Davis Cup

Das Tennis-Wunder ist ausgeblieben

Nach dem 1:3 in Minsk gegen Weißrussland spielt das österreichische Davis-Cup-Team im September daheim gegen Rumänien um den Klassenerhalt.

Gerald Melzer lieferte dem Weißrussen Ivashka einen harten Kampf ©GEPA-Pictures / Matthias Hauer

Der Traum der österreichischen Tennis-Nationalmannschaft, von 15. bis 17. September um den Aufstieg in die Weltgruppe zu spielen, ist geplatzt. Das Davis-Cup-Team unterlag in Minsk den starken Weißrussen, am Sonntag war nach dem 6:7 (3), 6:3, 3:6, 1:6 von Gerald Melzer gegen Ilya Ivashka die 1:3-Niederlage besiegelt. Jetzt geht es im September gegen Rumänien in einem Heimspiel um den Klassenerhalt in der Europa/Afrika-Zone 1. Gelingt ein Sieg, ist das Tennis-Jahr für die ÖTV-Equipe vorbei, andernfalls müsste ein weiteres Ländermatch über den Abstieg entscheiden.

„Ivashka hat schon am Freitag gegen Jürgen sehr gut gespielt, ich wusste, also, was mich erwartet“, sagte Gerald Melzer, nachdem er der Nummer 172 der Welt einen harten Kampf geliefert hatte. Der 26-jährige Niederösterreicher steht auf Platz 109, doch Platzierungen sagen gerade im Davis Cup traditionell wenig über die Verteilung von Favoritenrollen aus. „Ich habe sofort ins Match gefunden. Leider konnte ich vom Break im dritten Satz nicht profitieren. Nach dem Rebreak hat er wieder unglaubliche Bälle gespielt.“

Ivashka holte sich den ersten Satz, der auf Augenhöhe ausgetragen wurde, im Tiebreak und nahm Melzer gleich den Aufschlag ab. Doch der Österreicher fightete sich zurück, verlegte sich darauf, dem Weißrussen vorrangig auf die Rückhand zu spielen. Nach postwendendem Rebreak sowie jenem zum 4:2, war der zweite Durchgang einkassiert und der Österreicher plötzlich auf der Siegerstraße unterwegs. Ivashka zerstörte seinen Schläger, Melzer breakte ihn zum 1:0, ein Anflug von Nervenschwäche lag in der Luft. Bis zum Schlüssel-Game im Match: Bei 3:2 vergab Melzer zwei Spielbälle, wehrte zwei Breakbälle ab, beim dritten profitierte Ivashka von einem Doppelfehler. 3:3, 3:5, 3:6. Vor allem die Serviceleistung des Weißrussen wurde wieder beeindruckend, zudem folgte ein Winner dem nächsten. Die Luft war draußen bei Melzer, im letzten Satz war er chancenlos.

Kapitän Stefan Koubek war nach dem doppelten 1:3 natürlich geknickt. Aber: „Gerald hat ein großartiges Match geliefert. Er hat gekämpft, hatte ihn fast. Es war eigentlich nur ein Game im dritten Satz, das die Partie entschieden hat, das Rebreak zum 3:3. Dann nahm das Match seinen Lauf, und Gerald hat nicht mehr zurückgefunden. Wobei Ivashka dann auch jede Kugel getroffen hat“, sagte der 40-Jährige, der den Weißrussen sportlich fair gratulierte: „Sie haben hier gegen uns auf Top-Level gespielt und im richtigen Moment die Hochform gefunden.“

ÖTV-Präsident Robert Groß, der die Delegation nach Minsk begleitete, wäre „natürlich lieber in der Relegation für die Weltgruppe angetreten“. Aber Gerald Melzer sei kein Vorwurf zu machen. „Das Doppel mit Julian Knowle und Jürgen Melzer hat unsere Hoffnung noch einmal aufleben lassen. Für Gerald war es schwer, weil wir den Punkt unbedingt gebraucht haben. Er hat wirklich super gespielt und alles gegeben. Bei den Spielbällen zum 4:2 hatte er Pech.“ Nun werde man sich in den kommenden Tagen mit allen Beteiligten zusammensetzen: „Um zu besprechen, wer gegen Rumänien die Bereitschaft zeigt, zu spielen, damit wir uns für den gewünschten Belag entscheiden können.“ Beratschlagt wird natürlich auch über den Austragungsort.

Delegationsführer Thomas Schweda denkt bereits an das Heimspiel: „Wir dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern müssen so rasch wie möglich in die Planungsphase übergehen“, sagte der ÖTV-Geschäftsführer.

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