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AMSTETTEN: BARBARA HAAS IM INTERVIEW: "ICH SCHAU MIR DIE GEGNERINNEN IM INTERNET AN"

Sieben ÖsterreicherInnen sind fix im Hauptfeld der in der kommenden Woche beginnenden "Spring Bowl": Barbara Haas, Karoline Kurz, Lena Reichel, Dominic Weidinger, Lucas Miedler, Max Voglgruber und Gregor Schöfberger. Welche Erwartungen Österreichs beste Nachwuchsspielerin Barbara Haas (Bild) an das Turnier hat, bei dem sie im Vorjahr als Nummer 1 im Viertelfinale gescheitert war, erläutert sie im Interview.



10. Mai 2012


Wie war die International Spring Bowl in Amstetten für dich letztes Jahr?
Die Aufmerksamkeit war nur auf mich gerichtet. Das hatte ich mir zwar schon so erwartet, aber es war dann doch nicht so einfach. Leider bin ich im Viertelfinale ausgeschieden. Heuer will ich besser abschneiden.

Letztes Jahr warst du die Nummer eins, heuer nicht. Ein Problem?
Nicht wirklich. Wenn ich das Turnier gewinnen will, muss ich eh jede Gegnerin schlagen.

Erwartest du dir heuer weniger Rummel um deine Person?
Wahrscheinlich nicht. Das wird heuer ähnlich sein wie letztes Jahr, aber jetzt bin ich schon etwas besser darauf vorbereitet - hoffe ich... (lacht, Anm.)  Ich glaub von den Leuten her wird es nicht viel anders sein als letzte Jahr. Ich muss versuchen, mich gut vorzubereiten und mich auf mein Tennis konzentrieren. Ich habe mein Spiel weiterentwickelt mit meinem neuen Coach und bin sicher stärker als letztes Jahr.

Wahrscheinlich ist die Rückkehr zu deiner langjährigen Trainingsstätte etwas Spezielles ...
Ich versuche grundsätzlich in das Turnier zu gehen, wie in jedes andere. Ich muss meine Leistung bringen. Letztes Jahr war es sicher schwieriger, weil ich auf der Anlage trainiert habe und in den Wochen vor dem Turnier den ganzen Rummel mitbekommen habe. Jetzt kann ich mich in Ruhe in Wien vorbereiten, das ist sicher kein Nachteil. Aber ein Heimturnier ist immer eine besondere Herausforderung. Dazu kommt noch, dass es mein erstes Turnier auf Sand sein wird.

Wie läuft die Vorbereitung auf Sand?
Ich hab nach meiner Rückkehr zuerst zwei Tage Konditionstraining gemacht, inzwischen hab ich auch meine ersten Trainingseinheiten auf Sand absolviert. Es läuft ganz gut, das Rutschen ist noch etwas ungewohnt. Ich fahre mit meinem Trainer nach Prag, wo ich mit ein paar guten tschechischen Nachwuchsspielerinnen trainieren werde.

Zuletzt hast du auf Hardcourt stark gespielt und dich in der WTA-Weltrangliste auf eine Position um 800 vorgearbeitet. Hättest du es dir so leicht vorgestellt, in die Damenrangliste einzusteigen?
Nach meinen Turniererfahrungen im letzten Jahr hatte ich es mir schwieriger vorgestellt. Aber ich bin schon sehr froh, dass es so gut gelaufen ist. (lacht, Anm.)

Was ist der Unterschied zwischen Damen- und Jugendtennis?
Diese Frage wird mir in letzter Zeit sehr oft gestellt. Ich würde sagen, Zehner (10.000-Dollar-Future-Turniere, Anm.) sind im Vergleich zu Junioren-Grand-Slams oder Kategorie-A-Turnieren ein bisschen schwächer. Von den guten Junioren stehen ja schon viele um 300, manche um 200 im Damenranking - die spielen bereits größere Damenturniere. Yulia Putinseva, gegen die ich bei der Orange Bowl verloren habe, ist sogar schon Nummer 164.

Du scheinst gut informiert zu sein ...
Ich schaue mir meine Gegnerinnen schon im Internet an oder informiere mich bei meinen Freunden oder auf den Turnieren. Und wenn ich Zeit habe, schaue ich mir auch andere Matches an. Das gehört einfach dazu.

Welche Turniere sind nach der 33. International Spring Bowl geplant?
Wenn ich noch reinkomme, will ich im Juniorinnen-Bewerb der French Open spielen. Derzeit bin ich leider nicht einmal in der Quali. Danach kommt das Nürnberger Gastein Ladies.

Was erwartest du dir von Gastein?
Ich hab eine Wildcard für den Hauptbewerb - das ist eine riesige Sache! Ich will mein Bestes geben, mehr kann ich nicht tun. Ich hoffe, mich mit einer Top-100-Spielerin messen zu können und das Niveau kennenzulernen.

Wo kann die Reise heuer hingehen?
Bei den Damen mache ich mir keinen Druck, da will ich einfach so weit nach oben wie möglich. In der Jugendrangliste würde ich gerne zumindest so weit vorne sein, dass ich bei den Grand Slams wieder dabei bin.

Ist der Rückfall im Jugendranking (von Top 40 auf ca. 80) ärgerlich für dich?
Natürlich war das heuer bitter. Ich bin in Asien leider krank geworden und konnte dann nicht punkten, wie ich mir das gewünscht hätte. Aber es hilft nix. Ich muss sowieso vom Ranglisten-Denken wegkommen.

Das heißt?
Das Ranking ist schon wichtig - keine Frage. Daran wird ein Tennisspieler gemessen. Aber ich muss in erster Linie auf meine Entwicklung schauen. Und da sehe ich mich auf einem guten Weg!

Quelle: www.springbowl.at

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