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114 Jahre ÖTV

Blickt man auf die letzten Jahre und Jahrzehnte des ÖTV zurück, so findet man Grand Slam-Sieger, Davis Cup- und Fed Cup-Highlights und noch sehr viel mehr.

Gegründet wurde der „Österreichische Tennis Verband“ 1902 – aber die Geschichte des Tennis in Österreich ist weit älter. Schon im 16. Jahrhundert wurde nicht nur in Italien, Frankreich oder England, sondern auch in den Ballhäusern in Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck das „Jeu de Paume“ gespielt - mit der Handfläche (Paume). 200 Jahre lang wurde z. B. in einem Neubau der Hofburg gespielt; bis Maria Theresia 1741 dieses Ballhaus zu einem „Burgtheater“ umwidmen ließ und den Auftrag gab, dem Sport auf dem heutigen Ballhausplatz eine neue Heimstätte zu schaffen. Das Schlagen eines Gummiballs mit Holzgeräten über ein Netz, das den Saal in der Mitte teilte, war der größte Fortschritt; der Ball-Lehrer (Paumier) stellte Bälle und Schläger her. Die Regeln wurden im Prinzip schon vor Jahrhunderten entwickelt. Jahrhunderte alt ist auch die heutige Zählweise, für die man die Uhr (15, 30, 45, volle Stunde) benützte; daraus entstand das heutige 15, 30, 40, Game. Auch Einstand (deuce = a deux) und Vorteil wurde schon in den Ballhäusern gehandhabt. Der Begriff Tennis dürfte aus dem französischen „tenez“ (nehmen Sie, halten Sie), entstanden sein.

1877 – 1902

Seit 1877 wird von regelmäßigen Schaukämpfen mit britischen Spitzenspielern berichtet, was erstmals wesentlich zur Popularisierung beitrug. 1894 wurde die erste Österreichische Meisterschaft über private Initiative durchgeführt. Die Sieger kamen anfangs aus England; als erster heimischer Spieler wurde Kurt von Wessely 1909 österreichischer Meister. Auch Turniere gab es längst in Städten und in Kurzentren. Einige Vereinsgründungen: 1892 der GAK (mit Tennissektion ab 1902), 1897 WAC (Bild unten), 1899 Baden, 1900 die Tennissektion des Vienna Bicycleclubs, später Wiener Parkclub. In Kärnten entstand als erstes das Lawn Tennis-Turnierkomitee Pörtschach. Um die „ordnende Hand“ zu schaffen, wurde 1902 der „Österreichische Lawn(Rasen)Tennisverband“ mit Sitz in der Wiener Infanterie-Kadettenschule Hütteldorferstraße gegründet. U. a. vom späteren Meister Rolf Kinzel. In einer Zeit, als die Monarchie Österreich-Ungarn zu den Großmächten Europas zählte. Damit konnten auch offizielle Länderkämpfe ausgetragen werden: im ersten Länderkampf wurde Deutschland in Wien 8:7 besiegt.

1912 – 1944

WAC_Pl_tze_1886Tennis war seit 1896 olympisch; 1912 in Stockholm erkämpften Dr. Arthur Zborzil (WAC) und der Prager Dr. Felix Pipes Silber im Doppel. Verständlich, dass Österreich am 1.3.1913 einer der Geburtshelfer des Internationalen Tennisverbandes war. Trotz allem: in der ersten Republik nach 1918 hatte Tennis im österreichischen Sportgeschehen nur geringe Bedeutung. Vielleicht auch, weil sich die Davis Cup-Erfolge (Matejka, Artens, Salm) in Grenzen hielten. Schon 1904 hatte Österreich gemeldet, aber nicht gespielt; in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde nur sechsmal die dritte Runde erreicht. Vor 1930 verstärkten sich die internationalen Informationen, besonders aus Wimbledon oder von den Davis Cup-Erfolgen der Amerikaner und der Musketiere Frankreichs. In Österreich war Franz W. Matejka, der spätere ÖTV-Präsident, absolute Nummer 1. Sechsmal holte er von 1926 bis 1934 den Meistertitel, das 2:6, 5:7, 5:7 gegen den großen Bill Tilden in einem Wiener Schaukampf beweist sein Können. Die Spitze wurde Anfang der Dreißigerjahre verstärkt: Adam Bawarowski war der in Wien lebende Sohn eines begüterten Polen, Georg von Metaxa ein naturalisierter Grieche. Ab 1935 kam der damals 20-jährige Hans Redl dazu. Eine Rangliste des ÖTV aus dem Jahr 1937, köstlicher Weise „Jahreszeugnis unserer Tennisspieler“ genannt, zeigt Bawarowski und Metaxa vor Redl, Matejka und Kinzel. Nach dem „Anschluss“ im März 1938 musste Bawarowski nach Polen fliehen, Redl und Metaxa standen im großdeutschen Davis Cup-Team, das 38 die Europazone gewann, aber gegen die USA chancenlos war. In der „Ostmark“ war Tennis unbedeutend. Metaxa kam 1944 bei einem Bombenangriff ums Leben, Bawarowski gilt als vermisst. 

