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ATP

Anderson zu stark für Dominic Thiem

Tolle Leistung, knappe Niederlage! Das ist die Bilanz von Dominic Thiem (Bild) nach seiner 4:6, 3:6, 4:6-Niederlage gegen den südafrikanischen Aufschlaggiganten Kevin Anderson. Die Bilanz von ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel: "Dieser Bursche verfügt über ein riesiges Potenzial, auch einmal ganz weit oben mitzuspielen." Österreichs einzige Vertreter im Hauptbewerb sind damit Alexander Peya (mit Bruno Soares 6:4, 6:4 gegen Lopez / Sa), Oliver Marach (mit Florin Mergea 6:3, 7:6 gegen Gonzalez / Lipsky), Philipp Oswald (mit Simon Stadler 3:6, 7:6, 6:2 gegen Huta Galung / Sijsling) und Yvonne Meusburger.


Die Vorbereitung auf das, was auf ihn in Melbourne zukommen würde, war perfekt: Noch am 23. Dezember 2013 wurde Dominic Thiem (ATP 136) nach Koordinationsübungen, Sprungtests und Conconitest in Bad Waltersdorf zum Intervalltraining in der Sauna "verdonnert". Der Puls von Österreichs Nummer 3 "tanzte dabei Techno" (Thiem). Wenige Wochen später "kochte" ÖTV-Spieler Thiem in der Qualifikation zunächst Rik de Voest, dann Matthias Bachinger, im Qualifikationsfinale Martin Klizan und in der ersten Hauptrunde Joao Sousa weich und erreichte damit gleich bei seinem Grand Slam-Debüt erstmals in seiner Karriere die zweite Runde eines derartigen Big Events. Erst hier musste sich "dieser Bursche, der über ein riesiges Potenzial verfügt, auch einmal ganz weit oben mitzuspielen" (ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel) geschlagen geben: Thiem unterlag bei rund 42 Grad Lufttemperatur nach 1:46 Stunden Spielzeit dem 2,03 Meter großen Aufschlaggiganten Kevin Anderson (RSA / ATP 21), der heute allerdings auch oft von der Grundlinie punktete, mit 4:6, 3:6, 4:6. "Gratulation an Kevin Anderson, der heute einfach der bessere Spieler war", so Thiem unmittelbar nach dem Match auf seiner Facebook-Seite. "Das hat man vor allem in den wichtigen Situationen gesehen, beim Break zum 4:6 im ersten, beim Ausservieren im zweiten Satz. Gegen einen so guten Spieler reicht ein schlechtes Aufschlagspiel pro Satz, und du bist weg. Das war sicher der beste Aufschläger, gegen den ich bisher in einem Turniermatch gespielt hab. Das war neu für mich, dass du dann wirklich sooo wenig Chancen kriegst. Und die hab ich nicht nützen können. Kann viel aus dem Match lernen, weil man gesehen hat, dass bei der Konstanz, bei der Beinarbeit und beim Return noch viel Arbeit wartet. Ich verdau jetzt mal die Enttäuschung und melde mich morgen wieder mit einer kleinen Bilanz von der Turnierreise. Aber die wird dann schon nicht so negativ ausschauen."

Alexander Peya & Co in Runde 2
"Anderson hat sehr, sehr gut serviert und Dominic nur wenige Chancen zum Break gegeben", so Trimmel, der Thiems Match von der Tribüne aus verfolgte. "Insgesamt war Dominics Grand Slam-Debüt aber mehr als bloß beeindruckend. Hut ab! Er ist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg." Auch im Hinblick auf Thiems Zukunft in Österreichs Davis Cup-Team fällt für den Davis Cup-Captain trotz dieser Niederlage die Bilanz positiv aus: "Es ist schon sehr beeindruckend, was er da alles macht. Als er in seinem Erstrunden-Match gegen Joao Sousa im ersten Satz mit einem Break vorne war und den Satz als eigentlich besserer Spieler trotzdem noch verloren hat, war es toll zu sehen, wie cool und abgeklärt er dennoch im Kopf geblieben ist und das Match noch zu seinen Gunsten drehen konnte." Die nächsten Schritte auf der Leiter weiter nach oben sind bereits fix geplant. „Wir fahren nach Amerika zu den großen Turnieren“, so Thiem-Trainer Günter Bresnik in einem Interview mit www.laola1.at. „Er wollte dort unbedingt Qualifikation spielen und diesen Wunsch hat er sich jetzt quasi erfüllt. Für mich ist fix, dass er künftig auf der ATP-Tour spielt. Dieses Niveau spielt er und dort gehört er für mich hin!“ Österreichs einzige Vertreter im Hauptbewerb sind damit Alexander Peya (mit Bruno Soares 6:4, 6:4 gegen Lopez / Sa), Oliver Marach (mit Florin Mergea 6:3, 7:6 gegen Gonzalez / Lipsky), Philipp Oswald (mit Simon Stadler 3:6, 7:6, 6:2 gegen Huta Galung / Sijsling), Julian Knowle mit Partner Vasek Pospisil und im Einzelbewerb Yvonne Meusburger. Die Vorarlbergerin trifft am Donnerstag (4. Match nach 1:00 Uhr MEZ) auf die Serbin Bojana Jovanovski (WTA 33).

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