiem in den vergangenen Jahren die konstantesten Resultate verzeichnet hatte (Finale 2017 und 2018, Halbfinale 2019 und 2021), sollte sich also keine Trendwende einstellen. Der langjährig gewohnte Status des Lichtenwörthers als bestgereihter Spieler seines Landes und ATP-Top-100-Mitglied geht hiermit am kommenden Montag zu Ende. Das nicht verteidigte Vorjahres-Semifinale wird darin resultieren, dass Thiem in der Weltrangliste erstmalig seit jener vom 3. März 2014, als er erst Schritt für Schritt die Karriereleiter hochgestiegen war, aus den Top 100 fällt – voraussichtlich sogar auf eine Position außerhalb der besten 160, hinter Dennis Novak und Jurij Rodionov. Damit wird auch erstmals seit 28. April 1986, als Thomas Muster auf dem Weg nach oben erst die Nummer 119 der Welt war, kein einziger Österreicher unter den Top 100 aufscheinen. Ein negativ historisches Ereignis, wenngleich dieses ohne das Verletzungspech Thiems gewiss nicht zustande gekommen wäre.

Die Hoffnung auf eine schon baldige Änderung des Status quo besteht freilich. Nicht nur weil Thiems Rückkehr in die Top 100 – weitgehende Verletzungsfreiheit vorausgesetzt – lediglich eine Frage der Zeit sein dürfte, sondern auch weil Novak und Gerald Melzer eine Rückkehr in diesen elitären Kreis jederzeit zuzutrauen ist. Und mit Rodionov, Filip Misolic und Lukas Neumayer bereits einige junge, vielversprechende Talente nachrücken. Thiem indes wird den nächsten Anlauf zu einem ersten Sieg im Rahmen seines Comebacks und zu den erhofften Schritten in Richtung der baldigen Top-100-Rückkehr schon kommende Woche angehen, der Schützling von Nicolas Massu geht vor den French Open in Paris (ab 22. Mai) noch beim ATP-Masters-1000-Turnier in Rom und danach beim ATP-World-Tour-250-Event in Genf an den Start.

Hier alle Ergebnisse vom ATP-Turnier in Madrid.

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