Davis Cup

3:2! Österreich dreht Partie in Schweden

Große Freude und Erleichterung beim SIMACEK AUSTRIAN DAVIS CUP TEAM! Gerald Melzer und Andreas Haider-Maurer drehten die Partie gegen Schweden mit Nervenstärke und zwei Top-Leistungen. Österreich trifft nach dem 3:2-Sieg in der zweiten Runde der Europa/Afrika-Zone I Mitte Juli daheim auf die Niederlande.

Die Helden von Örebro heißen Gerald Melzer und Andreas Haider-Maurer! Dank ihren Siegen in den beiden Einzeln am Sonntag gewann das SIMACEK AUSTRIAN DAVIS CUP TEAM die Davis Cup-Begegnung gegen Schweden in der ersten Runde der Europa/Afrika-Zone I in Örebro nach 1:2-Rückstand noch mit 3:2. Andreas Haider-Maurer glich im ersten Match des Schlusstages mit einem 6:4, 7:6 (6), 6:3-Sieg gegen Elias Ymer aus. Anschließend bezwang Gerald Melzer in der alles entscheidenden fünften Partie Schwedens Nummer zwei Christian Lindell ganz sicher mit 6:1, 6:1, 6.3.

Melzer besteht Nervenprobe
Der 24-Jährige Gerald, der im abschließenden Einzel für seinen älteren Bruder Jürgen Melzer einsprang, hielt beim Stand von 2:2 der nervlichen Belastung eines entscheidenden Länderkampf-Matches stand. Die Nummer 167 der Welt zeigte keinerlei Anzeichen von Nervosität und nahm dem fehleranfälligen Lindell im ersten Satz dreimal den Aufschlag ab. Auch in weiterer Folge schien der Schwede der Situation bei weitem nicht so gut gewachsen zu sein wie Melzer in seiner erst zweiten Davis Cup-Partie seit der "Dead Rubber"-Niederlage gegen den Slowaken Lukas Lacko im Vorjahr.

Lindell ohne Chance
Der sehr selbstsicher und weitgehend fehlerlos agierende Melzer ließ seinem ein Jahr jüngeren Gegner im zweiten Satz nicht ein einziges Aufschlagspiel, auch ein Break Lindells zum 1:4 konnte an der Überlegenheit des Niederösterreichers nicht rütteln. In ähnlicher Tonart ging es auch im dritten Satz weiter: Nach nur 1:28 Stunden entschied Melzer die einseitige Angelegenheit für sich und sein Land und bildete eine Jubeltraube mit Kapitän Stefan Koubek, den Team-Kameraden Andreas Haider-Maurer, Jürgen Melzer und Alexander Peya sowie dem gesamten Betreuerteam.

Großes Selbstvertrauen
Eine harte Nuss hatte Haider-Maurer davor mit dem großen schwedischen Talent Elias Ymer zu knacken. Der 18-Jährige, der am Freitag Jürgen Melzer in fünf Sätzen niedergerungen hatte, startete gegen Österreichs Nummer eins zwar nicht so abgebrüht wie vor zwei Tagen und musste gleich sein drittes Aufschlagspiel zum 2:3 abgeben. Hauptverantwortlich dafür war allerdings sein Gegenüber, denn „AHM“ demonstrierte wie beim klaren Erfolg gegen Christian Lindell eindrucksvoll sein in den letzten Monaten erworbenes Selbstvertrauen und servierte nervenstark zum 6:4-Satzgewinn aus.

Ymer wehrt sich nach Kräften
Phasenweise deckte Ymer auch am Sonntag auf, warum er als eine der heißesten Zukunftsaktien im internationalen Tennis gilt: Nur mit einer beinahe makellosen Aufschlagleistung konnte Haider-Maurer dem riskanten Angriffstennis seines Gegners im zweiten Satz Paroli bieten. Bei den wenigen Schwächephasen Ymers war die aktuelle Nummer 55 im Ranking zur Stelle: Wieder musste der Teenager beim Stand von 2:2 seinen Aufschlag abgeben, woraufhin erstmals an diesem Tag der Schläger flog.

Tiebreak vorentscheidend
Trotzdem bedurfte es einer hochkonzentrierten Vorstellung, um die 2:0-Satzführung sicherzustellen. Hängen ließ sich der Weltranglisten-189. aus Stockholm nämlich nie, nach Abwehr eines Satzballs nützte Ymer seine vierte Breakchance zum 5:5-Ausgleich. Angefeuert von den nicht zahlenmäßig, aber von der Lautstärke klar dominierenden österreichischen Fans ging Haider-Maurer aber auch aus dieser heiklen Phase gestärkt hervor: In einem Tiebreak auf Messers Schneide nützte Haider-Maurer seinen insgesamt dritten Satzball mit einem Ass zum 8:6.

Haider-Maurer "Ymer-ragend"
Trotz der psychologisch enorm wichtigen Führung im Rücken war auch der dritte Satz alles andere als ein Spaziergang: Gleich im ersten Satz münzte Haider-Maurer aber ein 0:40 in den Spielgewinn um und schaffte gleich darauf ein Break. In der Folge zeigte Ymer zwar weiterhin Moral, kam gegen den Aufschlag und vor allem den starken Willen des Niederösterreichers aber nicht mehr an.

Endlich wieder daheim
Vor den Augen des neuen Präsidenten Robert Groß verwandelte Österreich zum ersten Mal seit dem 3:2-Sieg in Israel im September 2010 einen 1:2-Rückstand am Schlusstag noch in einen Sieg. Das SIMACEK AUSTRIAN DAVIS CUP TEAM trifft von 17. bis 19. Juli in der zweiten Runde der Europa/Afrika-Zone I daheim auf die Niederlande. Für das ÖTV-Team wird es das erste Heim-Match seit dem 3:2-Sieg gegen Russland vor mehr als drei Jahren.

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