1944 – 1960

Davis_Cup_AUT___SWE_1951Eine russische Gewehrkugel durchschlug Hans Redl den linken Arm, der amputiert werden musste. In die Heimat zurückgekehrt, kam sein Lebensmut wieder und Redl begann mit ungeheurer Energie an seinem internationalen Comeback zu arbeiten. Zuerst mitleidig bestaunt, dann weltweit auf vielen Turnieren bewundert, schaffte der Wiener das Unmögliche: als Österreich 1947 nach zehn Jahren wieder eingeladen wurde, Wimbledon zu beschicken, scheiterte Hans Redl erst im Achtelfinale an Bob Falkenburg, dem US-Sieger 1948. Gemeinsam mit Fred Huber (unten) stand er 1953 im Viertelfinale des Doppels, und erst gegen die späteren Turniersieger Hoad/Rosewall war Endstation. Noch jetzt ist ein Foto der beiden im Londoner Queensclub zu sehen: es zeigt eine tolle Netzparade des rothaarigen Fredl Huber und dahinter steht sein einarmiger Partner. Hans Redl starb 1976. Huber, dessen einmaliges Reaktionsvermögen sprichwörtlich war und er es sich leisten konnte, als Eishockeytormann ohne Helm zu spielen, erlag nach langer Krankheit 1972 einem Herzinfarkt. Er besiegte einmal in England sogar den unvergesslichen Australier Lew Hoad. Nur einen anderen Österreicher konnte er nie bezwingen: Franz Saiko – der im Gegensatz zu Huber eine technisch perfekte Vorhand schlug und den immer wieder ans Netz stürmenden Huber serienweise passierte.

1954 - 1960

Fred Huber_11954 machte der spätere Apotheker erstmals von sich reden, kam mit Redl ins Achtelfinale von Wimbledon und spielte mit Huber 1957 unvergessliche Internationale Meisterschaften in Wien. Beide erreichten das Semifinale, in dem Huber Hoad 2:6, 8:6, 3:6 unterlag und Saiko gegen Drobny 6:8, 0:6 verlor. Das Endspiel der Wimbledonsieger entschied der Australier mit dreimal 6:3 für sich. Franz Saiko spielte relativ selten im Ausland, aber in Wien war er eine Institution. Schlug im Daviscup die berühmten Briten Mike Sangster und Bobby Wilson, überließ dem ehemaligen Wimbledon-Turnierchef Alan Mills bei 6:0, 6:0, 3:0 das erste Game. Sein weibliches Pendant war Sonja Pachta, die von 1956 bis 1975 nicht weniger als 52 Meistertitel holte, darunter 19 im Einzel. In Wimbledon erreichte sie 1962 das Achtelfinale, stieß mit Peter Pokorny (im Bild unten) sogar ins Viertelfinale vor! Selbstverständlich beeindrucken in der heroischen Zeit des Wiederaufbaues nach 1945 auch sportliche Aktivitäten der Verbände und ihrer Vereine. Man darf nicht vergessen, dass eine Dose mit drei Bällen damals auf dem Schwarzmarkt 350 bis 450 Schilling kostete, Beamte, Angestellte, Arbeiter aber nur 150 bis 200 Schilling im Monat verdienten. Schläger, Schuhe waren Mangelware. Aber Walter Föger, später Generalsekretär des ÖTV, begann in seiner Heimatstadt Kitzbühel schon mit dem „Alpenländercup“, spätestens ab 1960 waren ständig Weltklassespieler zu bewundern. Auch Wien veranstaltete bald wieder die Internationalen Meisterschaften von Österreich. In Pörtschach wurde die Anna Werzer-Goldtrophy zur Institution: Vor allem die großen Australier kamen Jahr für Jahr, zeigten tolles Tennis und genossen die feuchtfröhlichen Wörtherseefreuden an langen Abenden. Pörtschach wurde im Lauf der Jahre, ebenso wie Seefeld, auch zu einem Zentrum des internationalen Seniorentennis, in dem vor allem Laci Legenstein, aber auch Peter Pokorny (Bild) WM- und EM-Titel in Serie holen

