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Das Österreichische Bundesheer unterstützt die heimischen Spitzensportler und damit auch angehende Tennis-Profis mit einer Vielzahl an beruflichen Förderungen.

Sportlern, die ihr 18. Lebensjahr erreicht haben und ihren Stellungstermin absolviert haben, bietet das Österreichische Bundesheer drei Möglichkeiten der Berufsförderung, also der Gewährleistung einer sozialen und finanziellen Basis für ihre sportliche und berufliche Karriere. Hier eine Übersicht über die verschiedenen Stufen im Bundesheer-Leistungssport: 

Karriere als Sportler beim Heer

Grundwehrdienst

150 qualifizierte Spitzenathleten aller Sportarten werden nach absolvierter Musterung als grundwehrdienstleistende Wehrpflichtige vom Österreichischen Bundesheer betreut. Das bedeutet, von den jährlich 30.000 einrückenden Rekruten werden 150 Sportler auf Grund ihrer persönlichen Platzierungen und der Empfehlung des jeweiligen Verbandes nach der Basisausbildung ins Heeres-Sportzentrum (HSZ) versetzt, um dort ihrem Sport professionell nachgehen zu können. Bei Spitzensportlern sind das meist vier Wochen Grundausbildung, danach haben sie fünf Monate Zeit, ihren Sport uneingeschränkt auszuüben. Tennisspieler können dazu etwa in den beiden ÖTV-Trainingszentren Südstadt und Linz trainieren, erhalten drei Gratis-Mahlzeiten pro Tag, Unterkunft bei Bedarf und werden vom Bundesheer in allen Belangen unterstützt. Dies gilt für die gesamte Zeit, in der der Tennisspieler als Bundesheer-Leistungssportler aktiv ist.

Den Sportlern wird dabei eine sogenannte Standortkontrolle auferlegt, das bedeutet, dass sie dem zuständigen Kommandanten täglich ihre Trainingszeiten und -orte bekanntgeben müssen. Ansonsten haben sie den ganzen Tag Zeit, zu trainieren. Innerhalb der sechs Monate Präsenzdienst prüfen der Kommandant wie auch der Verband Leistungsstand und -tendenz des Athleten. Bei positivem Urteil - im Tennis etwa bei guter Weltranglisten-Entwicklung - kann der Sportler nach dem Grundwehrdienst, "Militärperson auf Zeit in Vorbereitung" werden.

Militärperson auf Zeit in Vorbereitung (MZ in Vorbereitung)
In Abstimmung mit dem jeweiligen Verband - im Tennis der Österreichische Tennisverband - kann das HSZ eine Weiterverpflichtung des Sportlers als MZ in Vorbereitung für die Dauer von sechs bis acht Monaten vereinbaren. Voraussetzung dafür ist eine entsprechend positive Leistungstendenz des Spitzensportlers. In dieser Zeit erhält der Sportler mehr als das Dreifache an Gehalt im Vergleich zum Grundwehrdienst, hat freie Arztwahl, Urlaubsanspruch und variable Verpflichtungszeiten. Nach den sechs Monaten kann ein Antrag auf einen der begehrten Plätze als Militärperson auf Zeit gestellt werden.

Militärperson auf Zeit (MZ)
Das Österreichische Bundesheer stellt dem Sport derzeit insgesamt 197 Arbeitsplätze (inkl. 5 Behindertensportlern) zur Leistungssportförderung als sogenannte Militärperson auf Zeit zur Verfügung. Hier beziehen die Spitzensportler ein monatliches Gehalt von 1300 Euro pro Monat und sind kranken- und sozialversichert. Auch hier gilt eine strenge Leistungsüberprüfung: Erfüllt ein Sportler seine Leistungsvorgaben nicht, wird er ausgemustert. Spieler können aber auch "zu gut" sein oder werden, also in sportlicher Hinsicht den Leistungskorridor verlassen und nach einer genauen Überprüfung durch HSZ, BSO (Österreichische Bundes-Sportorganisation) und nationalem Verband aus dem Programm ausscheiden und somit diese individuelle Unterstützung verlieren.

Dem Österreichischen Tennisverband stehen pro Jahr eine gewisse Anzahl an Förderungsplätzen als Militärperson auf Zeit zu. Der Vertrag als Militärperson auf Zeit läuft grundsätzlich über drei Jahre, danach kann ein Jahr berufliche Fortbildung (bei 80 Prozent der Bezüge) beantragt werden, etwa für ein Studium.

Auch für Damen gibt es die Möglichkeit, über das Österreichische Bundesheer gefördert zu werden. Nach offizieller Bewerbung inkl. Leistungsnachweis der Sportlerin, erfolgt eine Eignungsprüfung. Nach dieser wird bei der Athleten-Beurteilungskonferenz entschieden, ob die Athletin für das Förderprogramm qualifiziert ist. Auch bei den Damen gibt es eine Grundausbildung über 4 bis 6 Wochen gefolgt von einem 5-monatigen Ausbildungsdienst. Während dieser Zeit verdient die Sportlerin ähnlich wie ein MZ in Vorbereitung und ist ebenfalls kranken- und sozialversichert. Nach dem Ausbildungsdienst wird die Sportlerin als MZ in Vorbereitung übernommen. Diese Entscheidung ist jeweils abhängig vom Leistungsnachweis der Athletin.

Die aktuellen Tennisspieler im HSZ

Sebastian Ofner ©GEPA-Pictures

Grundwehrdiener:
Jurij Rodionov, Neil Oberleitner, Jakob Aichhorn, Tobias Pürrer
Militärperson auf Zeit in Vorbereitung:

Julia Grabher (bis 1.12.2020)
Militärperson auf Zeit:

Sebastian Ofner (bis 30.11.2019)
Lucas Miedler (bis 30.11.2018)
Vertragsbediensteter:
Nico Langmann (Rollstuhltennis, bis 2020)

Auskunft: florian.pernhaupt@oetv.at