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ATP-Challenger Wilna: Weissborn holt in Finalkrimi ersten Saisontitel

Dem ÖTV-Doppel-Ass, die Nummer 87 des ATP-Doppelrankings, glückt in Litauen ein imposanter Turniersieg.

Tristan-Samuel Weissborn © | GEPA pictures/ Patrick Steiner

Im vierten Finalanlauf in diesem Jahr hat’s nun geklappt: Tristan-Samuel Weissborn hat beim ATP-80-Challenger in Wilna Samstagnachmittag seinen ersten Saisontitel gefeiert. Der Wiener entschied das Doppelendspiel des Hartplatz-Hallenturniers in der litauischen Hauptstadt, mit dem Monegassen Romain Arneodo an zwei gereiht, gegen die Franzosen Dan Added und Theo Arribage mit 6:4, 5:7 sowie 10:5 im Match Tiebreak für sich. Für ihn ist dies der 18. ATP-Challenger-Turniersieg seiner Karriere. Dieser bringt (pro Kopf) 1335 Euro Preisgeld und 80 Weltranglistenpunkte – dem 30-Jährigen jedoch dieses Mal keine Verbesserung im ATP-Doppelranking, da er in dieser Woche einen Titelgewinn von einem Event in derselben Kategorie aus Losinj (Kroatien) aus dem Vorjahr zu verteidigen hatte. Einen Rückfall in der Doppelweltrangliste konnte er damit aber immerhin verhindern.

5 Matchbälle vergeben: Finalkrimi nach klarer Führung

„Ich habe gar nicht gewusst, dass es mein viertes Finale heuer war. Ich habe das Gefühl gehabt, dass die Saison bislang eher medium war“, bekannte Weissborn gegenüber dem ÖTV. Alles andere denn medium waren allerdings die Auftritte in Wilna. Besonders in den ersten drei Matches, in denen er und Arneodo keinen Satz und gesamt gerade einmal 14 Spiele hergegeben hatten. „Die Auslosung war ganz gut und wir haben solid gespielt. Ich habe uns eigentlich in jeder Partie als Favorit gesehen, und dieser Rolle sind wir gerecht geworden.“ Und auch im Finale lief es zunächst nach Plan: Arneodo/Weissborn breakten zum 2:1, servierten am Ende nach 30:40-Rückstand doch noch zur Satzführung aus und schlugen im zweiten Abschnitt zum 4:3 zu. Bei 5:3 vergaben die beiden als Rückschläger aber drei Matchbälle, im nächsten Game als Aufschläger zwei weitere – und sahen sich kurz darauf im Match Tiebreak wieder.

Romain Arneodo und Tristan-Samuel Weissborn, die Doppelchampions von Wilna. ©facebook

„Alle fünf Matchbälle waren Rallys – beim ersten hat Romain schon zwei hohe Vorhände gehabt, aber relativ weit hinten, knapp vor der Grundlinie – die kann man machen. Dann hat Added begonnen, unglaublich zu returnieren. Es war dann, für gefühlt zehn Minuten, verdammt schwer, gegen ihn überhaupt einen Punkt auf seiner Seite zu gewinnen, ohne einen richtig guten ersten Aufschlag“, erklärte Weissborn. „Vor dem Match Tiebreak sind wir kurz hinausgegangen, haben kurz durchgeatmet. Und dann hat Romain bei 1:1 einen Longline-Ballwechsel mit Added gehabt – die beiden haben gefühlte 20-mal unglaublich draufgehackt, ehe Romain den letzten Ball auf die Grundlinie zimmert. Und das hat dann mental das Momentum wieder auf unsere Seite kippen lassen, danach haben wir einfach ein richtig solides Tiebreak gespielt.“ Und so gab es doch ein Happy End.

Klare Vorstellungen und Ziele für 2023

Für Weissborn ist 2022 alles anders als ursprünglich vorgesehen gekommen: „Ich hatte eigentlich geplant, die Saison mit Andrej Martin zu spielen, der noch teilweise im Einzel gespielt hat und bevorzugt auf Sand spielt.“ Doch gerade eine Woche wie diese in Wilna hat dem heimischen Doppelspezialisten eines absolut eindeutig vor Augen geführt: „Ich habe zwar gewusst, dass ich in der Halle auf Hartplatz besser spiele – aber jetzt ist mir so richtig klar geworden, dass das eher meine Bedingungen sind und ich schauen werde, dass ich das nächstes Jahr überwiegend nutzen und eher auf Hardcourt bleiben werde.“ Dafür wäre Arneodo als Partner eine Option: „Ich habe bereits öfter mit ihm gespielt und mehrere Turniere mit ihm gewonnen, alle auf Hartplatz in der Halle – da sind wir einfach ein richtig gutes Team.“ Vorerst reichen die gemeinsamen Pläne jedoch mal nur bis zum Ende dieses Jahres: „Wir haben gesagt, wir beenden die Saison miteinander, wegen dem nächsten Jahr müssen wir schauen.“

Eine andere Option wäre auch ein rein österreichisches Doppel, mit seinem langjährigen Weggefährten Maximilian Neuchrist – vor allem, wenn dieser sein ATP-Doppelranking bis zum Saisonabschluss noch deutlich verbessern sollte. Mit dem Wiener verbindet ihn eine lange Historie: Bereits im Jahre 2009 waren die beiden in Villach U18-Europameister im Doppel geworden. „Ich werde schauen, das nächste Jahr so optimal wie nur möglich zu gestalten, da wirklich auf mich zu schauen, bei meinen Bedingungen zu spielen und den Partner so auszuwählen, dass es spielerisch auch gut passt“, erklärte Weissborn – was auch keineswegs gegen eine Partnerschaft mit Neuchrist spricht, fühlt sich dieser doch ebenfalls auf Hartplatz am wohlsten. Für heuer hat sich Weissborn noch vorgenommen, „die Top 100 zu halten. Das wird nicht einfach, da heuer nicht mehr so viele Turniere am Jahresende sind wie im letzten Jahr.“ Das Ziel für 2023 ist unverändert: „Sicherlich den Sprung zu den Grand-Slam-Turnieren zu schaffen.“

Hier alle Ergebnisse des ATP-Challengers in Wilna.

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