1963 – 1980

Pokorny

 

Weitere Meilensteine: 1963 wurde der Federationcup (heute Fed Cup) anlässlich des 50-jährigen ITF (damals International Lawn Tennis Federation)-Bestehens gegründet; Österreich war von Anfang an dabei. 1964 stand in Wien auf der Jahreshauptversammlung der ILTF erstmals die Einführung offener Turniere für Amateure und Profis zur Diskussion. Österreich war dafür, ebenso wie Frankreich, England und Schweden, wurde aber überstimmt und erst 1968 gab es nur noch den Status des „Spielers“. 1973 wurde das Leistungszentrum Südstadt errichtet, dem regionale Zentren folgten. 1974 begann das Turnier in der Wiener Stadthalle, heute Erste Bank Open. Der ÖTV lehnte eine Beteiligung ab; es war die große Chance, als Veranstalter zumindest einen Bruchteil der Turniereinnahmen großer Verbände zu haben. In diesem Jahr wurde der „Austria Tennis Pool“ beauftragt, neue Geldmittel für den ÖTV zu erschließen, der damals rund 50.000 Mitglieder zählte. Heute sind es rund viermal so viele, über 1.500 Teams spielen in der Mannschaftsmeisterschaft. 1967 hörte man erstmals von Hans Kary (im Bild unten rechts neben Thomas Muster), dem damals 18-jährigen Kärntner. Der erste wirkliche Profi in der Auffassung seines Sports zog von Radenthein aus in die Welt. Sein Telefonanruf: „I hon den Nastase gschlogn“ machte ihn mit einem Schlag populär. Der 1970 in Edinburgh mit Pokornys Unterstützung gegen Großbritannien errungene 3:2-Sieg, Erfolge gegen Weltklassespieler wie Laver, Orantes, Rosewall oder Lendl und in Davis Cup-Begegnungen brachten Schlagzeilen. Durch Hans Kary wurde das Tennis in Österreich endgültig populär. Der nur zwei Jahre später, 1951 in Steyr, geborene Peter Feigl wurde zum Rivalen im eigenen Land. Peter, ehemals Turnierchef in der Wiener Stadthalle, begann leider erst 1976, viel zu spät, mit dem professionellen Tennis, in dem er bis auf Rang 35 vorstieß und 1989 als Qualifikant in Cleveland mit seinem ersten Turniersieg Geschichte schrieb.

