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ATP

15. ATP-Titel für Tommy Haas!

Mit seinem 6:3, 4:6, 6:4-Sieg über Robin Haase feiert Tommy Haas (Bild) im Endspiel der "Erste Bank Open", "einen der schönsten Momente meiner Karriere." Der 35-jährige Routinier war schon im Jahr 2001 als Stadthallen-Sieger vom Platz gegangen.


Das große Finale der mit 571.755 Euro dotierten Erste Bank Open lautete Tommy Haas gegen Robin Haase - ein 35-jähriger Deutscher gegen einen 26-jährigen Holländer, und der Sieger hörte wie schon vor zwölf Jahren auf den Namen des Routiniers. Haas setzte sich am Sonntag gegen Haase nach 2:06 Stunden mit 6:3, 4:6, 6:4 durch. und errang damit einen Etappensieg auf dem Weg zu seiner ersten Qualifikation überhaupt für den Saisonabschluss in London (4. bis 11. November). "Ich habe noch eine kleine Chance, aber ich muss weiter extrem gut spielen", sagte Haas, der sich in den kommenden beiden Wochen bei den Turnieren in Valencia und Paris die nötigen Zähler holen will. Doch Haas weiß um die Schwere der Aufgabe: "Vielleicht muss ich beim Masters in Paris sogar gewinnen."

Zweiter Wien-Erfolg für "Tommy"
In Wien feierte dort seinen zweiten Triumph nach 2001. Ein Jahr zuvor hatte der gebürtige Hamburger mit Wohnsitz Los Angeles bei seiner Endspielpremiere in Wien gegen den Briten Tim Henman verloren. Haas kassierte für seinen zweiten Turniererfolg in diesem Jahr nach dem Sieg in München am 5. Mai einen Scheck über 90.500 Euro sowie 250 Punkte für die ATP-Saisonwertung. Dort belegt Haas den zwölften Platz, nur die besten acht Spieler des Jahres sind in der Olympiastadt London dabei. Für "Oldie" Haas war Wien das dritte Finale in dieser Saison. Im kalifornischen San Jose war er am Kanadier Milos Raonic gescheitert. Vor seinem ersten Aufeinandertreffen mit Robin Haase war der an Nummer zwei gesetzte Tommy Haas gewarnt. Sein neun Jahre jüngerer Kontrahent hatte im Halbfinale immerhin den topgesetzten Franzosen Jo-Wilfried Tsonga in zwei Sätzen ausgeschaltet. Haas selbst musste gegen den Tschechen Lukas Rosol über die volle Distanz.

"Im entscheidenden Moment gut gespielt"
Am Sonntag kassierte Haas, der zunächst mit seinem Aufschlag zu kämpfen hatte, auch prompt ein frühes Break zum 1:2. Doch der Routinier ließ sich davon nicht beirren, konterte mit dem Rebreak und legte ein weiteren Aufschladurchbruch zur 4:2-Führung nach. Nach 35 Minuten verwandelte Haas seinen ersten Satzball. Im zweiten Durchgang stellte der Weltranglisten-12. mit einem Break zum 1:0 schnell die Weichen auf Sieg, doch dieses Mal schlug Haase zum 1:1 zurück. Der Niederländer aus Den Haag erwies sich als harte Nuss. Bei 4:4 und 15:40 wehrte er zwei Breakbälle seines deutschen Konktrahenten ab und schaffte anschließend das Break zum Satzgewinn. In einem engen dritten Satz drohte Haas nach einem Aufschlagverlust zum 2:4 der Matchverlust, doch er drehte die Partie mit zwei Breaks zum 4:3 und 5:4. Nach 2:05 Stunden verwandelte Haas den ersten Matchball zum Triumph. „Ich kann es noch gar nicht realisieren. Das Finale war ein Hin und Her. Ich habe leichte Fehler gemacht und bin müde geworden. Dass ich im entscheidenden Moment noch so gut gespielt habe, ist unglaublich“, sagte Haas unmittelbar nach dem Match.

