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Drei Mal erreichte ein ÖTV-Team in der Weltgruppe schon das Final Four. 2016 stiegen unsere Damen in die Europa-Afrika-Zone I auf, im Februar 2017 erreichten Barbara Haas & Co. beim Turnier in Tallinn den guten 5. Platz unter 14 Nationen und hielten die Klasse. Weiter geht's im kommenden Jahr.

Tamira Paszek ©GEPA-Pictures

Der Fed Cup (bis 1995 Federation Cup) ist der wichtigste Wettbewerb für Nationalmannschaften im Damen-Tennis analog zum Davis Cup bei den Herren. Bereits 1919 hatte Hazel Hotchkiss Wightman die Idee eines Wettkampfs zwischen Damenmannschaften. 1923 rief sie den Wightman Cup ins Leben, der einen jährlichen Länderkampf zwischen den USA und Großbritannien darstellte. Erst 1963 - zum 50. Geburtstag der ITF - setzte man die ursprüngliche Idee um und trug den Federation Cup zum ersten Mal aus. In seinen Anfängen wurde der Federation Cup zwischen 16 Ländern ausgetragen und dauerte eine Woche. Durch vermehrtes Sponsoring erhöhte sich seit den 70er-Jahren die Teilnehmerzahl stetig, sodass 1992 regionale Qualifikations-Wettkämpfe eingeführt wurden. 1995 wurde der Name in Fed Cup geändert und der Länderkampf durch Änderungen am Spielmodus (vier Einzel/ein Doppel statt bisher zwei Einzel/ein Doppel, Heimrechtvergabe) dem Davis Cup weiter angeglichen.

Haarscharf am Finale vorbei!

Österreichs größte Erfolg im Fed Cup waren das Erreichen des „Final Four“ in den Jahren 2002 und 2004: Beim Debüt von Kapitän Alfred Tesar schlug Barbara Schwartz in der ersten Runde auswärts gegen die USA Monica Seles in zwei Sätzen, Evelyn Fauth sorgte gegen die verletzte Jennifer Capriati für den zweiten Punkt und Schwartz gegen Meghann Shaughnessy für die endgültige Entscheidung. Mit dem 4:1 gegen Kroatien im Viertelfinale öffneten Barbara Schwartz, Barbara Schett und Patricia Wartusch die Tore weit, und Österreich zog ins Final Four des Fed Cups ein. Ohne die verletzte Schwartz hätten Schett und Patricia Wartusch auf Gran Canaria um ein Haar Gastgeber Spanien mit Arantxa Sanchez, Martinez, Ruano Pascual besiegt. Endergebnis: 2:3. Schon 1990 war Österreich im Semifinale des Fed Cups gewesen, und 2004 ist das Final Four durch Siege über die Slowakei und erneut über die USA abermals Wirklichkeit geworden. Das 4:1 über Navratilova und Co. von Schwartz, Schett und Wartusch vor der gewaltigen Innsbrucker Berg Isel-Schanze ist für jeden Tennisfreund, der es miterlebt hat, unvergesslich. Auswärts gegen Russland hatten Yvonne Meusburger, Patricia Wartusch und Daniela Kix im Final Four hingegen keine Chance und mussten sich mit 0:5 geschlagen geben. Große Namen in der österreichischen Fed-Cup-Geschichte sind Judith Wiesner, die das Land in 40 Begegnungen vertrat, Barbara Paulus, Sybille Bammer, Petra Schwarz, Petra Huber oder Sylvia Plischke.

2015: Abstieg in die Europa/Afrika Zone II

Zuletzt konnte Österreichs ersatzgeschwächtes Team von 4. bis 7. Februar 2015 in Budapest nach Niederlagen gegen Serbien, Ungarn und Lettland den Abstieg in die Europa/Afrika-Zone II nicht verhindern. Nach dem Rücktritt von Yvonne Meusburger, der Absage der nach Verletzung noch nicht hundertprozentig fitten Tamira Paszek und der Erkrankung von Patricia Mayr-Achleitner während des Turniers lieferten die 18-Jährigen Team-Debütantinnen Barbara Haas und Julia Grabher sowie Doppel-Spezialistin Sandra Klemenschits dem Gegner im Playoff-Duell um den Klassenerhalt, Lettland, einen harten Kampf. Erst nach dem Doppel stand die 1:2-Niederlage und damit der Abstieg nach sieben Jahren in der Europa/Afrika Zone I fest.

2016: Der sofortige Wiederaufstieg in Kairo

Freudensprünge in Ägypten ©GEPA-Pictures

Das Austrian Fed Cup Team schaffte beim Turnier in Kairo den sofortigen Wiederaufstieg in die Europa/Afrika-Zone I. Nachdem die Mannschaft von Jürgen Waber beim Turnier in Kairo die Gruppenphase als Sieger abgeschlossen hatte, setzten sich Tamira Paszek, Barbara Haas, Sandra Klemenschits und Julia Grabher im Aufstiegs-Playoff souverän gegen die Litauerinnen durch. Die 20-jährige Oberösterreicherin Barbara Haas, die am Vortag mit zwei Punkten gegen Bosnien-Herzegowina Matchwinnerin gewesen war, servierte Gerda Zykute in nur 54 Minuten 6:1, 6:1 ab.  Anschließend besiegte die 25-jährige Vorarlbergerin Tamira Paszek im Duell der Nummern 1 Paulina Bakaite in 58 Minuten 6:2, 6:1. Das Doppel wurde nicht mehr ausgetragen.

2017: Auf nach Tallinn!

Die österreichische Tennis-Nationalmannschaft, bestehend aus Barbara Haas, Tamira Paszek, Julia Grabher und Pia König, trat am 5. Februar die Reise in die estnische Hauptstadt Tallinn an, wo sich in der Europa/Afrika-Zone 1 14 Fed-Cup-Nationen an einem Turnier beteiligen. Nach dem 1:2 gegen Polen und dem 2:1 gegen Georgien gewannen Tamira Paszek und Barbara Haas beim 2:1 gegen Gastgeber Estland ihre Single-Platzierungsspiele. Das Team von Jürgen Waber beendete das Turnier auf Platz 5, Barbara Haas holte drei Single-Punkte und einen entscheidenden im Doppel. Das Ziel "Klassenerhalt" wurde souverän geschafft.

Fed Cup - Stats & Facts

  • Letzte Begegnung 
    Europa-Afrika-Zone I (8.2. - 11.2.2017, Tallinn) 
  • Erster Spieltag: Österreich – Polen 1:2
    Tamira Paszek - Katarzyna Piter 2:6, 4:6
    Barbara Haas - Magda Linette 6:4, 4:6, 7:5
    Julia Grabher/Tamira Paszek - Paula Kania/Katarzyna Piter 3:6, 2:6

  • Zweiter Spieltag: Österreich – Georgien 2:1
    Julia Grabher - Ekaterine Gorgodze 5:7, 3:6
    Barbara Haas - Sofia Shapatava 6:4, 6:1
    Julia Grabher/Barbara Haas - Oksana Kalashnikova/Sofia Shapatava 6:3, 7:5

  • Dritter Spieltag (um Platz 5): Österreich – Estland 2:1
    Tamira Paszek - Maileen Nuudi 6:2, 6:3
    Barbara Haas - Maria Lota Kaul 6:3, 2:6, 6:0
    Julia Grabher/Pia König - Valeria Gorlats/Maileen Nuudi 5:7, 5:7