1980 – 1997

Hans_KaryDamals war der Leibnitzer Thomas Muster (links und Bild unten) 13.  Ronald Leitgeb, u. a. Tennisjournalist aus begüteter Familie, erkannte die Chance, die sich für beide bot, übernahm auf Drängen von Wojtek Fibak den jungen Mann als Manager und später auch als Coach. Sie fuhren im Auto von Turnier zu Turnier und nahmen jede Gelegenheit wahr, von den Besten zu lernen. Gingen in der Ernährung und Konditionsarbeit neue Wege, lebten nur für Tennis, in dem Thomas bis zum Ende des Jahrtausends zur absoluten Elite zählte. Der Steirer gewann 44 ATP-Turniere, darunter Masters -Events wie Monte Carlo oder Rom mehrfach, legte eine der besten Sandplatzserien aller Zeiten mit 40 Siegen en suite hin und war lange Rekordhalter mit 13 ATP-Turniersiegen in einem Jahr. Muster krönte seine Karriere 1995 mit dem Triumph beim Grand-Slam-Turnier in Roland Garros, ein Jahr später wies ihn der ATP-Computer als Nr. 1 der Tennis-Welt aus, er wurde in Österreich zwei Mal zum Sportler des Jahers gewählt. Auch schwere Rückschläge waren zu verkraften, vor allem die Knieverletzung, als ihn 1989 vor dem Finale in Key Biscayne ein Betrunkener mit dem Auto niedergestoßen hatte. Das Comeback, das das Duo mit Hilfe von Willi Dungl durchzog, ist sprichwörtlich geworden. Für den ganz großen Tennisboom in Österreich sorgten die Davis Cup-Erfolge der „Musketiere“ Muster, Antonitsch und Skoff (verstorben am 7. Juni 2008): Mit dem 5:0 über Großbritannien in Zell am See stießen sie 1988 erstmals in die noch junge Weltgruppe vor, in der sie mit dem legendären 5:0 gegen Australien 1989 im Wiener Dusikastadion debütierten. Mit den Siegen erreichten die seit Jahren schwelenden persönlichen Rivalitäten ein kaum noch erträgliches Maß, aber selbst das trug zur Popularität bei. Als Muster durch die schwere Verletzung ausfiel, ging das Viertelfinale gegen Schweden 2:3 verloren. Aber das 9:7 im fünften Satz nach 6 Stunden und 4 Minuten für Horst Skoff gegen den großen Mats Wilander bleibt unvergesslich. 1990: Comeback Muster und 3:2 gegen die Spanier in Barcelona! 5:0 über Italien in Wien und erstmals Semifinale im Daviscup. Die USA siegten im Wiener Stadion (!) vor bis zu 17.000 Zuschauern 3:2, weil Skoff zum Schluss nach 2:0-Satzführung gegen Chang noch unterlag. Nicht vergessen werden dürfen auch die gemeinsamen Siege in Uruguay und über Spanien in Wien sowie die fast im Alleingang errungenen Davis Cup-Erfolge für Alex Antonitsch 1992 in Kanada und 1993 in Neuseeland sowie von Gilbert Schaller 1997 gegen Kroatien. Herausragend wird aber auch immer die gewaltige Willensleistung Musters beim 2:3 gegen Deutschland in Unterpremstätten bleiben, als er Michael Stich, Sieger in Wimbledon und Finalist bei den US Open sowie in Paris, mit 6:4, 6:7, 4.6, 6:3, 12:10 niederrang. Überhaupt: Muster weist im Einzel eine sensationelle Bilanz von 36:8 auf, auf Sand hat er nur ein einziges Heimspiel verloren.

1999 – 2004

Geschichte_MusterStefan Koubek und Markus Hipfl haben in Pörtschach 1999 mit dem 3:2 gegen Schweden den Aufstieg in die Weltgruppe geschafft; 2002 gelang Koubek, Jürgen Melzer, Julian Knowle und Alexander Peya gegen Belgien die Rückkehr in die Weltgruppe, 2004 blieben sie unter den Top 16 der Welt nach einem weiteren 3:2-Krimi gegen Großbritannien. Dies beim Debüt von Thomas Muster als Davis Cup-Captain und somit Nachfolger des durchaus erfolgreichen Günter Bresnik. Aber das persönliche Engagement der früheren Nummer 1 der Welt hat Tennis interessanter für das Publikum und damit für Medien sowie Sponsoren gemacht. Alles übrigens unter der Sonne von Pörtschach, wo unsere Davis Cup- und Fed Cup-Mannschaften das Glück der wirklich Tüchtigen haben. Und sie hatten immer wieder ein tolles Publikum, das eisern hinter ihnen steht. Die Damen waren in dieser Phase als Team wesentlich erfolgreicher als auf WTA-Turnieren. Ab 1983 war Judith Wiesner, jetzt Floimair, die ganz große Persönlichkeit, Jahre lang Mitglied im Board of Directors der WTA, zweimal im Viertelfinale von Wimbledon, 40 mal im Federationcup-Einsatz, mit Siegen über Mandlikova, Novotna, Sanchez, Capriati, Majoli u. v. a. Sie übertraf Petra Huber, und nur Barbara Paulus war in Turnieren ähnlich erfolgreich - mit Siegen über Evert, Sabatini, Novotna, Capriati, Pierce, Kournikova, Majoli usw. Als sie ihre Karriere nach einer endlosen Verletzungsserie beenden musste, konnte sieBarbara_Schett auf den ersten Top Ten-Rang einer Österreicherin (Nr. 10) stolz sein. Übertroffen wurde Paulus von Barbara Schett (links), die zusammen mit ihrer Tiroler Landsfrau Sylvia Plischke (1999 im French-Open-Viertelfinale und in der Weltrangliste auf Platz 27) viele Jahre lang das Aushängeschild des österreichischen Damentennis war, in der Weltrangliste bis auf Platz 7 vorstieß und auch im Fed Cup viel zu neuen Höhepunkten ab 2002 beitrug: Nachdem Barbara Schwartz beim Debüt von Captain Alfred Tesar Österreich durch das sensationelle 3:2 in den USA die Tore weit geöffnet hatte, erreichten sie 2002 das Final Four. Ohne die verletzte Schwartz hätten Schett und Patricia Wartusch auf Gran Canaria um ein Haar Gastgeber Spanien mit Arantxa Sanchez, Martinez, Ruano Pascual besiegt. Schon 1990 war Österreich im Semifinale des Fed Cups – und 2004 ist das Final Four durch Siege über die Slowakei und erneut über die USA abermals Wirklichkeit geworden. Das 4:1 über Navratilova und Co. von Schwartz, Schett und Wartusch vor der gewaltigen Innsbrucker Berg Isel-Schanze ist für jeden Tennisfreund, der es miterlebt hat, unvergesslich. Als weiteres Highlight in der jüngsten Vergangenheit beeindruckt auch Tamira Paszek, die am 2. Juli 2005 mit ihrem Finaleinzug beim Juniorenwettbewerb von Wimbledon erstmals für internationale Aufmerksamkeit gesorgt hatte.