"Einer der schönsten Momente meiner Karriere"
Schon im zweiten Satz war Haas nicht mehr weit vom Sieg entfernt, konnte aber zwei Breakchancen zum 5:4 nicht nutzen. Das rächte sich: Statt das Match nach einem Break mit eigenem Aufschlag zu beenden, verlor er sein Service und musste in einen entscheidenden Durchgang. Dort holte er im ersten Vergleich gegen die Nummer 63 der Welt einen 2:4-Rückstand auf, schaffte diesmal das Break zum 5:4 und gewann nach gut zwei Stunden das Match. Vor den Augen seiner Eltern und seiner Großmutter stemmte ein stolzer Haas den Siegespokal in die Höhe. Sehr oft wird ihm das im Spätherbst seiner Karriere möglicherweise nicht mehr gelingen, das weiß auch Haas. „Es ist einem schon bewusst, dass die letzten Monate oder Jahre in einem Körper drinstecken. Dass ich hier noch einmal die Trophäe hochhalten konnte nach zwölf Jahren, ist einer der schönsten Momente meiner Karriere.“

"Thiem-Geschichte wie Hollywood"
Eine äußerst positive Bilanz über die Erste Bank Open 2013 zogen Turnierdirektor Herwig Straka und Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank. „Es war für uns eine sensationelle Woche. Wien kann stolz sein, so ein perfekt organisiertes Tennisturnier zu haben. Man hat anhand des Auftritts von Dominic Thiem gesehen, wie schnell die Besucher reagieren und welche Emotionen frei werden. Das heimische Publikum hat bewiesen, wie Tennis-affin es ist“, sagte Bosek. Natürlich freute sich auch Straka über die hervorragenden Leistungen von Österreichs Jungstar Dominic Thiem, ließ aber nicht unerwähnt, dass der zehnprozentige Zuschauerzuwachs auf rund 47.000 Besucher nicht allein auf den 20-jährigen Niederösterreicher, sondern auch auf gelungene Aktionen im Bereich des Ticketings zurückzuführen ist: „Der Kartenvorverkauf lief um einiges besser als in den Jahren davor. Klar ist dann noch die Geschichte von Dominic dazugekommen, die sich ja fast wie in einem Hollywood-Drehbuch abgespielt hat. Enges Match in der ersten Runde mit einem Sieg, danach ein klarer Erfolg gegen einen Lucky Loser, und dann diese dramatische Partie gegen Jo-Wilfried Tsonga. Was diese Matches gezeigt haben, ist die Tatsache, dass Tennis in Österreich lebt und das Publikum sehr begeisterungsfähig ist“, so Straka.

"Vielleicht kommen Nadal oder Federer nach Wien"
Trotz des verletzungsbedingten Verzichts von Jürgen Melzer war der Turnierdirektor mit dem diesjährigen Starterfeld zufrieden: „Durch viele unterschiedliche Spielertypen war das Feld bunt gemischt. Wir werden unsere guten Kontakte auf internationaler Ebene weiter pflegen, und wer weiß: vielleicht kommt eines Tages einer der Top 4 Rafael Nadal, Novak Djokovic, Andy Murray oder Roger Federer nach Wien“, meinte Straka und sprach dabei von Zukunftsvisionen, an deren Verwirklichung auch Turnierbotschafter Thomas Muster mitwirken soll. Zu diesen Visionen zählt auch die Anhebung des Status‘ von einem 250er- auf ein 500er-Turnier. „Dazu müsste jedoch die Lizenz für ein 500er-Event erworben werden, und dazu sind hohe Investitionskosten notwendig. Für ein 500er-Turnier bräuchten wir zudem zu Trainingszwecken einen dritten Platz vor Ort. Deshalb haben wir uns schon einmal mit dem ATP-Supervisior die Halle C angeschaut, um die Möglichkeiten auszuloten, dort einen Court hineinzulegen.“

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