2005 – 2012

In der jüngeren Vergangenheit ist es vor allem ein Name, der aus der Masse heraussticht: Jürgen Melzer (Bild), dem das fast „Unmögliche“ gelungen ist – nämlich aus dem Schatten der Tennislegende Thomas Muster herauszutreten. 2009 feierte Melzer seinen bis dahin größten Erfolg beim Heimturnier in der Wiener Stadthalle: Er besiegte im Finale den Kroaten Marin Cilic und gewann nach Bukarest (2006) sein zweites ATP-Turnier. Mit dem Einzug ins Halbfinale von Paris im Juni 2010 - er unterlag dem späteren Turniersieger Rafael Nadal in drei Sätzen - feierte er seinen größten Erfolg bei einem Grand Slam. Wenig später holte sich Melzer mit Philipp Petzschner als erster Österreicher den Titel in der Doppelkonkurrenz von Wimbledon. Damit nicht genug, konnte er Ende Oktober in der Wiener Stadthalle seinen Titel verteidigen: Er besiegte seinen Landsmann Andreas Haider-Maurer in einem spannenden Finale und gewann damit seinen dritten ATP-Einzel-Titel. Der vierte sollte 2012 in Memphis folgen. Am 18. April 2011 war Melzer die Nummer 8 im ATp-Computer. In diesem Jahr gewann Melzer in Wimbledon im Mixed-Doppel an der Seite seiner späteren Ehefrau Iveta Benešová seinen zweiten Grand Slam-Titel. Sein dritter folgte dann mit Philipp Petzschner im Doppelbewerb der US Open. Im Davis Cup gelang ihm mit gemeinsam mit Haider-Maurer, Oliver Marach und Alexander Peya mit dem 4:1-Sieg gegen Belgien der Weiterverbleib in der Weltgruppe. Das nächste Highlight sollte im Februar 2012 folgen: Erstmals seit 1995 erreichte ein österreichisches Davis Cup-Team wieder das Viertelfinale des Davis Cups by BNP Paribas! Mit dem 3:2-Sieg über Russland qualifizierten sich Jürgen Melzer, Andreas Haider-Maurer, Alexander Peya und Oliver Marach – bei Clemens Trimmels Premiere als Davis Cup-Captain - für die Runde der weltbesten acht Nationen.

2012 bis 2014

PeyaTamira Paszek feierte nach 2006 in Portoroz und 2010 in Quebec City im Jahr 2012 in Eastbourne ihren dritten WTA-Titel. Kurz darauf drang sie in Wimbledon - wie schon ein Jahr zuvor - bis ins Viertelfinale vor. Als beste Spielerin Österreichs wurde sie im Jahr 2013 von Yvonne Meusburger abgelöst, die nach mehreren Titeln auf der Challenger-Tour in Budapest ins Finale vordrang und kurz darauf in Bad Gastein mit einem Finalsieg über Andrea Hlavackova ihren ersten Titelgewinn auf der WTA-Tour errang - übrigens ebenso wie Sandra Klemenschits, die im Doppel an der Seite von Andreja Klepac gewann. 2014 erreichte Meusburger bei den Australian Open erstmals die dritte Runde eines Grand Slam-Turniers und kletterte im März auf ihre höchste Weltranglisten-Platzierung, Platz 37. Nach den US Open kündigte sie ihr Karriereende an, die Australian Open 2015 bildeten den Abschluss. Alexander Peya (links) gelang ein beeindruckender Wechsel von der Einzel- zur Doppelkarriere und sorgt regelmäßig für Top-Resultate: 2013 gewann er mit Partner Bruno Soares an seiner Seite die Turniere in Sao Paulo, Barcelona, Eastbourne, Montreal und Valencia, konnte bei den US Open erst im Endspiel von Leander Paes / Radek Stepanek sowie bei den ATP Tour Finals in London erst im Semifinale von den weltbesten Doppelspielern Bob und Mike Bryan gestoppt werden. Das Jahr 2013 beendete er auf Rang 3 im ATP-Ranking. Aufgrund weiterer Doppel-Erfolge von Oliver Marach, Julian Knowle und Philipp Oswald hat sich Österreich im Verlauf der letzten Jahre zu einer der erfolgreichsten Doppel-Nationen entwickelt: Marach konnThiem_Melzerte bisher dreizehn Turniersiege auf der ATP-Tour feiern - zuletzt 2014 in Vina del Mar. Knowles Erfolgsbilanz: 18 ATP-Turniersiege, darunter der Sieg bei den US Open im Jahr 2007 sowie sein bisher letzter Titelgewinn im Jahr 2014 in Halle. Österreichs "jüngster" Doppel-Titelträger hört auf den Namen Philipp Oswald: Im März 2014 hatte Oswald im Alter von 28 Jahren an der Seite des Spaniers Guillermo Garcia-Lopez über seinen ersten ATP-Titel jubeln dürfen, zwei Monate später mit Partner Martin Klizan in Nizza über seinen zweiten, 2015 holte er in Rio de Janeiro sogar die Trophäe bei einem ATP-500-Turnier. Mit Dominic Thiem, der in jungen Jahren mit dem Finaleinzug in Kitzbühel 2014 oder dem Viertelfinale in Miami 2015 schon große Erfolge feiern durfte und sich fix in den Top 50 etabliert hat, Andreas Haider-Maurer oder Patricia Mayr-Achleitner gibt es noch zahlreiche weitere SpielerInnen, die immer wieder für Erfolge sorgen.

Die Gegenwart

Mit der Wahl von Robert Groß zum neuen Präsidenten stellte der ÖTV bei der Generalversammlung Anfang März 2015 die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Groß, bis zu diesem Zeitpunkt Präsident des Oberösterreichischen Tennisverbands, übernahm das Zepter von Ronnie Leitgeb, der den ÖTV seit 2012 angeführt hatte. Die aktuellsten Entwicklungen im Davis Cup und im Fed Cup: Im Davis Cup kämpfte das ÖTV-Team nach dem 3:2-Auswärtserfolg über Schweden von 17. bis 19. Juli in Kitzbühel gegen die Niederlande um einen Platz im Weltgruppen-Playoff. Dominic Thiem, Andreas Haider-Maurer, Jürgen Melzer und Oliver Marach mussten sich 2:3 geschlagen geben. Damit spielte die Mannschaft im Jahr 2016 wieder in der Europa/Afrika-Zone I, siegte in Portugal dank dreier Punkte von Dominic Thiem 4:1, ehe eine NIederlage in der Ukraine folgte. Österreichs Damen-Team verabschiedeten sich im Februar 2015 aus der Europa/Afrika-Zone I, schafften ein Jahr später in Kairo allerdings den sofortigen Wiederaufstieg. 2017 war Barbara Haas mit drei Einzel- und einem Doppelsieg Matchwinnerin in Tallinn, Österreich beendete das Turnier auf Platz 5 unter 14 Nationen und schaffte souverän den Klassenerhalt.

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